Die Zahl der täglichen Impfungen geht zurück - die Infektionszahlen steigen. Die Angst vor der vierten Welle wächst. Damit kommt auch immer mehr Bewegung in die Diskussion um den Umgang mit Ungeimpften und Impfverweigerern

Von einer Impfpflicht will in der Politik momentan kaum einer sprechen. Anders sieht es bei Privilegien für Geimpfte aus:  "Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte", sagte unlängst beispielsweise Kanzleramtsminister Helge Braun gegenüber der Bild am Sonntag. Dass es dafür nicht einmal einen politischen Entschluss braucht, zeigt ein Fall aus Garmisch-Partenkirchen

Zutritt nur Geimpfte

Dort hat sich das "Obermühle Boutique Resort" bereits jetzt festgelegt: Ab dem 1. Oktober 2021 dürfen nur noch Geimpfte Personen im 4-Sterne Hotel übernachten. "Um unseren Gästen und Mitarbeitern ein sicheres Umfeld gegen Covid-19 zu ermöglichen, gilt ab dem 1. Oktober 2021 eine Impfpflicht für erwachsene Gäste ab 18 Jahren beim Besuch unseres Hotels und Restaurants", schreibt das Hotel auf seiner Homepage. Kinder unter 18 Jahren müssen hingegen nicht geimpft sein. 

Auf die Frage, warum er zu so drastischen Maßnahmen greift, antwortete Hotelinhaber Christian Wolf gegenüber dem Merkur "Zum Schutz der Mitarbeiter und Gäste!". Nur eine Immunisierung könne zufällig vor einer schweren Infektion schützen. 

Rechtlich hat der Hotelbetreiber freie Hand: Es gilt das Hausrecht. Auch in anderen Bereichen könnte dieses Thema werden. So hatte beispielsweise auch der Chef des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, in einem Interview betont, dass man sich je nach Infektionslage vorbehalte, nur geimpfte Erwachsene ins Stadion zu lassen. 

Von allgemeinen Regeln noch "weit entfernt"

Momentan sind solche Bestrebungen und Aussagen jedoch noch selten. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband beispielsweise hält  einen Zugang nur für Geimpfte in Restaurants und Kneipen nur in einem "Worst Case" für vorstellbar, wenn die Infektionslage sich dramatisch verschlechtert. Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte am vergangenen Montag, dem 26. Juli,  der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: "Es gibt derzeit keine Veranlassung, so etwas auf den Weg zu bringen. Das wäre Stufe X, davon sind wir aber weit entfernt."

Hartges sagte aber auch weiter: "Im Interesse der Gesellschaft und der betroffenen Wirtschaft muss jetzt alles unternommen werden, um einen erneuten Lockdown zu verhindern. Das Erreichen einer relevanten Impfquote muss jetzt oberste Priorität haben. Die Aufklärung ist zu intensivieren, ebenso müssen vor Ort unkomplizierte Angebote ohne vorherige Anmeldungen für Impfwillige geschaffen werden."

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