#wirmachenauf - unter diesem Motto finden sich immer mehr Unternehmer und Geschäftsinhaber in den sozialen Netzwerken zusammen. Sie planen ihre Geschäfte am 11. Januar 2021 wieder zu öffnen - egal, ob Lockdown oder nicht. 

Einer von ihnen ist der Rosenheimer Sporthändler Udo Siebzehnrübl. Er betreibt insgesamt fünf Intersport-Filialen in Oberbayern und möchte sich nun über die Lockdown-Vorgaben hinwegsetzen, wie er gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärt. Damit ist er nicht der einzige.

Einige Einzelhändler wollen am Montag wieder öffnen - trotz Lockdown

Bernd Ohlmann, Sprecher des Handelsverbandes Bayern, erläutert gegenüber dem BR, dass diese Aktion zeige, wie groß die Verzweiflung im Einzelhandel sei. Die Geschäfte zu öffnen, obwohl wir uns im Lockdown befinden, sei ein Hilfeschrei an die Öffentlichkeit und die Politik, so Ohlmann weiter. Dennoch sei die ganze Aktion ein offener Rechtsbruch, weshalb der Handelsverband das Vorhaben der Unternehmer und Geschäftsinhaber nicht unterstütze. 

Ohlmann vermutet, dass sich viele Nachahmer finden werden, die es Udo Siebzehnrübl gleichtun wollen. Damit behält er Recht. In den sozialen Netzwerken finden sich mehr und mehr Gruppe unter dem Hashtag #wirmachenauf, die alle am 11. Januar ihre Türen wieder öffnen wollen. Siebzehnrübl sagt gegenüber dem BR: "Es ist ganz klar erwiesen, dass der Einzelhandel nicht verantwortlich ist für die Corona-Pandemie und auch nicht helfen kann, die Pandemie zu reduzieren. Darum werde ich auch am Montag meine Geschäfte aufsperren!"

Wo er Aufsehen erregen will, sieht Ohlmann Schwierigkeiten. Der Sprecher des Handelsverbandes rechnet damit, dass Ordnungsämter, Aufsichtsbehörden und die Polizei den Ladenbetreibern einen umgangssprachlichen Strich durch die Rechnung machen werden. Schließlich hat der Lockdown seinen Sinn und Zweck.