Aldi und Lidl liefern sich seit Wochen einen bitteren Preis-Kampf. Mit Marketing- und Werbemaßnahmen versuchen die Discounter seit der Mehrwertsteuersenkung die Kunden anzulocken. Zeitweise mischte sich der Supermarkt Edeka mit Argumenten ein, die neben Billig-Preisen von Konsumenten auch berücksichtigt werden sollten.

Höhepunkt des Wettkampfs zwischen Aldi und Lidl war die Veröffentlichung eines Warenkorbvergleichs beider Discounter, in denen sie sich jeweils mit besseren Preisen als der Konkurrent darstellten. Für die Verbraucher stellt sich jetzt die Frage: Wem kann man eher trauen? Welcher Discounter ist wirklich günstiger?

Warenkorb mit Alltags-Produkten von Aldi und Lidl soll Aufschluss geben

Der unabhängige Journalist Maximilian Nowroth schafft auf seinem YouTube-Kanal Klarheit: Er stellte sich selbst zwei identische Warenkörbe zusammen - einen von Lidl, einen von Aldi - um die Preise zu vergleichen. Einkaufen ging er in Düsseldorf in der Lidl-Filiale auf der Königsallee und im Aldi-Süd direkt gegenüber, berichtet Business Insider Deutschland.

Seine Einkäufe bestanden aus 15 alltäglichen Produkten der jeweiligen Eigenmarken wie H-Milch, Klopapier, Butter, Brot, Marmelade, Nudeln, Äpfel, Gurken, Bananen, Schokolade und Orangensaft. Sieben Produkte erwarb er von bekannten Marken, darunter Nutella, Coca-Cola und Krombacher Bier. Hinzu kamen noch fünf Produkte aus dem Bio-Sortiment sowie die drei Trendprodukte Hafermilch, Veggie-Burgerpatties und High-Protein-Pudding.

Nowroth achtete außerdem darauf, dass sich keines der Produkte im Sonderangebot befand, damit der Wettbewerb nicht verzerrt ist.

Ist Aldi oder Lidl günstiger? Das Ergebnis

Der Gesamtpreis lag bei Lidl bei 44,02 Euro, bei Aldi Süd bei 42,07 Euro. Aldi ist somit 4,43 Prozent günstiger als sein Konkurrent.

In welchen Supermärkten und Discountern lohnt sich die Mehrwertsteuersenkung?

Viele alltägliche Produkte kosten bei Aldi und Lidl gleich viel, manchmal ist Lidl einen Cent, bei der Butter sogar sieben Cent günstiger. Insgesamt zahlte Nowroth aber 87 Cent mehr für die Basis-Produkte von Lidl. Das liegt besonders an den Obst- und Gemüsepreisen, die bei Aldi deutlich günstiger sind: Die Äpfel von der Sorte Braeburn aus Neuseeland kosteten bei Aldi 1,83 Euro, bei Lidl 2,55 Euro.

Die Trendprodukte kosten beinahe gleich viel, günstiger war Aldi wieder im Bio-Gemüseregal. Lidl verlangt für Obst und Gemüse fast ein Viertel mehr als Aldi.

Kunden als Gewinner der Preisschlacht?

Laut der Lebensmittelzeitung hatte Lidl nach der eigenen Warenkorb-Werbeaktion die Preise der Produkte wieder erhöht. Nowroth sprach den Discounter auf die Erhöhung und seinen Vergleichstest an. Die Pressestelle reagierte folgendermaßen: „Grundsätzlich sind Verkaufspreise aufgrund ihrer Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren wie Angebot und Nachfrage oder Rohstoffpreisen kontinuierlichen Schwankungen unterworfen. Den tagesaktuellen Preis finden die Kunden stets transparent auf dem Kassenbon sowie in der Filiale auf den Preisschildern der jeweiligen Produkte.“

Als Fazit aus seinem Test kommt Nowroth zu dem Schluss, dass Verbraucher weniger auf Werbung und mehr auf eigene Vergleiche vertrauen sollten.