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Trauriges Bild im Lillachtal bei Weißenohe: Sinterstufen liegen trocken

Die Sinterstufen im Lillachtal bei Weißenohe liegen trocken. Grund für diesen erschreckenden Zustand ist die lang anhaltende Trockenheit.
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Ein trauriges Bild geben die trockengelegten Sinterstufen im Lillachtal ab. Foto: Günther Eichler
Ein trauriges Bild geben die trockengelegten Sinterstufen im Lillachtal ab. Foto: Günther Eichler
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Das Naturdenkmal der Sinterstufen und die dort lebende Artenvielfalt kennenzulernen, war Ziel einer Sommerwanderung der Forchheimer Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV). Was die 27 Teilnehmer der Wanderung mit dem LBV-Kreisvorsitzenden Helmut Schmitt dann vorfanden, war alarmierend: "Der Lebensraum von Feuersalamander, Wasseramsel oder Eisvogel ist akut bedroht", sagt Günther Eichler, der ortskundige LBVler, der die Wanderung führte.

Grund für diesen alarmierenden Zustand ist teils die Witterung. "Das Lillachtal gleicht zurzeit einem Trockental", erklärt Eichler. Die Kalksinterterrassen sind mit hohen Pflanzen bewachsen, auch bedingt durch den hohen Nährstoffeintrag durch intensiv bewirtschaftete Felder.


Besucher trampeln auf Sinterstufen

Zudem würden uneinsichtige Besucher trotz Mahnungen und Hinweisen noch immer auf den geschützten Sinterstufen umhertrampeln.


Einziges Rotmilan-Pärchen im Landkreis

Trotz dieses traurigen Anblicks der sonst schön vom Wasser der Lillach umspülten Sinterstufen wurden die Wanderer mit Naturschönheit und seltener Artenvielfalt belohnt. Denn nicht unweit davon entfernt - auf der Höchfläche bei Sollenberg - brütet seit sechs Jahren das im Landkreis Forchheim einzig bekannte Rotmilan-Pärchen. Der LBV wollte das Wäldchen damals kaufen, um den Rotmilan zu unterstützen. Da der Vogel zu den zehn am meisten geschützten Tieren in Bayern gehört, sponserte der Bayerische Naturschutzfonds das Geld für den Wald, der nun dem LBV gehört.

Seitdem kümmert sich die Forchheimer Kreisgruppe darum, dass das Pärchen ungestört brüten kann. Jährlich ziehen die streng geschützten Rotmilane seitdem zwei Jungen groß, einmal sogar drei. Als Belohnung zeigte das Rotmilan-Pärchen mit seinen beiden Jungvögeln den Wanderern seine Flugkünste.


Auf historischen Wegen

Doch um zum Brutrevier des Rotmilans zu gelangen, musste der LBV mit seinen Wanderern, die aus vielen Regionen Deutschlands angereist waren, auch historische Wege gehen. So spielte die Lillach in früheren Jahren für die Bevölkerung eine alltägliche Rolle. "Um ihre Schafe vor dem Verkauf zu waschen, trieben die Schäfer sie zur Lillach", weiß Günther Eichler. "Schaftrieb" heißt dieser historische Weg im Volksmund.

Dann musste noch der "Teufelsgraben" gequert werden, um die Hochfläche von Sollenberg zu erreichen. Von dort aus hat man eine wunderbare Aussicht auf das gesamte Tal. Auf den Fußwegen im Lillachtal entdeckten die Wanderer auch eine wunderschöne Raupe des Ligusterschwärmers, der hier Seltenheitswert hat. Die große Raupe, die ausgewachsen 90 bis 100 Millimeter misst, besticht durch ihre leuchtend grüne Färbung mit sieben Streifen auf jeder Seite.

Und wenn es so schön heißt, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, so konnte die Wandergruppe auch hier ein ungewöhnliches Schauspiel bewundern: eine Mehlschwalbenkolonie, die im Eingangstor des Weißenoher Klosterhofs nistet. Neben den vielen faszinierenden Augenblicken in freier Natur und vom Startpunkt der Wanderung aus konnte der LBV Natur pur samt der Artenvielfalt bestaunen und zugleich seine Arbeit zum Schutz der Natur vor Ort aufzeigen.


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