Baunach
Basketball

Abschied mit Anstand

Nach dem besiegelten Abstieg wollen die Baunach Young Pikes die Saison in der Pro A vernünftig beenden. Einen personellen Umbruch wird es wohl nicht geben.
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Zwei, die bei den Baunach Young Pikes in die Bresche springen mussten, im Gespräch: Trainer Mario Dugandzic, der Felix Czerny als Headcoach ablöste, und Aufbauspieler Marvin Heckel, der nach dem Ausfall von William McDowell-White in seiner ersten ProA-Saison viel mehr Verantwortung übernehmen musste als vorgesehen war. Foto: sportpress
Zwei, die bei den Baunach Young Pikes in die Bresche springen mussten, im Gespräch: Trainer Mario Dugandzic, der Felix Czerny als Headcoach ablöste, und Aufbauspieler Marvin Heckel, der nach dem Ausfall von William McDowell-White in seiner ersten ProA-Saison viel mehr Verantwortung übernehmen musste als vorgesehen war. Foto: sportpress

Der Abstieg hatte sich seit Wochen angebahnt, seit Sonntagabend ist er Realität. Nach fünf Jahren in der zweithöchsten Spielklasse müssen die Basketballer der Baunach Young Pikes am Saisonende den Weg zurück in die ProB antreten. Das 60:83 gegen den Tabellenzweiten MLP Academics Heidelberg, die 14. Niederlage in Folge, hat das Schicksal des Farmteams von Brose Bamberg besiegelt.

"Wir haben keine Wege gefunden, auf die lange Niederlagenserie zu reagieren und mit dem einen oder anderen Sieg dazwischenzugrätschen. Es war klar, dass es eng wird, wenn du in eine solche Negativspirale gerätst. Das war das Problem", meint Trainer Mario Dugandzic. Der 33-Jährige hatte im Vorjahr das beinahe Unmögliche möglich gemacht, als er nach der Trennung von Fabian Villmeter vom Assistenten zum Chefcoach aufstieg und das Team noch zum Klassenerhalt führte. In dieser Spielzeit kam der Trainerwechsel zu spät. Dugandzic übernahm erst nach der 58:88-Pleite im Kellerduell beim vermutlichen Mitabsteiger in Hanau, die die Trennung von Felix Czerny zur Folge hatte, vor zwei Wochen wieder das Kommando.

Nun gilt es, sich in den verbleibenden vier Spielen anständig aus der ProA zu verabschieden. "Natürlich ist die Stimmung nicht gut. Die Jungs sind schon seit längerer Zeit geknickt. Wir versuchen, Wege zu finden, um sie wieder aufzurichten", sagt Dugandzic.

"Wir werden für alles bestraft"

Unabhängig vom Tabellenstand müsse das Team "verstehen, was wir hier eigentlich machen. Wir sind ein junges Team mit jungen Spielern, da geht es um Gewohnheiten. Offensichtlich haben wir keine guten Gewohnheiten, wenn wir so verteidigen wie heute und am Freitag. Wir werden für alles bestraft, was wir falsch machen. Unsere Motivation muss es sein, besser zu werden."

Dem jüngsten Team der Liga fehlten in dieser Saison die Anführer. Zudem war es vom Verletzungspech gebeutelt. Center Eddy Egidin zog sich bereits vor Saisonstart einen Kreuzbandriss zu. Nico Wolf stieß nach auskurierter Knieverletzung erst zu Jahresbeginn zum Team, aus dem sich fast zeitgleich Kay Bruhnke mit einem Mittelfußbruch verabschiedete.

Der als Anführer vorgesehene William McDowell-White, in der Vorsaison zum besten jungen Spieler der ProA gekürt, absolvierte wegen langwierigen Achillessehnenbeschwerden nur sieben Spiele für die Young Pikes und löste seinen Vertrag schließlich aus persönlichen Gründen auf. "Gerade auf der wichtigen Aufbauposition haben wir mit Will einen Leader verloren. Er hat ein Riesenloch hinterlassen", erklärt Dugandzic.

Trotz des Abstiegs wird es bei den Baunachern wohl keinen großen personellen Umbruch geben. "70 bis 80 Prozent der Spieler haben ja noch einen Vertrag", sagt Yassin Idbihi, Leiter des Nachwuchsprogramms von Brose Bamberg. Wahrscheinliche Abgänge sind wohl der lettiche Nationalspieler Kristian Kullamäe und der tschechische Center Adam Pechacek, deren Kontrakte auslaufen. Henri Drell, der mit im Schnitt über 28 Minuten die meiste Einsatzzeit bei den Young Pikes erhält und mit 13,2 Punkten zweitbester Scorer ist, dürfte den Baunachern erhalten bleiben, auch wenn er allmählich ans Brose-Team in der Bundesliga herangeführt werden soll.

An einen sofortigen Wiederaufstieg verschwenden die Verantwortlichen keinen Gedanken. "Für ein Farmteam ist es nicht das vorrangige Ziel, aufzusteigen. Das Ziel ist, dass die Jungs besser werden. Und die ProB ist auch eine gute Liga, in der man junge Spieler entwickeln kann", meint Idbihi.

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