Heizung an oder noch warten? Ab diesen Temperaturen solltest du nicht mehr sparen

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Die Temperaturen sinken, doch viele Menschen zögern aus Angst vor hohen Heizkosten, die Heizung einzuschalten. Dabei kann zu langes Warten sogar problematisch werden. Entscheidend ist vor allem, wie alt und gut gedämmt das Gebäude ist. Experten nennen konkrete Temperaturgrenzen, an denen du dich orientieren kannst.

Sobald die Außentemperaturen sinken, stellt sich die Frage: noch durchhalten oder die Heizung einschalten? Für viele Menschen ist das keine reine Komfortentscheidung. Wer zu lange wartet, riskiert ein ungünstiges Raumklima – wer zu früh und zu intensiv heizt, gibt unnötig Geld aus. Wir erklären, ab welchen Temperaturen das Heizen ökonomisch und gesundheitlich sinnvoll ist und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Zusätzlich gibt es Tipps, wie man die Heizsaison optimal vorbereitet und die Effizienz der Heizanlage steigert.

An anderer Stelle erläutern wir, wie drei einfache Checks helfen können, die Heizung effizient und zuverlässig auf die Heizsaison vorzubereiten.

Ab wann heizen? Diese Außentemperaturen gelten für Altbau und Neubau

Eines vorweg: Einen festen Starttermin für die Heizsaison gibt es in Deutschland nicht. Entscheidend sind vielmehr der Zustand des Gebäudes, die Raumtemperaturen und die Luftfeuchtigkeit. Mit den richtigen Richtwerten lassen sich Komfort, Gesundheit und Geldbeutel besser unter einen Hut bringen.

Ob sich das Heizen bereits lohnt, hängt vor allem davon ab, wie gut Ihr Zuhause gedämmt ist. In einem unsanierten Altbau geht Wärme schneller verloren als in einem modernen Neubau. Die Beratungsgesellschaft co2online empfiehlt deshalb folgende Außentemperaturen als Orientierung:

  • Für Gebäude vor 1977 liegt der Richtwert bei etwa 15 bis 17 Grad Celsius,
  • für Häuser aus den Jahren 1977 bis 1995 bei 14 bis 16 Grad.
  • Bei Gebäuden ab 1995 genügen meist 12 bis 15 Grad,
  • Niedrigenergiehäuser kommen oft mit 11 bis 14 Grad aus.
  • In einem Passivhaus kann Heizen teilweise erst ab 9 bis 11 Grad sinnvoll sein.

Diese Werte sind jedoch keine starren Vorgaben. Ein nach 1995 errichtetes Haus kann beispielsweise zugleich ein Niedrigenergiehaus sein. Achten Sie daher auch darauf, ob sich Wände, Fensterscheiben oder Ecken deutlich kalt anfühlen – das kann auf Wärmeverluste hindeuten.

Wie kalt darf es in der Wohnung werden? Diese Raumtemperaturen empfehlen Experten

Für ein wohliges Raumklima raten die Verbraucherzentralen, Wohn- und Schlafräume während der Heizperiode nicht unter 16 bis 18 Grad Celsius abzukühlen. In der Regel empfinden Menschen Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad als angenehm. Im Bad kann aber durchaus etwas mehr geheizt werden.

Bei einem schlechten Bauzustand kann eine höhere Raumtemperatur nötig sein. Kühle Wände begünstigen Kondenswasser – und damit das Risiko von Schimmel. Gerade in wenig genutzten Zimmern sollten Verbraucher die Temperatur daher nicht dauerhaft unter etwa 16 Grad fallen lassen.

Wie warm es sein muss, hängt auch von Ihrer Tätigkeit ab. Wer am Schreibtisch sitzt, braucht tendenziell mehr Wärme als jemand, der sich bewegt. Sinnvoll ist es deshalb, die Temperatur je nach Raum und Nutzung anzupassen, statt alle Räume gleich stark zu heizen.

Schimmel vermeiden: Warum die Luftfeuchtigkeit beim Heizen so wichtig ist

Neben der Temperatur ist die relative Luftfeuchtigkeit entscheidend. Ideal sind laut Verbraucherzentrale 40 bis 60 Prozent. Ein günstiges Thermo-Hygrometer zeigt Ihnen beide Werte an und hilft, Feuchtigkeit früh zu erkennen. Die Geräte sind bereits für wenige Euro erhältlich.

Steigt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 60 Prozent, sollte gelüftet werden. Besonders in kalten Räumen kann die relative Feuchtigkeit schnell ansteigen, weil kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann. Dann kondensiert Wasser bevorzugt an kalten Außenwänden und Fensterflächen.

Am besten lüften Sie mehrmals täglich kurz und stoßweise, etwa fünf bis zehn Minuten bei weit geöffneten Fenstern. Drehen Sie die Heizung währenddessen herunter, damit Sie nicht unnötig Wärme nach draußen geben.

Heizperiode in Mietwohnungen: Welche Pflichten haben Mieter und Vermieter?

Eine bundesweit gesetzlich festgelegte Heizperiode gibt es nicht. Häufig ist in Mietverträgen dennoch der Zeitraum vom 1. Oktober bis 30. April vereinbart. Nach Auffassung des Deutschen Mieterbunds sollte die Heizung spätestens zu diesem Zeitpunkt einsatzbereit sein.

Für Sie als Mieter gibt es keine Pflicht, Ihre Wohnung auf eine bestimmte Temperatur hochzuheizen. Sie sind jedoch verpflichtet, ein so starkes Auskühlen zu vermeiden, dass Feuchte- oder Frostschäden entstehen. Wer bewusst sparsam heizt, sollte die Luftfeuchtigkeit daher besonders regelmäßig kontrollieren. Übrigens verändert sich für viele Mieter noch in diesem Jahr die Art, wie ihr Heizverbrauch erfasst und mitgeteilt wird.

Wird die Wohnung trotz eingeschalteter Heizung nicht warm, dokumentieren Sie die gemessenen Temperaturen. Informieren Sie anschließend Vermieter oder Hausverwaltung schriftlich. So lassen sich Mängel nachvollziehbar geltend machen.

Heizkosten senken: Mit diesen einfachen Maßnahmen lässt sich Energie sparen

Schon mit wenigen Schritten lässt sich erkennen, ob die Heizung für die Heizperiode gerüstet ist und wo sich Energie sparen lässt. Wichtig sind dabei die richtige Einstellung der Thermostate, die Prüfung der Heizkörper und die fachgerechte Wartung durch Experten.

Eine weitere Möglichkeit, um die Heizkosten zu senken, ist die Installation von Zugluftstoppern an Türen und Fensterrahmen. Diese verhindern, dass kalte Luft ins Haus dringt und warme Luft entweicht. Zusätzlich kann das Entlüften der Heizkörper helfen, die Effizienz zu steigern, denn Luft in den Heizkörpern kann den Wärmefluss blockieren und somit den Energieverbrauch erhöhen.

Dichte Vorhänge und gut isolierte Fenster tragen ebenfalls dazu bei, den Wärmeverlust zu minimieren, besonders in den kalten Abendstunden. Mit diesen einfachen Maßnahmen schafft man ein besseres Raumklima und reduziert gleichzeitig die Heizkosten.

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