Ein Patient des Städtischen Klinikums in Bielefeld ist offenbar durch eine tragische Verwechslung gestorben. Das berichtet der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Mittwoch (26. August 2020).

Der Mann im Alter von Mitte 20 soll die Medikamente seines Zimmernachbarn bekommen haben. Die Klinik bestätigte den Sachverhalt inzwischen.

Versehentlich Medikamente eines anderen erhalten - Patient (Mitte 20) tot

Laut WDR sei der junge Mann wegen eines Routine-Eingriffs in der Klinik gewesen. Nach erfolgreicher Operation sollte er Tage später entlassen werden, bestätigte die Klinik. Doch dann seien dem Mann Medikamente verabreicht worden, die für einen anderen Patienten gedacht waren.

Wegen der Folgen der falschen Medikamenten-Einnahme sei der Patient in ein anderes Krankenhaus in Bielefeld verlegt worden. Doch dort sei er nun verstorben. Aus datenschutzrechtlichen Gründen wollte das Städtische Klinikum keine Einzelheiten bekannt geben.

"Wir sind bestürzt und trauern mit den Angehörigen", sagte der Sprecher der Klinik. Es gebe umfangreiche Untersuchungen; daran sei auch die Kriminalpolizei beteiligt. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat bestürzt auf den Tod reagiert. Sie fordert die Einführung von Stationsapotheken mit digitalen Kontrollsystemen wie Barcodes und Scannern. Sie lösen Alarm aus, wenn die Zuordnung zwischen Medikament und Patient bei der Übergabe nicht stimmt. Es komme immer wieder zu Verwechslungen, sagte die Stiftung dem WDR.

Symbolbild: Anastasiia Ostapovych/unsplash.com