Bad Kissingen
Kurorchester

Der Neue kommt aus Wien

Nach dreimonatiger Vakanz hat das Bad Kissinger Kurorchester ab 1. März einen neuen Leiter.
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Kurdirektor Frank Oette (links) und Kurt Rieder, Vorsitzender des Fördervereins Kurorchester (rechts) heißen Burghard Toelke als neuen Leiter des Kurorchesters willkommen. Foto: Staatsbad Bad Kissingen GmbH
Kurdirektor Frank Oette (links) und Kurt Rieder, Vorsitzender des Fördervereins Kurorchester (rechts) heißen Burghard Toelke als neuen Leiter des Kurorchesters willkommen. Foto: Staatsbad Bad Kissingen GmbH
Nach dreimonatiger Vakanz hat das Bad Kissinger Kurorchester ab 1. März einen neuen Leiter. Der Violinist Burghard Toelke wird am 6. März zum ersten Mal beim Frühkonzert des Orchesters in der Wandelhalle mit dabei sein. Geboren ist der 35-Jährige in Hannover. In Deutschland begann er auch seine musikalische Ausbildung (Weimar und Detmold). Später siedelte er während des Studiums nach Österreich (Wien) über, wo er bis jetzt tätig war.


Mehrstufiges Auswahlverfahren

Die Stelle der Ersten Violine im Kurorchester wurde Mitte Juni 2017 offiziell ausgeschrieben, nachdem bekannt geworden war, dass Orchesterleiterin Elena Iossifova gekündigt hatte. Vertraglich war sie jedoch noch bis Ende November gebunden. Die Stelle ist also nun bis zur Wiederbesetzung drei Monate vakant. Dennoch musste rechtzeitig für Ersatz gesorgt werden. Die Bewerberzahl für die zunächst auf fünf Jahre befristete Stelle sei übersichtlich gewesen, hieß es im Herbst. Umso erfreulicher also, dass sich mit Burghard Toelke nun eine qualifizierte Persönlichkeit fand, mit der die Musiker beschwingt in die Zukunft gehen können.
Das Auswahlverfahren für den Posten der Orchesterleitung sei mehrstufig durchgeführt worden, heißt es von Seiten der Staatsbad Bad Kissingen GmbH. Man habe dabei unter anderem auch auf die musikalische Expertise von Tilman Schlömp, Intendant des Kissinger Sommers, gesetzt. "Mit Burghard Toelke haben wir jetzt einen jungen, dynamischen und ausdrucksstarken Mann an der Spitze des Kurorchesters, der aufgrund seines musikalischen Könnens und seiner Bühnenpräsenz die hohe Qualität des Kurorchesters halten und neue, eigene Ideen einbringen wird", teilt Kurdirektor Frank Oette mit.
Fördervereinsvorsitzender Kurt Rieder hatte offenbar nicht so schnell damit gerechnet, dass man einen neuen Leiter finden würde, der den Ansprüchen des Kurorchesters gerecht wird. Nachdem er Toelke zum ersten Mal hatte spielen hören, sei er jedoch von dem "virtuosen Geiger" begeistert gewesen.
Man wird Burghard Toelke wohl schon öfter im Leben gefragt haben, wann er denn gemerkt habe, dass er musikalisch ist. Eins steht jedenfalls fest: Mit acht Jahren bekam er in Bad Pyrmont den ersten Geigenunterricht. Nach den Anfängen des Studiums in Deutschland machte er an der Kunst- und Privatuniversität in Wien den "Master of Art" und den "Master of Art Education" und studierte bei in Musikerkreisen renommierten Persönlichkeiten, wie Norbert Brainin (Amadeus Quartett) und Florian Zwieauer (Wiener Symphoniker).


In namhaften Orchestern

Der Violinist war Konzertmeister des "Ensemble Wienklang" und Lehrer für Violine und Viola am Oberösterreichischen Landesmusikschulwerk. Und natürlich tritt er immer wieder in namhaften Orchestern auf, wie der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie, den Hamburger Symphonikern, dem English Chamber Orchestra, dem Trondheim Symfonieorkester und den Göttinger Symphonikern. Seine solistischen Konzerttourneen führten ihn auch regelmäßig ins Ausland, wie zum Beispiel nach Japan oder in den Iran. Toelke freue sich, nach Angaben der Staatsbad Bad Kissingen GmbH, auf die bevorstehende Zeit beim Kurorchester. Leicht dürfte es für ihn nicht werden, denn er wird sicher an seiner Vorgängerin Elena Iossifova gemessen werden, die dem Kurorchester in gewissem Sinn neuen Schwung gab, das Ensemble ins Guinness-Buch der Rekorde brachte und sich auch mal moderner Konzertliteratur zuwandte. Das ging hin bis zu gewagten Versuchen, Klassik und Pop auch den Gästen in der Kurstadt Bad Kissingen schmackhaft zu machen. Toelke habe aber auch schon anklingen lassen, dass er das "Repertoire des Kurorchesters erweitern" und die "Einzigartigkeit des Ensembles stärken" will. ikr


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