Wiesenthau
Gemeinderat

Wiesenthauer Stellungnahme zur Ostumgehung Forchheim

Die Gemeinde Wiesenthau hat eine aktuelle Stellungnahme zur geplanten Ostumgehung Forchheim abgegeben. Erhebliche Risiken werden gesehen.
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Archivfoto: Josef Hofbauer
Archivfoto: Josef Hofbauer

Ausführlich informierte Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) im Gemeinderat Wiesenthau zum Stand des geplanten Projektes Ortsumgehung Forchheim-Ost. Nach einem Ortstermin (Scoping genannt) am 19. Oktober mit dem Straßenbauamt gab jetzt die Kommune ihre aktuelle schriftliche Stellungnahme ab. Bereits mit einem Schreiben vom 26. Februar 2013 hatte die Gemeinde die bekannte Planung abgelehnt. In einem Schreiben vom 4. Dezember betont sie jetzt, dass sie sehr wohl eine Umfahrung der Ortschaft Gosberg (Gemeinde Pinzberg) für notwendig erachte. Gleichzeitig macht Wiesenthau nochmals ablehnenden Argumente klar. 3500 Fahrzeuge belasten nach dem Schreiben zurzeit täglich die Ortsdurchfahrt von Wiesenthau auf der Kreisstraße FO 14. 1600 kommen angeblich laut einer Prognose hinzu bei einer Realisierung der Ostspange. Weniger Verkehrssicherheit, erhöhte Lärm- und Abgasbelästigung und damit geringere Lebensqualität in Wiesenthau werden befürchtet. Das gleiche Risiko sieht die Gemeinde bei der erhöhten Lage der Straße mit der Querung des Wiesenttals. Negativ wirkt sich nach Meinung der Gemeinde auch die geplante Anbindung aus Wiesenthau kommend mit einem Knotenpunkt aus. Damit einher gehe eine "weitere Zerschneidung der landwirtschaftlichen Fläche auf engstem Raum sowie eine entsprechende Zerschneidung von hochwertigem Ackerboden und Lebensraum für heimische Fauna". Für die Querung zum Knotenpunkt wäre auch ein zusätzliches Brückenbauwerk nötig, ein zusätzlicher Eingriff in die Natur. Eine Trassenführung, die weitgehend auf die bestehenden Straßen zurückgreift und eine räumlich begrenzte Umfahrung von Gosberg einschließt, würde von Wiesenthau hingegen unterstützt. Bürgermeister Drummer merkte kritisch an, dass in diesem Zusammenhang die Bahnlinie schlichtweg als vorausgesetzt und nicht auf ihren Sinn geprüft werde.

Baugebiet "Binzig"

Konsequent weitergehen soll es mit dem Baugebiet "Binzig" in Wiesenthau, wie Bürgermeister Bernd Drummer in der Gemeinderatssitzung sagte. Am 18. und 19. Dezember soll die vorgeschriebene denkmalschutzrechtliche Untersuchung durchgeführt werden, vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Ziel ist die komplette Erschließung des Baugebietes 2019.

Längere Diskussionen gab es zur Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplans für die Gemeinde durch ein externes Ingenieursbüro. Die Kosten liegen etwas über 3000 Euro. Gemeinderat Christian Weisel (JB) meinte, man habe doch selbst genügend Experten in der Feuerwehr. Ernst Messingschlager (DS) verwies auf den zeitintensiven Aufwand. Letztlich kam man zur Überzeugung, dass ein externer Berater neutrale und professionelle Arbeit leisten und so die Gemeinde entlasten könnet.

Ladesäule

Nicht zum ersten Mal befasste sich der Rat mit der Errichtung einer 22-kW-E-Ladesäule. Der Parkplatz am Walberla, der Bahnhofsvorplatz Wiesenthau und der Platz vor dem Feuerwehrhaus wurden schon genannt und auch vom Landratsamt Forchheim angeregt. Jetzt machte Bürgermeister Drummer den Vorschlag, eine Ladesäule am Parkplatz neben dem Wertstoffhof einzurichten. Der Platz sei als Wanderparkplatz geeignet und schaffe den nötigen Raum. "Wer stellt so entfernt sein Auto hin?", gab Christian Weisel zu bedenken. Allerdings sahen die übrigen Räte diesen Platz als die beste Lösung aller bisherigen Vorschläge und beschloss die Einrichtung. 12.000 Euro sind dafür in die Hand zu nehmen, 4771 Euro fließen als Förderung vom Staat zurück. Als Betreiber sind die Stadtwerke Forchheim vorgesehen mit einem Ladeverbund von 50 Versorgern.

Digitale Grundschule

Das digitale Zeitalter zieht stärker in die Grundschule Wiesenthau ein. Eine schnelle Glasfaseranbindung über 150 Meter wird in Auftrag gegeben. Drummer saß mit der Lehrerschaft und externen Fachleuten zusammen. Man entschied sich für die Anschaffung von Laptops, Beamer, Dokukamera und weiterem, was jetzt der Gemeinderat absegnete. Das alternative Whiteboard wurde als zu kompliziert erachtet. 20.000 Euro für die Hardware sind dafür vorgesehen.

Mobilfunkturm

Ein schwebendes Thema bleibt der von der Telekom vorgesehene kleine Mobilfunkturm. Die Genehmigung für die Errichtung im Ort scheiterte zunächst im Landratsamt an fehlenden Unterlagen des Betreibers. Die Telekom sprach die Gemeinde nochmals für alternative Standorte an. Der Bauhof oder der Wasserhochbehälter sind genannt. Allerdings, so verweist die Telekom, bedeute ein weiterer Abstand, soweit der Standort überhaupt geeignet ist, auch einen größeren Mast und stärkere Leistung. Das Thema wird weiter beobachtet.

Die Wanderwege

Die Wanderwege in der Fränkischen Schweiz sollen im Rahmen eines Kooperationsprojektes ein einheitliches digitales Wanderleitsystem erhalten. Von 8000 Kilometern sollen aber nur 4000 ausgewählt werden. Dabei geht es auch um Übergangspunkte zu Nachbargemeinden. Für Wiesenthau stellt sich das Ganze insofern komplexer dar, als es keine eigene Ortsgruppe des Fränkisch-Schweiz-Vereins gibt. Bürgermeister Bernd Drummer teilte mit, dass der langjährige Kommandant der FFW Wiesenthau, Roland Uttenreuther, bei der Jahreshauptversammlung im März 2019 sein Amt niederlegen wird.

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