Die Fußballwelt wendet sich weiter von Gianni Infantino ab - nun auch Lothar Matthäus. Währenddessen greift der umstrittene FIFA-Boss angeblich nach jedem Strohhalm, der sich bietet.
War es ein XXL-Vorhaben zu viel? Lothar Matthäus hat FIFA-Präsident Gianni Infantino für seine milliardenschwere Investoren-Idee und das Timing der Pläne scharf kritisiert. "Er hat für seine Pläne einen der falschesten Zeitpunkte ever gewählt", schrieb Matthäus in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky. "Zum anderen gibt es für mich kaum etwas Unsinnigeres als diese Idee."
Infantino habe zwar auch "einiges richtig gemacht in der Vergangenheit", so der Rekordnationalspieler. Es sei nicht alles verkehrt gewesen in seiner Amtszeit, "auch wenn es bei ihm immer ums Geld geht", sagte Matthäus. "Aber jetzt hat er es übertrieben. Er ist schlecht beraten worden oder hat sich gar nicht beraten lassen." Infantino bekomme "wahrscheinlich jetzt seine Quittung und das, was sich viele seiner Gegner gewünscht haben".
Lässt nun auch Donald Trump seinen Freund Infantino im Stich?
Infantino wollte mit dem Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte des Fußball-Weltverbandes etwa an der WM eine Milliardensumme einnehmen. Nach massivem Widerstand zog er die Pläne zurück. Zuletzt drohte die Europäische Fußball-Union (UEFA) dem FIFA-Boss mit rechtlichen Schritten. Infantino, der sich eigentlich am 18. März 2027 ein letztes Mal für weitere vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen möchte, steht massiv unter Druck.
Aufgeben will er aber offenbar nicht. Medienberichten zufolge sucht Infantino nach "einflussreichen Verbündeten, die ihn öffentlich unterstützen", wie das US-Boulevardblatt "New York Post" zuletzt schrieb. Angeblich soll sich der umstrittene FIFA-Präsident an US-Präsident Donald Trump gewendet haben, wie die englische "Times" schreibt.
Alles "frei erfunden", behauptet nun der Fußball-Weltverband FIFA. Infantino habe weder den US-Präsidenten noch ein Mitglied von dessen Regierung mit der Bitte um Rückendeckung angerufen.