Inflation wird in den nächsten Wochen deutlich steigen: Worauf müssen wir uns einstellen?

1 Min

Die Bundesbank warnt wegen des Iran-Konflikts vor steigender Inflation und einer schwächeren Wirtschaft in Deutschland. Besonders die gestiegenen Energiepreise bereiten Sorgen und könnten die Erholung bremsen.

Die Bundesbank prognostiziert aufgrund des Iran-Konflikts einen Anstieg der Inflation in Deutschland und einen merklichen Rückgang der Wirtschaftsdynamik - im schlimmsten Fall bis in die zweite Jahreshälfte. Die Inflationsrate werde in den kommenden Monaten signifikant zunehmen, so die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht, und verweist auf die gestiegenen Kraftstoff- und Heizölpreise infolge der Auseinandersetzungen im Nahen Osten.

"Infolgedessen dürfte die Inflationsrate bald deutlich in Richtung 3 Prozent ansteigen." Die weitere Entwicklung sei stark vom Verlauf des Konflikts abhängig, so die Bundesbank. Eine lang anhaltende Blockade der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr könnte die Energieversorgung beeinträchtigen und die Inflationsrate über einen längeren Zeitraum erheblich erhöhen. Im Februar betrug die Teuerungsrate in Deutschland 1,9 Prozent.

Bundesbank: Wirtschaft stagniert im ersten Quartal

Auch für die erwartete Erholung der deutschen Wirtschaft habe der Iran-Konflikt ernste Konsequenzen, schreibt die Bundesbank. Haushalte und Unternehmen würden belastet, insbesondere durch höhere Energiepreise. "Dies könnte sich noch im ersten Quartal bemerkbar machen und trübt den Ausblick für das zweite Quartal." Im ersten Quartal werde die Wirtschaft voraussichtlich stagnieren. Am Donnerstag (26. März 2026) hat der Bundestag ein Maßnahmenpaket verabschiedet, das die sogenannte Spritpreisbremse beinhaltet.

Die Bundesbank warnt: "Sollte sich der Konflikt noch in das zweite Quartal hineinziehen, dürfte von damit einhergehender hoher Unsicherheit und einer schwächeren Weltwirtschaft zusätzlicher Gegenwind kommen." Auch längere Auswirkungen schließt sie nicht aus: Für die Aussichten ab der zweiten Jahreshälfte werde es maßgeblich darauf ankommen, "wie lange der Konflikt anhält und in welchem Umfang das globale Energieangebot beeinträchtigt wird".

Erst am Mittwoch (25. März 2026) hatte das Ifo-Institut gewarnt, der Konflikt im Iran "beende vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung". Die Auseinandersetzungen trüben die Stimmung bei Unternehmen, wie der gesunkene Ifo-Index für März zeigte. Eigentlich sollte die deutsche Wirtschaft dank staatlicher Milliardenausgaben für Infrastruktur und Verteidigung 2026 wieder um rund ein Prozent zulegen, nachdem sie 2025 mit einem Mini-Wachstum nur knapp am dritten Rezessionsjahr in Folge vorbeigeschrammt war. Doch mit dem Iran-Konflikt haben Ökonomen ihre Prognosen gesenkt.

Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen 
Vorschaubild: © I/AdobeStock