Etwas anders als Klopps milde Analyse fällt die von Weltmeister Bastian Schweinsteiger aus. Der TV-Experte findet klare Worte für das deutsche Nationalteam. "Wir sind keine Topmannschaft mehr. Wir sind im Mittelmaß angekommen. Wir haben nicht diese Spieler mehr, die den Unterschied ausmachen", sagte der 42-jährige ARD-Experte nach dem enttäuschenden Heimdebüt des neuen Bundestrainers.
"Reine Testerei": DFB-Team laut Schweinsteiger im Mittelmaß angekommen
Klopps Strategie hält der frühere Profi des FC Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft dennoch für richtig. "Es ist richtig, sich alle mal anzuschauen, die infrage kommen können, um eine Mannschaft zu entwickeln, die den Jürgen-Klopp-Fußball spielen wird", sagte Schweinsteiger. "Den werden wir hoffentlich im November sehen. Jetzt ist es reine Testerei."
Als größtes Problem nimmt Schweinsteiger aktuell den Spielaufbau wahr. "Wenn wir von hinten herausspielen müssen, ist der Einzige, der kreative Pässe spielen kann, Kimmich. Das ist der Einzige", sagte er. "Wenn der nicht da ist, dann wird es schwierig."
Apropos Kimmich: Der Kapitän gehört nicht zu Klopps zweitem Kader und muss nun mit einem blöden Gefühl nach Hause reisen. Und das auch noch früher, als es ihm lieb war. "Schwierig. Ich wäre gerne geblieben, aber ich verstehe auch, dass der Trainer noch andere Jungs kennenlernen möchte. Das war von vorneherein so der Plan, dass wir durchwechseln. Dementsprechend werde ich von zu Hause aus die Daumen drücken", sagte der Kapitän nach dem bitteren 0:1 im zweiten Nations-League-Spiel gegen Griechenland.
Kimmich: "Ich hatte bis zum Ende so ein bissel gehofft, zu bleiben"
Noch am Spielort Augsburg hatte Kimmich auf eine andere Entscheidung von Klopp gehofft. Doch der Bundestrainer blieb bei seinem Plan, dass auch der 31 Jahre alte Kapitän in der zweiten Länderspiel-Woche mit den Partien gegen Serbien am Donnerstag und drei Tage später in Thessaloniki wieder gegen Griechenland pausiert. "Ich hatte bis zum Ende so ein bissel gehofft, zu bleiben", sagte Kimmich. Dass er das Gegentor von Dimitris Kourbelis entscheidend abfälschte, war der Tiefpunkt in seinem 115. Länderspiel.
Ausgerechnet in seinem Heimstadion in München gegen Serbien nicht zum Aufgebot zu gehören, ist besonders bitter für den immer einsatzbereiten Kimmich. Zumal er noch kein Ersatzprogramm für die nächsten Tage hat.
"Ich fahre erstmal nach Hause, und dann werden wir schauen. Es wird jetzt nicht weit weg gehen, weil die Kinder in die Schule gehen. Dementsprechend werde ich zu Hause sein und am Donnerstag vielleicht zum Spiel kommen", sagte Kimmich.
"Wir werden besser werden"
Der Auftritt gegen Griechenland war einfach nicht gut genug, befand er. "Es war jetzt nicht so, dass wir es verlieren müssen. Aber es war nicht so, dass wir einen Sieg verdient gehabt hätten. Dafür ist uns zu wenig eingefallen. Wir haben uns zu wenig Chancen erarbeitet", räumte Kimmich ein.
Dennoch will er den Start unter Klopp nicht zu negativ bewerten. "Es ist offensichtlich, dass wir Dinge ausprobieren, dass wir zueinanderfinden müssen, dass es ein neuer Ansatz ist und wir uns darauf einlassen müssen, das werden wir auch. Wir werden auch besser werden", versprach der Bayern-Profi. Die Stimmung in Klopps erster Trainingswoche als neuem Chefcoach "war sehr positiv", sagte Kimmich.
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