Haarausfall kann belastend sein. Viele Menschen weltweit sind davon betroffen oder kommen im Laufe ihres Lebens damit in Berührung. Längst gibt es zahlreiche Mittel und Wege, dem lästigen Problem entgegenzuwirken - beispielsweise Medikamente oder Transplantationen. Allerdings verlangsamen sie den Haarausfall nur oder sind mit hohen finanziellen Kosten verbunden - eine Haartransplantation kann je nach Größe und Fläche zwischen 2000 bis 10.000 Euro kosten.

Amerikanische Wissenschaftler*innen der University of California haben jetzt ein Protein - TGF-beta - entdeckt, das Hoffnung macht, Haarausfall nicht nur effektiv stoppen zu können, sondern auch das Nachwachsen der Haare anzuregen.

Haarausfall - ein Protein als Auslöser und Hilfsmittel

TGF bedeutet: Transforming Growth Factor (Transformierender Wachstumsfaktor) und ist laut der Studie ein Protein, das das Wachstum der Haarfollikel - Strukturen, die die Haarwurzel umgeben und das Haar in der Haut verankern - steuert. Interessant ist:  gleichzeitig bestimmt es aber auch über das Absterben dieser Follikel:  "TGF-beta hat damit zwei gegensätzliche Funktionen. Es hilft den Haarfollikelzellen, neues Leben zu produzieren, und später hilft es, die Apoptose, den Prozess des Zelltods, zu steuern", so die Co-Autorin der Studie Qixuan Wang in einer Mitteilung der Universität.

Wie bei vielem im Leben macht auch bei dieser Chemikalie die Menge den Unterschied: Ist die Konzentration von TGF-beta zu hoch, führt sie der Studie nach zu Haarausfall. Ist sie genau richtig, lässt sie neue Haare wachsen.

Mit der Studie kommt jetzt auch etwas Hoffnung für die Menschen, die unter den Folgen von Haarausfall leiden: Haarfollikel - deren Bestandteil TGF-beta ist - enthalten Stammzellen, die sich in alle möglichen Zellen umwandeln lassen. Selbst wenn ein Follikel sich selbst abtötet, überlebt nach Wang, sein Stammzellenreservoir. Würden diese Zellen ein Signal zur Neubildung erhalten, könnten sie sich wieder aktivieren lassen und einen neuen Follikel bilden.

Das richtige Signal als Schlüssel

Sollte es also den Wissenschaftler*innen möglich sein, dieses Signal künstlich zu erzeugen, wäre ein Schlüssel gegen Kahlköpfigkeit gefunden und für viele Menschen die Angst vor Haarausfall im Grunde per se. Darüber hinaus spricht Wang über die Möglichkeit, ihrer Arbeit auch auf weiteren Gebieten hilfreich sein zu können - beispielsweise bei der Beschleunigung von Wundheilung. Wann und wie die Ergebnisse der Studie in der Praxis verwertbar sind, ist aber zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

Übrigens: Warum sich Haarfollikel selbst abtöten, ist nicht klar. Laut einem Beitrag beim Sender ntv, gibt es die Theorie, dass es sich dabei um eine vererbte Eigenschaft von Tieren handelt, die ihr Fell abwerfen, um heiße Sommertemperaturen zu überleben oder die versuchen sich auf diesen Weg zu tarnen.

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