Waischenfeld
Zölibat

Fränkischer Pfarrer tritt wegen Beziehung zurück - nun reagiert das Erzbistum Bamberg

Der Waischenfelder Pfarrer Rajesh Lugun ist aufgrund eines Beziehungswunsches zurückgetreten. Nun reagierte auch das Erzbistum Bamberg und entband Lugun von seinen kirchlichen Ämtern.
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Er, Pfarrer, wollte eine Beziehung. Weil ihm die Kirche keine Wahl gelassen hat, tritt er nun zurück. So kann er mit einer Frau zusammenleben. Seit 2015 war Pater Rajesh Lugun in Waischenfeld.  Foto:  Weichert
Er, Pfarrer, wollte eine Beziehung. Weil ihm die Kirche keine Wahl gelassen hat, tritt er nun zurück. So kann er mit einer Frau zusammenleben. Seit 2015 war Pater Rajesh Lugun in Waischenfeld. Foto: Weichert

Waischenfelder Pfarrer tritt wegen Beziehungswunsch zurück: Der Pfarradministrator der Pfarreien Waischenfeld, Nankendorf und Hochstahl, Pater Rajesh Lugun, kann seinen Dienst als Seelsorger in diesen Gemeinden und im Seelsorgebereich Fränkische Schweiz Nord nicht mehr ausüben.

Nun ist Lugun auch offiziell von seinen kirchlichen Ämtern entbunden worden. Pater Rajesh Lugun war kurz vor dem Jahreswechsel von sich aus zurückgetreten, da er eine Beziehung zu einer Frau eingegangen war. Eine entsprechende Erklärung von Pater Lugun an seine "lieben Pfarrangehörigen" war während der Gottesdienste in diesen Pfarreien verlesen worden.

Traurig und bedrückt während der vergangenen Wochen

Wie der äußerst beliebte , aus Indien stammende Pfarrer darin mitteilt, sei er in den vergangenen Wochen traurig und bedrückt gewesen; seelisch und psychisch ging es ihm sehr schlecht.

Momentan befinde er sich deshalb auch in stationärer Behandlung. Weiter teilt Lugun mit, dass er "leider menschlich schwach wurde und eine Beziehung mit einer Frau eingegangen ist". Das habe große Auswirkungen auf seine Berufung und habe ihn in eine seelische Krise gestürzt. Deshalb sehe er sich nicht mehr in der Lage, seinen Dienst als Seelsorger, den er immer mit Freude versehen habe, weiter auszuüben.

Pfarrer bittet Gläubige um Verzeihung

Mit den Verantwortlichen des Erzbistums und seines Ordens war er aber in Kontakt, um die weiteren Schritte zu klären. Dies scheint nun erfolgt zu sein: Wie das Erzbistum Bamberg am Mittwoch mitteilte, wurde Pater Rajesh Kumar Lugun (MSFS, Missionare des hl. Franz von Sales) nach Weisung der Ordensoberen mit Wirkung vom 1. Januar von seinen Aufgaben als Administrator der Pfarreien Waischenfeld, Nankendorf und Hochstahl entpflichtet.

Die Gläubigen seiner drei Pfarreien bittet er um Verzeihung, dass "er ihr Vertrauen verletzt und sie enttäuscht habe". Gleichzeitig dankt er seinen Pfarrkindern für alles Gute, was sie für ihn getan haben. "Ich bleibe immer im Gebet mit Ihnen verbunden", schließt Pater Lugun seine Erklärung.

Die Vertretungsfrage sei bereits geregelt worden,da für Januar 2020 bereits die Urlaubsvertretung für Pater Lugun eingeplant war. So könnten die ersten Wochen überbrückt werden, bis eine dauerhafte Lösung gefunden sei. "Alles Weitere wird sich dann im ergeben", erklärt Wirth.

Bürgermeister bedauert Rückzug

Bürgermeister Edmund Pirkelmann ((BBS) hat vom Rückzug des Pfarrers erfahren und bedauert diesen Schritt sehr. Denn Rajesh Lugun ist ein ausgezeichneter Pfarrer und hervorragender Seelsorger, der es innerhalb kürzester Zeit geschafft habe, die Lücken zu schließen, die in den drei Pfarreien entstanden waren.

Auch für die weltliche Gemeinde sei die Zusammenarbeit mit dem Pfarrer immer sehr gut gewesen, betont der Bürgermeister. Ende des Jahres hatte er mitgeteilt, er fände es sehr schade, wenn man auf so einen guten Pfarrer verzichten müsste. Bei Jung und Alt sei Lugun sehr gut angekommen; beispielhaft seien seine vielen Projekte mit der Jugend, betont Pirkelmann. Er möchte Lugun ("Zölibat hin oder her") gern weiter als Pfarrer sehen. Dies scheint nun vom Tisch zu sein.

Vita von Pater Rajesch Lugun

Der Geistliche wurde am 8. Dezember 1977 im ost-indischen Bundesstaat Odisha geboren. Am 13. Januar 2006 wurde Lugun in Indien zum Priester geweiht. Seit 15. September 2008 ist der Geistliche in Deutschland und war bis 8. Juni 2009 in Rehau und bis 31. August 2011 in Seßlach als Seelsorgehelfer tätig. Vom 1. September 2011 bis 31. August 2012 war er Kaplan in Seßlach und vom 1. September 2012 bis 31. August 2015 Pfarrvikar in der Pfarreiengemeinschaft Seßlach.

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