Früher war die Brauerei bekannt für ihr "Karamalz". Jetzt scheint das endgültige Aus abgewendet. Doch es gibt eine schlechte Nachricht für die rund 300 Mitarbeiter.
Traditionsbrauereien haben es schwer in Deutschland. Steigende Rohstoffkosten und sinkende Bier-Nachfrage setzen die knapp 1500 Brauereien im Land unter Druck, wie der Deutsche Brauer-Bund e.V. bereits 2025 berichtete. Die Privatbrauerei Eichbaum aus Mannheim ist vielen als ehemaliger Hersteller der Kult-Malzlimonade "Karamalz" bekannt - und blickt auf über 345 Jahre Geschichte zurück.
Ende 2025 meldete Eichbaum Insolvenz an. Der Umsatz war im Export eingebrochen, im Inland sank die Nachfrage - das führte zu einem erheblichen Liquiditätsengpass. Nur Monate zuvor verkaufte das Unternehmen die Marke "Karamalz" an Veltins. Jetzt gibt es Neuigkeiten: Zwei Investoren sollen die Brauerei retten. Einer davon ist die Brauerei Park & Bellheimer mit Sitz in Pirmasens, wie die Brauerei gegenüber dem SWR bestätigt. Um wen es sich bei dem laut dem Sender großen zweiten Finanzinvestor handelt, wird vorerst nicht bekannt gegeben.
Fast 200 Jobs sollen wegfallen - "sehr bitter"
Eine Abwicklung der Traditionsbrauerei - also die vollständige Stilllegung und das endgültiges Aus für den Betrieb - ist damit vorerst vom Tisch. Die Gläubiger der insolventen Eichbaum-Brauerei stimmten dem Fortführungskonzept der Geschäftsführung zu, wie das Mannheimer Unternehmen mitteilte. Kernstück des Konzepts ist der Einstieg eines Investors, der Kapital in die Brauerei stecken und wesentliche Vermögenswerte übernehmen will. Generalbevollmächtigter Christoph Glatt, der die Neuaufstellung im Rahmen der Eigenverwaltung begleitet, wertet die Entscheidung als klares Signal: "Jetzt geht es darum, die vereinbarten Maßnahmen strukturiert umzusetzen und die wirtschaftliche Stabilisierung des Unternehmens zu erreichen." Dazu gehört auch ein deutlicher Stellenabbau.
Zuletzt beschäftigte Eichbaum noch rund 290 Mitarbeiter. Bereits im Februar hatte die Brauerei einen Abbau von knapp 100 Stellen bestätigt. Nun zeichnen sich noch drastischere Einschnitte ab. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sollen etwa zwei Drittel aller 290 Beschäftigten ihre Stelle verlieren. NGG-Landeschef Hakan Ulucay nannte das "sehr bitter", sieht durch die Vereinbarung aber eine "reelle Chance auf Rettung des Brauereistandorts in Mannheim". Die Gewerkschaft kündigte an, sich für einen sozialverträglichen Stellenabbau und eine Transfergesellschaft einzusetzen. Konkrete Schritte sollen laut Eichbaum in den kommenden Wochen in enger Abstimmung mit allen Beteiligten eingeleitet werden. Wie viele Stellen genau wegfallen sollen, nannte das Unternehmen bislang nicht.
Eichbaum liefert eigenen Angaben zufolge weltweit in mehr als 60 Länder. Ursprünglich sollte die Brauerei von einem reinen Bierproduzenten zu einem breiter aufgestellten Getränkehersteller umgebaut werden. Dieser Plan scheiterte. Ein erstes Warnsignal kam kurz vor der Insolvenz: Eichbaum verkaufte seine Traditionsmarke Karamalz samt Produktion an Veltins. Der Erlös daraus konnte die finanzielle Lage der Brauerei wohl nicht stabilisieren, wie der Sprecher des Betriebsrats von Eichbaum vermutete. Ob der unbekannte Investor Eichbaum nun langfristig stabilisieren kann, wird die kommende Zeit zeigen.
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