Je nach geografischer Lage wäre es für manche Länder besser, bei der Sommerzeit zu bleiben. Bereits vor einigen Jahren erklärte der damalige Europaabgeordnete der SPD, Ismail Ertug, gegenüber der Tagesschau: "Es gibt Länder, die haben überhaupt kein Interesse, das zu verändern, weil es da ganz gut funktioniert. Es gibt aber auch Länder im Norden zum Beispiel, die sagen: Wir brauchen die Winterzeit, damit es im Winter früher hell wird." Aus gesundheitlicher Sicht wäre das ebenfalls schlecht. Schon jetzt macht sich die Umstellung bei vielen Menschen als "Mini-Jetlag" bemerkbar.
Halbe Sommerzeit in der EU? So geht es mit der Zeitumstellung weiter
Zu der weiter unveränderten Problematik mit der Abstimmung in der EU hat sich zuletzt auch der EU-Abgeordnete der SPD, Thomas Ruder, geäußert: "Während die nordischen Länder einer dauerhaften Winterzeit den Vorzug geben, tendieren die südlichen Staaten eher zur Beibehaltung der Sommerzeit. Eine der größten Herausforderungen besteht darin, eine zersplitterte Zeitlandschaft in Europa zu vermeiden, die Koordination erschweren würde. Es scheint, dass die Diskussion um die Zeitumstellung uns noch für einige Zeit begleiten wird."
Eine weitere Alternative, die in Brüssel diskutiert wird, ist die "halbe Sommerzeit". Diese würde eine halbe Stunde nach der Sommerzeit und eine halbe Stunde vor der Winterzeit. Auch eine neue Einteilung der Zeitzonen in der EU wäre denkbar. Ein internationales Forscherteam hat dazu ein Konzept erarbeitet.
Die Idee war zunächst, eine Folgenabschätzung durchzuführen. Doch nicht mal darauf konnte man sich auf EU-Ebene einigen. Deutschland und andere Mitglieder sehen Brüssel in der Verantwortung. Die EU-Kommission meint dagegen, das sei Sache der Mitgliedsstaaten. Schließlich würden diese die nationalen Eigenheiten besser kennen. Wie geht es jetzt also weiter? Erstmal hängt es weiterhin am Rat der EU, eine gemeinsame Position bekanntzugeben. Dazu muss das Thema aber erst einmal wieder auf der Agenda landen. Immerhin: Ein litauischer Beamter beteuerte im Gespräch mit der AFP, sein Land wolle das Thema oben auf die Tagesordnung setzen, wenn es den Vorsitz im Rat der EU innehat. Litauen ist aber erst Anfang 2027 an der Reihe.
Abschaffung soll Energie sparen: Wieso gibt es noch Winter- und Sommerzeit?
Seit 1980 gibt es die Zeitumstellung – und der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger scheint sie lästig geworden zu sein. So kam eine nicht repräsentative Online-Befragung der EU-Kommission aus dem Jahr 2018 unter 4,6 Millionen Europäern und Europäerinnen zu einem eindeutigen Ergebnis: 84 Prozent stimmten für die Abschaffung der Zeitumstellung. Es ist jedoch zu beachten, dass die 4,6 Millionen Befragten nur rund ein Prozent der EU-Bevölkerung ausmachen.
Dennoch hatte die Umfrage ein Nachspiel. Das EU-Parlament sprach sich dafür aus, die Zeitumstellung abzuschaffen. Neben der nicht repräsentativen Umfrage trugen auch Forderungen aus der Bevölkerung, den Mitgliedsstaaten und eine Reihe von Studien zu der Entscheidung bei. Es stellte sich zum Beispiel heraus, dass die Zeitumstellung gar keine Energie spart – ehemals der Hauptgrund für ihre Einführung. Schon im März 2021 sollte die Zeit dann zum letzten Mal umgestellt werden – doch es passierte nichts.
Durch die Energiekrise sind die Rufe nach Abschaffung 2021 wieder lauter geworden. Kritiker nutzten dabei ironischerweise genau dasselbe Argument, wie zur Einführung der Zeitumstellung: Energie sparen. Dafür soll es dauerhaft bei der Sommerzeit bleiben. "Je heller es abends ist, desto weniger Strom wird verbraucht", erklärt Korbinian von Blanckenburg, Professor an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, in der "Rheinischen Post". Das Einsparpotenzial liege bei bis zu 700 Millionen Euro. Ganz so einfach ist es aber doch nicht.
