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Öko-Test: Der große Zahnpasta-Check - bekannte Marken unter den Verlierern

Öko-Test hat verschiedene Zahncremes für Erwachsene genauer untersucht. Dabei sind ganze 13 Produkte durchgefallen. Vor allem Markenprodukte schnitten schlecht ab. Alle Ergebnisse lesen Sie hier.
 
Zähne putzen
Zähneputzen ist wichtig. Allerdings schneiden bei Öko-Test vor allem Zahnpasta-Markenprodukte schlecht ab. Foto: slavoljubovski/pixabay.com
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  • Öko-Test: 60 Universal-Zahncremes für Erwachsene im Check
  • 38 Produkte sind empfehlenswert und werden "sehr gut" bewertet
  • 13 Marken-Zahncremes fallen durch
  • Gründe für die schlechte Bewertung: PEG-Verbindungen, Flüssigplastik, Tenside

Öko-Test untersuchte für die April-Ausgabe seines Magazins 60 Universal-Zahncremes für Erwachsene. Getestet wurden die Zahncremes auf bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe, ob sie genügend Kariesschutz bieten und außerdem auf etwaige Mängel. Neben Universalzahncremes für Erwachsene befanden sich auch drei Produkte aus dem Bereich "Zahnputz-Tabletten" im Test. Wir verraten Ihnen die besten Zahncremes und von welchen Marken Sie besser die Finger lassen sollten.

Öko-Test: 13 Zahncremes fallen durch - aufgrund bedenklicher Inhaltsstoffe

13 der getesteten Zahncremes* bestehen den Test von Öko-Test nicht - der Grund: schädliche Inhaltsstoffe, die wir eigentlich nicht an unseren Körper lassen wollen. Unter anderem konnten die Tester Natriumlaurylsulfat nachweisen. Dieser Stoff sorgt dafür, dass die Zahnpasta richtig schön schäumt, ist also eine sogenannte waschaktive Substanz und wirkt als Tensid in der Zahncreme. Der Nachteil: Natriumlaurylsulfat ist leider auch ein sehr aggressiver Stoff, der imstande ist, die Schleimhäute massiv zu reizen. In 18 der getesteten Zahncremes konnte Natriumlaurylsulfat nachgewiesen werden, dabei gibt es keine Notwendigkeit, dieses Tensid in der Zahnpasta zu verwenden, besser sollte zu weniger aggressiven Alternativen gegriffen werden.

Ein weiterer Kritikpunkt an einigen der Zahncremes sind enthaltene PEG-Verbindungen. Diese Polyethylenglykole dienen laut Verbraucherzentrale als Tenside und Emulgatoren, können allerdings die natürliche Hautbarriere schwächen. Das bedeutet, dass die Haut schädliche Stoffe aus der Umwelt durchlässt, die wir somit in unseren Körper aufnehmen. Wäre die Hautbarriere nicht geschwächt, könnte sie diese Stoffe abwehren. Im Test konnten in 15 Zahncremes PEG-Verbindungen nachgewiesen werden. Tipp: In der Liste der Bestandteile der Zahnpasta erkennen Sie PEG-Verbindungen direkt am Namensteil "PEG" oder an der Wortendung "-eth".

Ebenfalls negativ zu bewerten: synthetische Polymere. Hierbei handelt es sich um Kunststoff in flüssiger Form, der in der Zahnpasta steckt.  Die Verbraucherzentrale Hessen rät dazu, auf Bezeichnungen wie "Polymer-" und "Poly-", zu achten, allerdings gibt es auch Flüssig-Kunststoffe, die komplett anders bezeichnet sind, beispielsweise als Siloxane oder Dimethiconol. Problematisch sind synthetische Polymere vor allem für die Umwelt, da sie über das Abwasser über kurz oder lang in den Flüssen und Meere unserer Welt landen. Konkrete Erkenntnisse zu den Effekten des Flüssig-Kunststoffs auf die Natur und den Menschen stehen noch aus, allerdings bewertet Öko-Test deren Verwendung kritisch.

