LKR Erlangen-Höchstadt

Landkreis startet Kinoprojekt für Senioren

Die Kinoprogrammreihe "Silberfilm" ist speziell auf Senioren mit und ohne Unterstützungsbedarf sowie deren Angehörige ausgerichtet.
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Der Film "Nicht schon wieder Rudi" zauberte den Gästen bei der Auftaktveranstaltung von "Silberfilm" ein Lächeln ins Gesicht.     Foto: Pascale Ferry
Der Film "Nicht schon wieder Rudi" zauberte den Gästen bei der Auftaktveranstaltung von "Silberfilm" ein Lächeln ins Gesicht. Foto: Pascale Ferry
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Gleich zwei Premieren gab es am Dienstagnachmittag im Landratsamt: frisch zubereitetes Popcorn und eine Filmvorführung vor rund 140 geladenen Multiplikatoren, Interessierten und bürgerschaftlich engagierten Akteuren von Generationsangeboten. Aus gutem Grund: 2020 startet im Landkreis an verschiedenen Orten die Kinoprogrammreihe "Silberfilm", ein generationsverbindendes Filmangebot für Senioren mit und ohne Unterstützungsbedarf.

Melanie Huml (CSU), Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, empfahl das Kulturprojekt, das es bereits in München, Hollfeld, Nürnberg und dem Nürnberger Land gibt, den Gästen in einer Videobotschaft. Anschließend sprach Sabine Distler von Kuratorium "Altern gestalten" und Mit-Initiatorin von "Silberfilm": "Häufig endet der Umgang mit den Älteren bei der Grundversorgung und es gibt zu viele Hindernisse im öffentlichen Raum für Hochbetagte. Deshalb wurde dieses Film-Teilhabeprojekt speziell für die Bedürfnisse Älterer und Dementer konzipiert."

Distler, diplomierte Psychogerontologin und Sozialpädagogin, zählte die Faktoren auf, die dieser Zielgruppe den Kinobesuch oft erst ermöglichen: "Ist das Kino öffentlich erreichbar? Ist es barrierearm oder barrierefrei? Ist der Innenraum übersichtlich? Sind die Sanitärraume gut erreichbar? Gibt es Platz für Rollatoren und Gehhilfen?"

Und nicht jeder Film sei als "Silberfilm" geeignet. Studien hätten gezeigt, dass sich der Filmgeschmack ab dem fünften Lebensjahrzehnt zu wandeln beginnt. Humor und Happy End seien wichtig, gängige Filme würden oft als zu laut, zu schnell und zu kompliziert empfunden. Deshalb hat die "Silberfilm"-Projektgruppe Filme speziell auf ihre Eignung für Ältere, zum Beispiel die audiovisuellen Effekte, untersucht.

Das Konzept habe Erfolg, berichtete Sabine Distler. Viele "Silberfilm"-Kinobesucher kämen wieder. Im Landkreis wird der erste Film, "Die Frau meiner Träume", Ende Januar in Höchstadt in der Fortuna Kulturfabrik gezeigt. Senioren mit Familienangehörigen, Nachbarn, Begleitern und/oder Pflegenden sind herzlich eingeladen. Zwei Komödien, "Unterwegs mit Jacqueline" und "Drei Mann in einem Boot" sowie der Naturfilm "Serengeti darf nicht sterben" stehen außerdem auf dem Programm. Bei der Auftaktveranstaltung wurde die Komödie "Nicht schon wieder Rudi" in Anwesenheit von Regisseuren und Schauspielern Oona Devi Liebich und Ismail Sahin gezeigt.

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