Bad Rodach
Seniorenarbeit

Laufen, Lernen, Lachen im Alter für Bad Rodach

Ein Pilotprojekt soll helfen, älteren Menschen in Bad Rodach ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben bis ins hohe Alter zu ermöglichen.
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Zum Auftakt des Pilotprojekts "Mehr Wohlbefinden und Lebensqualität im Alter" erklärte Franz Müntefering in Bad Rodach, worauf es ankommt, wenn dieser Anspruch für Senioren erfüllt werden soll.Rainer Lutz
Zum Auftakt des Pilotprojekts "Mehr Wohlbefinden und Lebensqualität im Alter" erklärte Franz Müntefering in Bad Rodach, worauf es ankommt, wenn dieser Anspruch für Senioren erfüllt werden soll.Rainer Lutz

Es klingt recht einfach, wenn Franz Müntefering erklärt, worauf es ankommt, um bis ins hohe Alter gesund am Leben teilhaben zu können. Bei seinem Impulsreferat zum Auftakt des Pilotprojektes "Mehr Wohlbefinden und Lebensqualität im Alter" in der Bad Rodacher Gerold-Strobel-Halle, sprach der Vorsitzende der BAGSO von seinen "drei L".

Die stehen für "Laufen, Lernen und Lachen". Was sich einfach anhört, ist es allerdings nicht überall. Die BAGSO will helfen, die Situation der älteren Menschen zu verbessern. Laufen, das heißt für Franz Müntefering schlicht Bewegung. Damit Senioren in Bewegung bleiben, ist es hilfreich, wenn sie dies mit der Pflege sozialer Kontakte verbinden. Dafür sind Voraussetzungen nötig. Lernen heißt ebenfalls, Gemeinschaft mit anderen zu suchen und erst recht gilt das für das Lachen.

Die BAGSO, sagt Müntefering, setze sich dafür ein, dass die Bundespolitik den Kommunen mehr Spielraum ermöglicht, diese Voraussetzungen zu schaffen.

Bad Rodach sieht Bürgermeister Tobias Ehrlicher da schon auf einem guten Weg: "Ich merke, dass wir in Bad Rodach schon einiges richtig machen." Therme, Fitnessstudio, Wanderwege und Angebote der Volkshochschule geben vielfache Möglichkeit für die beiden "L" Laufen und Lernen. Und an Möglichkeiten, sich zu treffen und gemeinsam fröhlich zu sein, bietet die Stadt ebenfalls einiges. Allen voran nennt Ehrlicher das Mehrgenerationenhaus. Was nicht heiße, dass nicht noch etwas verbessert werden kann. Daher habe sich die Stadt um das um das Pilotprojekt beworben.

Dr. Ulrike Eigner von BAGSO wird nun bis Januar gemeinsam mit den Bürgern in Bad Rodach Ideen entwickeln und Ziele setzen. Für einen Seniorennachmittag sind dafür Mitte November bereits über 1000 Senioren in die Gerold-Strobel-Halle eingeladen. "Bei den Senioren sind ja viele dabei, die sehr fit sind und Angebote machen können", ist sie überzeugt. Die ehrenamtlichen Engagements dann zu vernetzen und möglichst vielen Nutzern zugänglich zu machen, ist das Ziel der Strategieplanung, die bis Januar eingereicht werden muss.

Awo-Geschäftsführer Carsten Höllein freut sich besonders, dass im Zuge des Projekts Bad Rodach auch als eine von 30 kommunen für das Programm "Im Alter IN FORM" ausgewählt wurde. Dr. Daniela Muhr-Becker mit ihrem Team möchte dabei den Senioren eine optimale Ernährung nahebringen. "Man kann sich gesund ernähren, ohne auf Genuss zu verzichten", ist sie überzeugt und betont unter anderem, wie gesund Fisch vor allem auch für Ältere im Speiseplan wirkt.

Doch auch, damit sich ältere Menschen gesund ernähren können, sind Voraussetzungen nötig. Und die sieht Franz Müntefering noch sehr unterschiedlich verteilt in der Republik. Der Aktionsradius, er spricht von "Lebenskreis" schrumpfe für ältere auf zwei bis drei Kilometer. Wer nicht mehr berufstätig sei, müsse alles, was er zum Leben braucht in diesem Radius finden. Lieferdienste könnten diese Versorgung nicht ersetzen. Denn "Einkaufen ist auch Kultur, ist Kontakte pflegen", weiß Müntefering. Für entsprechende Strukturen zu sorgen, ist für ihn Aufgabe der Regierungen in Bund und Ländern. Wenn Senioren fragen, was sie tun können, dann sagt er ihnen: "Ihr müsst für Enkelkinder sorgen, die gut ausgebildet werden, damit Deutschland ein Wohlstandsland bleiben kann."

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