Öko-Test: Ausschließlich Markenprodukte unter den Verlierern

Unter den 60 getesteten Zahncremes* befinden sich 13 Produkte, die durchfallen und von Öko-Test nicht weiterempfohlen werden. Darunter befinden sich ausschließlich Markenprodukte. Mit "ungenügend" bewertet werden die Zahncremes "Aronal Zahnfleischschutz mit Zink" der  Marke Elmex (CP Gaba), "Classic Zahncreme", "Complete Protect Expert Tiefenreinigung" und "Rundumschutz Extrafrische Clean" von Blend-a-med (Procter & Gamble), sowie "Total Plus gesunde Frische" von Colgate (CP Gaba), "Zahnputz Tabs Salbei mit Fluorid" von Hydrophil (Wasserneutral), "Aktiv medizinische Zahncreme" von Laculat (Dr. Theiss) und "Extreme Clean Langzeitfrische" von Odol-med 3 (GSK Consumer Healthcare).

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Ebenfalls nicht gut und deshalb mit "mangelhaft" bewertet, werden die Produkte "Zahnputztabletten Mint" von Ben & Anna (JM Nature), "Komplett 8 Extrafrische" und "Max Fresh Cooling Crystals" von Colgate (CP Gaba), "Original mit Naturkräuterextrakten" von Dentagard (CP Gaba), "Zahnpasta Kariesschutz" von Signal (Unilever) und die Produkte "Original" und "Senses Eukalyptus, Limette und Minze" von Odol-med 3 (GSK Consumer Healthcare).

Diese Testverlierer sind im Vergleich zu vielen der sehr gut bewerteten Zahncremes nicht nur teuer, sondern stecken oftmals noch in einem Umkarton, den die Tester als vollkommen überflüssig bewerten - diese stellen einfach nur zusätzlichen Müll dar, da die Tuben auch ohne Umverpackung geschützt genug sind. Oft fehlen ihnen außerdem Sicherheitshinweise, wie etwa "nur für Erwachsene", welche vor einer Verwendung durch Kinder warnt. Oftmals sind die Tuben nicht recyclebar, was ebenfalls wünschenswert wäre. Doch in erster Linie sorgen die bereits erwähnten kritischen Inhaltsstoffe, wie PEG-Verbindungen, Tenside und synthetische Polymere für Abwertungen.

Öko-Test: Das sind die besten Zahncremes

Positiv bewertete Alternativen zu den kritisch bewerteten Zahncremes* gibt es viele: 38 Zahncremes im Test werden "sehr gut" bewertet, sechs Produkte immerhin "befriedigend". Neben gute Marken-Zahncremes gibt es auch viele günstige Produkte von Drogerien und Discountern, die so manches teure Produkt abhängen. Diese schneiden in allen Testkategorien positiv ab und können problemlos verwendet werden.

Zu empfehlen sind beispielsweise die Zahncremes "Alterra Zahncreme Bio Minze" von Rossmann und "Alverde 5 in 1 Zahncreme Nana-Minze" von Dm. Auch die Produkte "Bevola Dental Zahncreme Fresh" von Kaufland und "Dentabella Kräuter" von Norma sind empfehlenswert. Außerdem können Sie auch ohne Probleme zu diesen Zahncremes greifen:

Aluminium und Titandioxid in der Zahncreme: Ist das schädlich?

In den allermeisten Zahncremes sind sowohl Aluminium als auch Titandioxid enthalten. Aluminium dient dazu, den Schmutz von den Zähnen zu schleifen, Titandioxid wirkt als Farbstoff, der die Zahnpasta schön weiß macht. Hierbei wird Aluminium auf der Inhaltsliste als "Alumina" gekennzeichnet, Titan als "CI 77891". 

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Im Test liegen diese beiden Stoffe in keiner der Zahncremes in einem kritischen Ausmaß vor. Dennoch betonen die Tester, dass sowohl Aluminium als auch Titandioxid gefährlich für die Gesundheit werden können. Unter anderem weist Öko-Test darauf hin, dass Titandioxid krebserregend sein kann - wenn es in Form von Staub eingeatmet wird. Das ist bei Zahncremes ausgeschlossen und stellt aus diesem Grund keine Gefahr dar.

