Schwarzach am Main
Weinvorstellung

Schwarzach hat wieder einen eigenen Wein

Nach zweijähriger Pause hat Norbert Bergmann auf Schwarzachs einzigem Weinberg wieder eine Ernte eingefahren. Mit Bürgermeister Lothar Nagel stößt er auf den neuen Gemeindeschoppen an.
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Norbert Bergmann stellt Bürgermeister Lothar Nagel den neuen Gemeindewein vor, einen "Schwarzenauer Rosengarten" Jahrgang 2012. Foto: Pfannes
Norbert Bergmann stellt Bürgermeister Lothar Nagel den neuen Gemeindewein vor, einen "Schwarzenauer Rosengarten" Jahrgang 2012. Foto: Pfannes
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"Fruchtig, würzig, harmonisch" steht auf dem Bocksbeutel, den Hobbywinzer Norbert Bergmann am Mittwoch Schwarzachs 1. Bürgermeister Lothar Nagel überreichte. Das Besondere an dem 2012er Müller Thurgau Kabinett mit Bronze-Medaille ist die Lage des Weinbergs, aus dem der edle Rebensaft stammt. "Schwarzenauer Rosengarten" nennt sich die fruchtbare Muschelkalk-Fläche nördlich von Schwarzenau, auf der Bergmann nun zum zweiten Mal eine reiche Ernte eingefahren hat. Schwarzachs einziger Weinberg lieferte nach 2009 im vergangenen Jahr ein super Ergebnis, das jetzt in einem fränkischen Bocksbeutel auf den Markt kommt.

Ein Geschenk der Gemeinde

Es ist schon fast eine Selbstverständlichkeit, dass die Marktgemeinde Winzer Bergmann als ihren Hoflieferanten ausgewählt hat. "Wir werden rund 300 Bocksbeutel von unserem Gemeindeschoppen erwerben", erläuterte Bürgermeister Nagel lächelnd. Bei Gratulationen, Ehrungen und bei der Altenbescherung an Weihnachten soll künftig Schwarzachs eigener Tropfen als Geschenk der Gemeinde zum Einsatz kommen. Auch der mitgliederstarke Siedlerverein habe bereits Bedarf angemeldet, freut sich Bergmann über die reißende Nachfrage nach dem halbtrockenen Bocksbeutel Jahrgang 2012.

Insgesamt 2600 Kilogramm Trauben hatte der 45-jährige Hobbywinzer und gelernte Landwirt Norbert Bergmann bei der jüngsten Weinlese geerntet. In Zusammenarbeit mit der Winzergemeinschaft Franken eG (GWF) und unter dem Logo "Winzer an der Mainschleife" wurde der ausgereifte Wein nun in 2200 Bocksbeuteln abgefüllt. Mit einer Restsüße von 14,4 g/l, einer Gesamtsäure von 5,8 g/l und einem Alkoholgehalt von 11,5 Prozent kann der "Schwarzenauer Rosengarten" durchaus mit den berühmten Lagen der nahen Weininsel und der Mainschleife konkurrieren. Auch geschmacklich steht er seinen großen Vorbildern vom Katzenkopf und Vögelein in nichts nach.
Norbert Bergmann ist gebürtiger Großlangheimer und lebt in Schwarzenau. Vor elf Jahren sollte die alte Weinbergslage Rosengarten nach Rödelsee verkauft werden. Bergmann war schneller, erwarb den Weinberg und rekultivierte ihn. Sieben Jahre dauerte es, bis er sich über den ersten sehr guten Ertrag freuen durfte. "Ich wollte vor allem, dass das Weinbaurecht in Schwarzenau erhalten bleibt", so Bergmann. "Die Sache war für den Winzer sehr aufwändig und hat sich gelohnt", lobte Nagel Bergmanns Idee und Arbeit. "Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Tradition wieder zu beleben." Wegen des schlechten Wetters fielen in den Jahren 2010 und 2011 die Ernten aus.

Einst gut 40 Hektar

Schwarzenau war früher bereits einmal ein Weindorf. Wie die erste urkundliche Erwähnung des Orts im Jahre 1074 bestätigt, wurde einst an den fruchtbaren Hängen des Leitenbergs und am Roßweg auf einer Fläche von gut 40 Hektar Weinbau betrieben. Auch die Schwarzenauer Dorfchronik von 1992 belegt, dass der Weinanbau bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in dem heutigen Schwarzacher Ortsteil von großer Bedeutung war. Mit der Reblausplage 1902 und dem Ersten Weltkrieg verschwanden die Rebflächen fast völlig. Was an Weinbergen übrig blieb, eroberte sich die wilde Natur Zug um Zug. Auf einem kleinen Stück mit einer Größe von 2400 Quadratmeter wächst nun wieder ein Müller Thurgau. Bergmanns Rebstöcke gedeihen gut an einem Südhang in der Nähe des Baggersees mit Blick auf die Abteikirche Münsterschwarzach am anderen Mainufer.

Bergmann setzt beim Ausbau seines Weines gezielt auf Qualität und will die Weinbergslage nach Möglichkeit noch vergrößern. Noch heute freut er sich darüber, dass alle rechtlichen Instanzen bis zur Abfüllung im Bocksbeutel erfolgreich durchlaufen wurden. Der "Schwarzenauer Rosengarten" ist seit seiner Premiere zu einem Aushängeschild für den Markt Schwarzach geworden. Die Bürger, die vom Bürgermeister zu einem Jubiläum gratuliert werden, können sich auf den guten Tropfen freuen. Wer nicht warten kann, für den ist der Bocksbeutel bei der GWF in Repperndorf oder an sonstigen Verkaufsstellen im freien Handel zu haben.


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