Herzogenaurach
Imkerei

In Herzogenaurach entsteht ein Paradies für Bienen

Auf der Herzo Base soll auch heuer wieder eine blühende Wiese wachsen, die den Insekten Nahrung bietet.
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Wie früher wurde das Saatgut mit den Händen ausgebracht. Foto: Richard Sänger
Wie früher wurde das Saatgut mit den Händen ausgebracht. Foto: Richard Sänger
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Auf der Herzo Base traf sich wieder eine Gruppe von Interessenten, die am Projekt "Imker auf Probe" teilnehmen. Gleich vor dem Zeidlerhaus des Herzogenauracher Imkervereins wird zur Zeit mit einer Großbaustelle der neue Kreisverkehr angelegt, über den nach Fertigstellung die Kreuzung zum Wertstoffhof entlastet werden soll. "Den Bienen ist die Baustelle recht egal und sie fliegen darüber hinweg, um an anderer Stelle Nektar zu sammeln sowie für die notwendige Blütenbestäubung zu sorgen", erklärte Imkermeister Klaus Becker.

Da es aber in der letzten Zeit zu wenig geregnet hat, seien manche Pflanzen wie zum Beispiel der Raps nicht vollständig ausgewachsen und geben nur wenig Nektar an die Bienen weiter. "Unsere Bienen haben deshalb mehr Blüten als sonst üblich zu besuchen, um mit einem vollen Honigmagen zurück zum Bienenvolk zu kommen", verdeutlichte Becker am Bienenstock.


Adidas stellt Feld zur Verfügung

Während die Probeimker Erfahrungen austauschten, rückte ein großer Traktor an, um mit den daran angebrachten Geräten das im vergangenen Jahr für die Blütenträume der Imker genutzte Feld der Firma Adidas umzupflügen und es für die Nutzung von neuem Saatgut herzurichten. Danach brachten die Imker das mit Sand durchmischte Saatgut "Bienensommer" der Saatgut-Manufaktur aus Mössingen mit der Hand ganz ohne Hilfsmittel aus, so wie es bei den Landwirten schon vor Hunderten von Jahren gemacht wurde. Zusätzlich wurde Leindotter gesät. Um das Saatgut mit Erde zu ummanteln, setzte ein Imker noch seinen kleinen Traktor ein und ebnete das Feld mit einer Walze.

Für spätere Jahre ist geplant, Leindotter zusammen mit Getreide anzusäen, so dass gelb blühende Getreidefelder den Bienen, Schmetterlingen, Hummeln und Libellen eine Zusatznahrung geben und das menschliche Auge erfreuen. "Damit die Saat auch aufgeht, wurde Regen beantragt, den die Natur dringend braucht", erklärte Becker am Ende des Arbeitseinsatzes schmunzelnd.

Bei der anschließenden Durchsicht der Bienenvölker entdeckten die Probeimker ein Bienenvolk, dass bereits Weiselzellen angesetzt hat, um sich neue Königinnen zu ziehen.Damit kein Schwarmtrieb entsteht, wurde das Bienenvolk geteilt und so neue Ableger gebildet.
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