Die stark erhöhte Aufnahme von Aluminium kann hingegen zu Schäden des Gehirns führen. Vor allem in Whitening-Zahncremes werden oft höhere Mengen an Aluminium eingesetzt, als in normalen Zahncremes. Im Test konnte Aluminium in sechs Zahncremes nachgewiesen werden. Dennoch besteht kein Grund zur Sorge: Es ist eine so geringe Menge Aluminium enthalten, dass keine Gesundheitsgefahr besteht - selbst für Kinder nicht. Tipp: Mit dem Spar-Abo von Amazon sparen Sie auf Zahnpasta - bis zu 40 Prozent! Ob das Spar-Abo für ihr Produkt gilt, sehen Sie auf Amazon.de*.

Sind Zahnputz-Tabletten eine Alternative zur Zahnpasta?

Ebenfalls im Zahnpasta-Test befanden sich drei Produkte, die unter die Kategorie "Zahnputz-Tabletten" fallen. Diese Tabletten* werden zuerst gekaut und dann wird mit der Zahnbürste* geputzt. Vorteilhaft sind die Tabletten in Bezug zur Umwelt: Sie lassen sich problemlos in Glas oder kompostierbaren Behältnissen aufbewahren, womit auf die Plastik-Verpackung verzichtet werden kann. 

Kritisch zu sehen, sind die Zahnputz-Tabletten* allerdings in Bezug zur Karies-Prophylaxe. Denn sie enthalten wesentlich weniger Fluorid als die Zahncremes, lediglich ein Drittel. Deshalb ist es fragwürdig, ob die Tabletten ausreichend vor Karies schützen. Verfechter der Zahnputz-Tabletten argumentieren, dass das Fluorid in den Tabletten direkt im Speichel gelöst wird und in den Zahncremes nur im Schaum, weshalb der Fluoridgehalt in den Tabletten ausreichend sein soll. 

Hierzu sind aber laut Öko-Test noch Studien nötig, die den Nachweis erbringen, dass Zahnputz-Tabletten gleichwertig wie Zahnpasta vor Karies schützen. Solange bewerten die Tester die Zahnputz-Tabletten im Test durchschnittlich und schlecht. Das Produkt "Zahnputztabletten Mint*" von Denttabs ist "befriedigend", "Ben & Anna Zahnputztabletten Mint" von JM Nature "mangelhaft" und "Hydrophil Zahnputz Tabs Salbei mit Fluorid" von Wasserneutral "ungenügend".

Fazit: 13 Zahncremes fallen durch - viele günstige "sehr gut"

Beim Test von Universal-Zahncremes für Erwachsene von Öko-Test schneiden die meisten getesteten Produkte  zufriedenstellend ab: 38 der 60 getesteten Zahncremes sind "sehr gut", darunter viele günstige Marken von Discountern und Drogerien. Allerdings fallen 13 Zahncremes durch, da sie schädliche Inhaltsstoffe enthalten. Bei diesen handelt es sich ausschließlich um Markenprodukte. Beim Kauf der richtigen Zahncreme gibt es einige Punkte zu beachten:

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  • ein Muss in der Zahnpasta: genügend Fluorid
  • Finger weg von Zahnpasta, die Natriumlaurylsulfat enthält
  • auch Zahncremes mit PEG-Verbindungen und synthetischen Polymeren sollten gemieden werden

Tipp: Haben Kinder und Jugendliche bereits bleibende Zähne, können sie Erwachsenen-Zahnpasta benutzen. Allerdings nur, sofern diese wenig Zink enthält, da sich eine zu hohe Zinkaufnahme negativ auf das Immunsystem der Heranwachsenden auswirken kann. Kinder unter sechs Jahren sollten unbedingt zu Kinderzahncremes greifen - lesen Sie dazu unseren Artikel zum Öko-Test von Kinderzahncreme.

Das komplette Testergebnis finden Sie auf der offiziellen Website von Öko-Test. 

 

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