Gründe für die Abschaffung der Zeitumstellung
Es dürfe nicht nur der Stromverbrauch zu Hause berücksichtigt werden, wie Christoph Mordziol vom Umweltbundesamt im Gespräch mit der Deutsche Presse-Agentur betont. "Bei geändertem Freizeitverhalten kann man annehmen, dass Aktivität außerhalb des Hauses zu Energieverbrauchssteigerungen im Verkehrs- und im Freizeitsektor führt." Dann wären wir also wieder beim gleichen Problem wie jetzt. Während der Sommerzeit wird am Abend weniger Strom mit Licht verbraucht, im Frühjahr und Herbst wird dafür in den Morgenstunden mehr geheizt. Der Energiespar-Effekt hebt sich also auf. Tipps, wie du wirklich Energie sparen kannst, findest du hier.
Wenn aber weder die Zeitumstellung, noch ihre Abschaffung Energie sparen, ist das nicht automatisch ein Grund, alles beim Alten zu belassen. Die EU-Kommission hatte wie bereits erwähnt mehrere Beweggründe für ihren Vorschlag, zum Beispiel gesundheitliche. Zwar gebe es Studien, "dass die Sommerzeit in Verbindung mit mehr Freizeitaktivitäten im Freien positive Auswirkungen haben könnte", heißt es laut dpa von der Behörde. Aber es gebe auch Forschungsergebnisse, die darauf hindeuteten, dass gesundheitliche Auswirkungen wie auf den Biorhythmus gravierender sein könnten als bisher angenommen.
In Vergessenheit geraten ist das Thema aber noch lange nicht, vor allem in Deutschland. Allein 3 Millionen der über 4 Millionen Stimmen der Umfrage von 2018, die den EU-Vorschlag ins Rollen brachte, stammten aus Deutschland.
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Die „normale „ Winterzeit sollte bleiben. In der EU macht so gut wie jedes Land was es will, da kommt es auf unterschiedliche Zeiten definitiv nicht an. Mit ein bisschen mehr nachdenken sollte das zu schaffen sein! Winterzeit deshalb: die größtmögliche Tageslichtausbeute in Deutschland.
Sparen durch die Sommerzeit ist einfach Blödsinn. Sparen durch die Winterzeit ebenso. Sparen kann nur jeder selbst. Die EU spart uns jedenfalls gar nichts! Ganz im Gegenteil.
Was geschieht eigentlich wenn Deutschland die Zeitumstellung nicht mehr mitmacht? Gibt´s dann „Sanktionen“? Oder eine hohe Geldstrafe? Oder weiß das eigentlich keiner so ganz genau?
Monoman, so ein toller Verein …
Und gerade zur Zeiten wie der Energiekrise, Inflation, Heizmaterialkosten würde die dauerhafte Sommerzeit einiges einsparen.
Aber nein, dann kommen so hirnrissige Ratschläge wie Tempo 30, anstatt dafür zu sorgen, dass der Verkehr flüssiger wird ,z.B. Anpassung der Ampelschaltungen für grüne Wellen, so dass man weniger anfahren und stoppen muss. Verringert Verschleiß und verbraucht weniger Sprit.
Man sieht wieder einmal was bei dieser EU in ihren schicken Glaspalästen heraus kommt. Nicht einmal bei einem so trivial klingenden Fall gibt es eine geschlossene einheitliche Lösung. Immer nur reden,reden,reden und vertragen. Ich würde dieses Bürokratiemonster und geldverschlingende EU Parlament abschaffen, da würde man mehr einsparen. Diese Parlamenarier*innen sind sich nur alle bei ihren Gehaltsabschlüssen einig und einer Meinung. Aber der deutsche "Michl" bezahlt die ganze Show. Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Aber wenn schon auf nationalen Problemen kein Konsens mehr gefunden wird, wie soll dieses dann auf internationalen Bühnen stattfinden. Frei nach dem Motto, man müsste es so tun, man könnte es so tun und sollte es so tun. Aber passieren tut gar nichts mehr.