Großer Speicher trotz 800-Watt-Grenze – sinnvoll oder Geldverschwendung? Wir vergleichen Anker Solarbank 4, Hoymiles 4020X und EcoFlow STREAM 5000 bei Solarway.
Balkonkraftwerk-Speicher werden immer größer – doch was bringt eine Kapazität von 4 oder 5 Kilowattstunden, wenn die Einspeiseleistung im steckerfertigen Betrieb auf 800 Watt begrenzt ist? Die Frage klingt berechtigt, denn schließlich darf ein Steckersolargerät im Plug-and-Play-Betrieb nicht mehr als 800 Watt netzgekoppelt abgeben. Viele Interessenten verwechseln dabei Speichergröße, Modulleistung und Einspeiseleistung – und lassen sich von großen Zahlen auf dem Datenblatt verunsichern. Wir klären auf und vergleichen drei aktuelle Speicher, die bei Solarway* als Einzelgerät und im Komplettset erhältlich sind.
Denn die neue Generation der Batteriespeicher für Mini-Solaranlagen hat viel zu bieten: Die Anker SOLIX Solarbank 4 E5000 Pro, die Hoymiles HiBattery 4020X und der EcoFlow STREAM 5000 setzen jeweils auf vier MPPT-Tracker, LiFePO4-Zellen und integrierte Wechselrichter. Alle drei lassen sich modular erweitern und bieten neben dem regulären 800-Watt-Betrieb auch höhere Ausgangsleistungen – unter anderem für den Notstrombetrieb bei Stromausfall. Welche Unterschiede im Detail wichtig sind und für wen sich welcher Speicher lohnt, zeigt unser Vergleich.
Speichergröße, Modulleistung, Einspeiseleistung – wo liegt der Unterschied?
Wer sich mit Steckersolargeräten beschäftigt, stößt schnell auf drei Kennzahlen, die oft durcheinandergeworfen werden. Die Modulleistung (in Watt-Peak) gibt an, wie viel Leistung die Solarmodule unter optimalen Bedingungen maximal erzeugen können – etwa 2.000 Watt Peak bei vier 500-Watt-Modulen.
Die PV-Eingangsleistung beschreibt, wie viel Solarleistung der Speicher beziehungsweise der integrierte Wechselrichter aufnehmen kann. Die Einspeiseleistung hingegen ist der Wert, den der Wechselrichter im jeweiligen Anschlusskonzept tatsächlich ins Hausnetz abgibt. Im hier beschriebenen steckerfertigen Plug-and-Play-Betrieb sind das in Deutschland maximal 800 Watt. Die Speicherkapazität (in Kilowattstunden, kWh) beschreibt, wie viel Energie die Batterie aufnehmen und später wieder abgeben kann.
Das bedeutet konkret: Selbst wenn deine Module 2.000 Watt Peak erzeugen, wird die netzgekoppelte Abgabe im steckerfertigen Betrieb nicht automatisch auf diesen Wert erhöht. Überschüssige Solarenergie kann in den Speicher fließen, sofern noch Kapazität vorhanden ist, die maximale Ladeleistung nicht erreicht wird und die Systemkonfiguration dies unterstützt. Je größer der Speicher, desto mehr überschüssige Energie kannst du grundsätzlich für die Abend- und Nachtstunden sichern. Ein großer Speicher ist also kein Widerspruch zur 800-Watt-Grenze, sondern kann eine sinnvolle Ergänzung sein.
Wie hoch der Eigenverbrauch tatsächlich ausfällt, hängt unter anderem von PV-Leistung, Ausrichtung, Wetter, Speichergröße und dem persönlichen Verbrauchsprofil ab. Hersteller- und Händlerszenarien nennen teilweise Werte von bis zu 90 Prozent. Dieser Wert ist jedoch nicht als allgemeine Alltagserwartung zu verstehen.
Anker SOLIX Solarbank 4 E5000 Pro – der Allrounder mit KI-Steuerung
Die Anker SOLIX Solarbank 4 E5000 Pro* kombiniert einen 5.024 Wh großen Speicher mit vier MPPT-Eingängen und einem integrierten bidirektionalen Wechselrichter. Mit 5 kWh Speicherkapazität bietet sie viel Reserve für die Abend- und Nachtstunden. Vier unabhängige MPPT-Tracker erlauben laut Produktangaben den Anschluss von bis zu zwölf Solarmodulen mit insgesamt 5.000 Watt PV-Eingangsleistung. Das kann bei unterschiedlich ausgerichteten Modulgruppen und mehreren Dachflächen sinnvoll sein.
Das KI-gestützte Energiemanagement berücksichtigt laut Produktangaben unter anderem Wetterdaten, Verbrauchsmuster und dynamische Stromtarife. Im Plug-and-Play-Betrieb speist die Solarbank 4 Pro* 800 Watt netzgekoppelt ein. Mit Wieland-Anschluss, separatem Stromkreis und Installation durch eine Elektrofachkraft sind laut Produktangaben bis zu 2.500 Watt möglich. Bei einem Stromausfall können angeschlossene Verbraucher über den Off-Grid- beziehungsweise Backup-Ausgang versorgt werden. Die Erweiterbarkeit auf bis zu 30 kWh mit stapelbaren BP5000-Modulen bietet zusätzlichen Spielraum.
