• Was gilt beim Kauf von E-Autos bis Ende des Jahres
  • An der Kfz-Steuer-Befreiung wird noch nicht gedreht
  • Und das ist die Förderung ab 2023
  • Was zählt: Kauftermin oder Zulassung

Weil zum Ende dieses Jahres zwei Millionen E-Autos auf deutschen Straßen rollen und diese immer beliebter sind, braucht es "in absehbarer Zukunft keine staatlichen Zuschüsse mehr". Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) verweist auf die steigenden Zulassungszahlen, die aus seiner Sicht ein Abschmelzen der Förderung rechtfertigt. Ab 2023 fällt die Prämie des Staates deutlich geringer aus, es gibt gravierende Änderungen. 

Was gilt beim Kauf von E-Autos bis Ende des Jahres

Bisher war die E-Auto-Förderung ausgesprochen beliebt: Laut dem zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Frankfurt am Main gab es bislang für den Umweltbonus mehr als 1,3 Millionen Anträge (Stand 1. Juli 2022) - davon rund 741.000 für reine Elektrofahrzeuge und ca. 576.000 für Plug-in-Hybride. Reine E-Autos bekommen mit Umweltbonus und Innovationsprämie bis Ende 2022 ein Zuschuss:

  • Reine E-Autos unter 40.000 Euro sind mit 9.000 Euro bezuschusst (6.000 Euro Bundeszuschuss, 3.000 Euro Herstelleranteil).
  • Für E-Autos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro liegt der Zuschuss für reine E-Autos bei 7.500 Euro (5.000 Euro Bundeszuschuss, 2.500 Euro Herstelleranteil).
  • Für Plug-in-Hybride unter 40.000 Euro gibt es 6.750 Euro Förderung (4.500 Euro Bundeszuschuss, 2.250 Euro Herstelleranteil).
  • Für Plug-in-Hybride mit einem Listenpreis über 40.000 Euro liegt der Zuschuss in dieser Preisklasse bei 5.625 Euro (3.750 Euro Bundeszuschuss, 1.875 Euro Herstelleranteil).

Das BAFA stellt auf seiner Internetseite den Förderantrag zur Verfügung und zahlt die Prämie aus. Der Zuschuss beträgt bei gebrauchten batterieelektrischen Autos (BEV) 5.000 Euro und bei gebrauchten Plug-in-Hybriden (PHEV) 3.750 Euro. Die Gebrauchten dürfen nicht älter als 12 Monate und nicht mehr als 15.000 Kilometer gelaufen haben. 

An der Kfz-Steuer-Befreiung wird noch nicht gedreht

Seit dem Jahr 2011 gilt die Steuerbefreiung für Elektroautos maximal zehn Jahre lang nach Erstzulassung. Für E-Autos mit Erstzulassung bis Ende 2025 gilt sie weiterhin maximal zehn Jahre, jedoch bis spätestens 31. Dezember 2030 – wenn die Regierung diese Frist nicht noch einmal verlängert.

Bei Plug-in-Hybriden berechnet sich die Steuer dann – wie bei Verbrennern üblich – aus Hubraum und CO₂-Emissionen. Brennstoffzellenautos fallen dagegen ebenfalls unter die Steuerbefreiung.

Bei gebrauchten E-Autos entscheidet das Alter der Fahrzeuge über die restliche Steuerbefreiung. Nach dem Ablauf der 10 Jahre muss eine ermäßigte Kfz-Steuer von 50 Prozent gezahlt werden (§ 9 Absatz 2 KraftStG)

Und das ist die Förderung ab 2023

Ab 2023 wird die Förderung für den Kauf von E-Autos neu aufgesetzt: Käufer von reinen Elektroautos bekommen ab Anfang 2023 weniger Unterstützung vom Staat - außerdem soll der Fördertopf gedeckelt werden. Subventionen für Plug-in-Hybridfahrzeuge sollen Ende dieses Jahres sogar ganz auslaufen. Ab Anfang 2023 soll der staatliche Zuschuss für Autos, die netto weniger als 40.000 Euro kosten, von derzeit 6.000 auf 4.500 Euro sinken. Bei Autos mit Nettolistenpreis zwischen 40.000 Euro und 65.000 Euro, soll es 3.000 Euro statt bisher 5.000 Euro geben. Es steht in den Sternen, was ab 2023 aus dem sogenannten Herstelleranteil (derzeit 3.000 Euro bzw. 2.500 Euro) bei der Förderung wird. Habeck verhandelt noch. Eine offizielle FAQ-Liste aus dem Wirtschaftsministerium erläutert die alte und die neue Förderung.

Für Plug-in-Hybridfahrzeuge, für die es bisher eine Prämie von bis zu 4.500 Euro gibt, läuft die Förderung Ende 2022 komplett aus. Außerdem gilt ab dem 1. September 2023 die E-Auto-Förderung nur noch für Privatpersonen - Unternehmen gehen dann leer aus. Eine Förderung für Kleingewerbetreibende und gemeinnützige Organisationen werde noch geprüft, so das Ministerium.

Vom 1. Januar 2024 an sollen die Kaufprämien des Staates dann nochmal weiter sinken, auf 3.000 Euro – und nur noch für Autos, die maximal 45.000 Euro kosten. Und es wird ein Förder-Deckel bei 2,5 Milliarden Euro festgesetzt. Ist dieser Fördertopf leer, endet die E-Auto-Förderung – und das womöglich deutlich vor dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Förder-Ende 2025. Mit einem Deckel bei 2,5 Milliarden Euro wird der Fördertopf quasi halbiert. 

Was zählt: Kauftermin oder Zulassung

Zusätzliches Problem für Käufer von E-Autos: Für den Förderantrag ist weiterhin der Tag der Fahrzeugzulassung maßgebend. Um ein Auto zuzulassen, musst du es aber rechtzeitig bekommen – bei der aktuellen Lieferkrise auf dem Automarkt ist dies keineswegs sicher. Kommt der Wagen zu spät, ist womöglich der Fördertopf leer oder der Zuschuss gesunken bzw. ganz gestrichen. Wer jetzt sein E-Auto kauft, kann nicht sicher sein, es dieses Jahr noch geliefert zu bekommen.

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, warnt deshalb davor, die Auszahlung der Prämien weiterhin an das Datum der Zulassung zu binden. "Durch die zusätzliche Deckelung der Förderung und den unklaren Vergabezeitpunkt droht die Prämie zu einem Glücksspiel für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu werden", so die VDA-Chefin. Die Hersteller seien bereit, die Auszahlung an das Kaufdatum und nicht an den Tag der Zulassung zu koppeln.

ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand betont, es sei nicht hinnehmbar, wenn Verbraucher, die bereits einen batterieelektrischen Pkw bestellt hätten, nun vor dem Hintergrund von Lieferschwierigkeiten deutlich weniger Förderung erhielten.

Fazit

Mit der überdimensionierten staatlichen Förderung von E-Autos ist jetzt Schluss. Was vor der Energiekrise vielleicht noch in die Zeit passte, hat jetzt keine Berechtigung mehr. E-Autos sind teuer, ja das stimmt, wenn die E-Tankstelle den Strom von der Fotovoltaikanlage auf dem Dach oder vom Speicher erhält, dann lohnt sich das alles.