Bad Kissingen
Ausstellung

Einblicke in die Bad Kissinger Weltbadkultur

Die neue Abteilung im Museum Obere Saline wurde offiziell eröffnet. Die Geschichte der Stadt und die Entwicklung des Bades sind nun umfassend dokumentiert.
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Kulturreferent Peter Weidisch (von links), Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Oberbürgermeister Kay Blankenburg zeigen sich begeistert über die neue Abteilung "Weltbad Bad Kissingen". Foto: Peter Rauch
Kulturreferent Peter Weidisch (von links), Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Oberbürgermeister Kay Blankenburg zeigen sich begeistert über die neue Abteilung "Weltbad Bad Kissingen". Foto: Peter Rauch
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Mit der Eröffnung "Weltbad Bad Kissingen", der neuen Abteilung im Museum Obere Saline, fand der stete Prozess des Ausbaus des Kissinger Museums seinen Abschluss. Im Beisein von Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, dem stellvertretenden Landrat Emil Müller sowie zahlreichen geladenen Gästen öffnete Birgit Schmalz, die Kuratorin dieser Museumsabteilung, erstmals die Türen zu dieser Ausstellung.


Nun 1400 Quadratmeter

Wie der Oberbürgermeister erläuterte, sei damit das Museum Obere Saline, das "Kulturquartier vor den Toren der Stadt", noch größer, noch inhaltsreicher und noch bedeutsamer geworden. Untergebracht ist die neue Abteilung "Weltbad Kissingen" in den bisher freien, immer wieder mit Sonderausstellungen belegten, Räumen im südlichen Hochparterre direkt über dem Gewölbekeller.

Weiter ließ der OB wissen, dass nun die einzelnen Abteilungen des Museums in ihrer Gesamtheit, nun auf 1400 Quadratmetern, die wichtigsten Entwicklungslinien Bad Kissingens abbilden. Die Keimzelle des Museums, das Bismarck-Museum, mit der historischen Bismarck-Wohnung, wurde termingerecht 1998 zum 100. Todestag des Reichskanzlers eröffnet und ist als historischer Originalschauplatz von nationaler Bedeutung. Denn es zeigt doch als einziges Museum eine authentische Wohnsituation Bismarcks. 2006 kamen die Abteilungen "Salz und Salzerzeugung" und "Heilbad Kissingen" dazu. 2011 folgte als weiterer Meilenstein die Spielzeugsammlung von Hilla Schütze.


Bemühung um Unesco-Eintrag

Nun sei zusammen, was zusammen gehört, die Geschichte Kissingens und die Entwicklung des Bades sind im Museum Obere Saline nun umfassend dokumentiert. So könne man nun davon sprechen, dass "ein Museumsbesuch in unserer Oberen Saline nicht nur ein Eintauchen in die Blütezeit des Bades Kissingen vor 100 bis 150 Jahren ist, sondern auch Einblicke in die Bäderkultur gibt, die es zu bewahren gilt", betonte der OB.

Man bemühe sich, auch im Verbund mit anderen Bädern Europas, um den Eintrag in die Welterbeliste der Unesco. Auch die Finanzierung der neuen Museumsabteilung sprach Kay Blankenburg an, und so ging sein Dank an den Bezirkstag, mit seinem Bezirkstagspräsidenten Erwin Dotzel an der Spitze. Finanzielle Mittel kamen auch aus dem "Leader EU-Förderprojekt", denn Bad Kissingen sei "Leader"-Förderstadt. Als dritten Förderpartner erwähnte er die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, denn "ohne die finanzielle Unterstützung anderer wäre der Stadt Bad Kissingen der Museumsausbau nicht möglich gewesen". Zwei weitere Leihgeber erwähnte Kulturreferent Peter Weidisch: zum einen den Golfclub Bad Kissingen, der einen Gold-Pokal von 1914 beigesteuert hat, und zum anderen die Königlich-Privilegierten Freihandschützen von 1458 Bad Kissingen, die einen von König Otto von Griechenland 1858 gestifteten Goldpokal und eine Prunkschale von 1857 zur Verfügung stellten.


Was sind Weltbäder?

Kulturreferent Weidisch stellte die Frage, was denn Weltbäder eigentlich sind. "Das sind, einfach gesprochen, Heilbäder, die mehr zu bieten hatten als andere, die international aufgestellt sind und international agieren sowie von Gästen aus der ganzen Welt besucht werden." Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel stellte fest, dass "Gelder aus der Kulturstiftung nicht an Kissingen vorbeigehen - Kissingen habe es verdient". Denn, "wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht begreifen", dies stellte schon vor Jahren ein Kultusminister fest. So gebrauchte auch Dotzel diesen Ausspruch.


Lieblingsbäder gekrönter Häupter

Nicht unerwähnt ließ der Präsident, dass in den letzten 16 Jahren über 12,5 Millionen Euro in die Aschacher Museen geflossen seien. "Die Uhr wird nicht stillstehen, es wird weitergehen und weiter investiert werden in diese neue mediale Einrichtung." Zehn Millionen Euro würde der Bezirk jedes Jahr investieren auch, damit "die Stadt Bad Kissingen wieder Profil gewinnt und an das Weltbad anknüpfen kann". Nach solchen Zahlen tat sich stellvertretender Landrat Emil Müller (CSU) fast etwas schwer. Nach eigenen Worten "hat der Landkreis nur einen bescheidenen Anteil zur Ausstellung beigetragen. Hier wurde, an authentischer Stelle, ein Stück der Vergangenheit, der guten alten Zeit, wieder sichtbar gemacht", stellte Müller fest.

Bevor sie die Tore zur neuen Abteilung öffnete, ging Kuratorin Birgit Schmalz auf den Begriff Weltbad ein und beleuchtete ihn von allen Seiten. Sie ließ auch im Raum stehen, "was ist geblieben vom damaligen Kurgast?" Weltbäder waren die Lieblingsbäder gekrönter Häupter und standen in technischen Neuerungen oftmals den Großstädten nicht nach. Dass Kissingen Weltbad wurde, lag vor allem am Willen des Bayerischen Königshauses.


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