Herrnsdorf
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Neun Feuerwehren löschten in Herrnsdorf

Ein Brand, der auf die benachbarten Gebäude und Scheunen übergreifen und im schlimmsten Fall den ganzen alten Ortskern in Flammen aufgehen lassen könnte, war das Szenario bei einer Großübung.
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m Anwesen Windfelder war der "Brand" ausgebrochen. Die Feuerwehren versuchte, ihn einzudämmen. Dabei kam auch die Hirschaider Drehleiter zum Einsatz. Foto: Evi Seeger
m Anwesen Windfelder war der "Brand" ausgebrochen. Die Feuerwehren versuchte, ihn einzudämmen. Dabei kam auch die Hirschaider Drehleiter zum Einsatz. Foto: Evi Seeger
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Die Situation war extrem gefährlich! Im Anwesen Windfelder war ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr Herrnsdorf versuchte, ihn einzudämmen. Doch die dichte Bebauung ringsum macht den Einsatzkräften Sorge: das Feuer könne auf die benachbarten Gebäude und Scheunen übergreifen. Der ganze alte Ortskern könnte in Flammen stehen.

Wie wäre das im Ernstfall? Ein solcher Einsatz müsse unbedingt geprobt werden, fand die Kreisfeuerwehrführung, darunter auch der örtlich zuständige Kreisbrandmeister Bernhard Schlicht. In einer Großübung mit neun Wehren wurde jetzt der Ernstfall geprobt. Dabei galt es, herauszufinden, wo im dicht bebauten Ortskern die Drehleiter am besten positioniert werden kann.

Der Platz vor dem Gasthaus Barnickel wird nach Süden durch das gut 13 Meter hohe Brauhaus begrenzt. Praktisch eine Hürde, die es zu überwinden gilt, um die dahinter liegenden Gebäude "zu halten". Vor dem Übergreifen des Feuers müssten im Ernstfall auch die Gastwirtschaft, der Saal, das Nachbaranwesen und zwei Scheunen geschützt werden.

"Es hat geklappt", zeigte sich am Ende der Großübung Kreisbrandinspektor Reinhold Schumm zufrieden. Die gesteckten Ziele seien erreicht worden. "Was wir erkennen wollten, wissen wir jetzt!" Zum Beispiel, dass der Standort der 30-Meter-Drehleiter der Hirschaider Wehr auf dem Platz vor dem Gasthaus "passt". Und auch, dass die Wasserversorgung aus der Reichen Ebrach zusammen mit der Versorgung aus dem Hydranten der Aurachgruppe "mehr als ausreichend ist".

Und noch etwas wurde eingeübt: Ein "Bereitstellungsraum" für die Feuerwehren, die aus den umliegenden Ortschaften zum "Brand" geeilt waren. Sie warteten in der alten Dorfstraße, um über Funk gezielt abgerufen zu werden. "Damit sie nicht blindlings in die Einsatzstelle fahren", erklärte der Kreisbrandinspektor. Denn dann würde in dem beengten alten Ortskern gar nichts mehr gehen. Schließlich müsse im Ernstfall auch mit verletzten Personen gerechnet werden und der Sanitätsdienst müsse die Möglichkeit haben, an den Brandort zu kommen.

Dass es gelungen ist, "eine Widerstandslinie zum Schutz der umliegenden Gebäude aufzubauen", freute auch den Herrnsdorfer Kommandanten Christian Dauer. Zwei Feuerwehrleute mit Atemschutz stiegen dafür in den Korb der Drehleiter, die sich weit über das alte Brauhaus hinaus in den Himmel streckte. Aus dieser Höhe konnten alle gefährdeten Gebäude gut erreicht und geschützt werden.

Der Dank des Kreisbarndinspektors, dem zusammen mit dem örtlichen Kommandanten die Einsatzleitung oblag, gilt allen Anwohnern für ihr Verständnis. Die Übung war zuvor nicht bekannt gegeben worden. Aus den Feuerwehren Herrnsdorf, Röbersdorf, Hirschaid, Frensdorf, Pommersfelden, Steppach, Reundorf, Vorra und Sambach waren 110 Feuerwehrleute im Einsatz, darunter auch Frensdorfs Bürgermeister Jakobus Kötzner. Insgesamt wurden etwa 900 Meter Schlauchleitungen gelegt, davon vier Leitungen zur Reichen Ebrach.
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