Die Anker SOLIX Solarbank 4 E5000 Pro im Detail:
Speicherkapazität: 5.024 Wh (LiFePO4), erweiterbar bis 30 kWh
Hoymiles HiBattery 4020X – kompakt, günstig und inselfähig
Die Hoymiles HiBattery 4020X* kombiniert 4 kWh Speicherkapazität, vier MPPT-Tracker und einen 2.500-Watt-Hybridwechselrichter in einem Gehäuse. Mit einem Preis ab rund 999 Euro ist sie die günstigste Lösung im Vergleich. Hoymiles setzt auf LiFePO4-Zellen mit über 8.000 Ladezyklen sowie mehrere integrierte Schutzfunktionen.
Im Balkonkraftwerk-Betrieb speist die HiBattery* 800 Watt ins Hausnetz ein. Über die Off-Grid-Steckdose stehen laut Produktangabe bis zu 2.500 Watt für den Inselbetrieb bereit. Die automatische Notstromumschaltung soll in unter 0,02 Sekunden erfolgen. Welche Verbraucher bei einem Stromausfall tatsächlich weiterlaufen, hängt jedoch von ihrer Leistungsaufnahme, dem Anlaufstrom und der konkreten Systemkonfiguration ab. Die Erweiterbarkeit auf bis zu 16 kWh durch stapelbare Batteriemodule bietet zusätzlichen Spielraum. Die Steuerung erfolgt über die S-Miles Home App, die auch mit Smart-Home-Systemen wie Shelly kompatibel ist.
Die Hoymiles HiBattery 4020X im Überblick:
All-in-One-Speicher
Speicherkapazität: 4.020 Wh (LiFePO4), erweiterbar bis 16 kWh
EcoFlow STREAM 5000 – hohe Ausgangsleistung und großes Erweiterungspotenzial
Der EcoFlow STREAM 5000* ist im Vergleich das Modell mit der höchsten AC-Ausgangsleistung. Mit 5 kWh Speicherkapazität und bis zu 5.000 Watt PV-Eingangsleistung bietet er ähnliche Eckdaten wie die Anker Solarbank 4 Pro. Die AC-Ausgangsleistung liegt laut Produktangabe bei bis zu 3.000 Watt. Dieser Wert darf jedoch nicht mit der im Plug-and-Play-Betrieb zulässigen Netzeinspeisung gleichgesetzt werden.
EcoFlow setzt auf das Energiemanagementsystem OASIS 3.0 mit integriertem KI-Assistenten „EcoBot“, der den Eigenverbrauch auf Wunsch automatisch optimiert. Im Plug-and-Play-Betrieb gelten auch hier 800 Watt Einspeiseleistung. Die Backup-Ausgänge können im Inselbetrieb angeschlossene Verbraucher versorgen. Über das optionale Stream Gateway lassen sich bis zu drei STREAM-5000-Einheiten koppeln. In der entsprechenden Konfiguration sind bis zu 45 kWh Speicherkapazität möglich. Mehr zu dem neuen EcoFlow-Speicher erfährst du in unserem STREAM 5000 Überblicksartikel.
Der EcoFlow STREAM 5000 im Detail:
Speicher mit integriertem Wechselrichter
Speicherkapazität: 5.024 Wh (LiFePO4), erweiterbar bis 45 kWh in einer entsprechenden Gateway-Konfiguration
Die drei Solarspeicher unterscheiden sich vor allem bei Preis, Anschlusskonzept, Ausgangsleistung und Erweiterbarkeit. Die Hoymiles HiBattery 4020X* ist der günstigste Einstieg für neue Anlagen, bei denen die Solarmodule direkt am Speicher angeschlossen werden. Für die Nachrüstung eines bestehenden AC-Balkonkraftwerks sollte vor dem Kauf geprüft werden, ob die AC-Variante oder ein anderes AC-gekoppeltes System besser geeignet ist.
Die Anker SOLIX Solarbank 4 E5000 Pro* richtet sich an Nutzer, die mit 5 kWh Kapazität starten, mehrere Modulgruppen anbinden und den Speicher später auf bis zu 30 kWh erweitern möchten. Der EcoFlow STREAM 5000* punktet mit der höchsten AC-Ausgangsleistung im Vergleich und einem großen Erweiterungspotenzial.
Preisbewusster Einstieg: Hoymiles HiBattery 4020X – ab 988 Euro, 4 kWh und bis zu 16 kWh Erweiterung
Allrounder mit großer PV-Eingangsleistung: Anker SOLIX Solarbank 4 E5000 Pro – ab 1.499 Euro, 5 kWh und erweiterbar bis 30 kWh
Hohe AC-Ausgangsleistung: EcoFlow STREAM 5000 – ab 1.399 Euro, 5 kWh und bis zu 3.000 Watt AC-Ausgang laut Produktangabe
Alle drei Speicher sind bei Solarway als Einzelgerät und im Komplettset mit Solarmodulen erhältlich
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