Besonders aufgrund des Ukraine-Krieges sind in den letzten Monaten die Energiepreise drastisch angestiegen und es ist noch kein Ende in Sicht. Die Auswirkungen werden auch Mieter*innen bei ihren Nebenkosten zu spüren bekommen. Die Mieterverbände Deutschlands ahnen hier allerdings böses, denn sie befürchten, dass einige Vermieter*innen die Nebenkosten noch in diesem Jahr erhöhen wollen. Doch rechtlich gesehen ist das nicht möglich.

Eine Erhöhung der Nebenkosten innerhalb eines Abrechnungszeitraumes ist nämlich nicht einseitig möglich. Denn die Grundlage, nach der die Nebenkosten geändert werden, ist die Betriebskostenabrechnung, die einmal jährlich fällig ist. Bevor diese nicht abgelaufen ist, können Vermieter*innen die Kosten nicht einseitig steigern, sagt Florian Bau vom Dresdner Mieterverband in einem Interview mit de MDR.

Unrechtmäßige Erhöhung der Nebenkosten: das geht nur mit Einverständnis der Mieter*innen

Grund für seine Sorge sind einige Klagen von Mieter*innen, dass vor allem große Wohnungsunternehmen bereits jetzt höhere Betriebskosten ansetzen. "Da wird also behauptet: Die Brennstoffpreise sind entsprechend gestiegen und dann wird vom Mieter verlangt, dass ab sofort, also vor der Betriebskostenabrechnung, teils drastisch erhöhte Vorauszahlungen geleistet werden", berichtet Bau.

Eine Änderung der Betriebskosten vor Ablauf des Abrechnungszeitraumes ist grundsätzlich möglich. Allerdings, nur wenn es einvernehmlich von den betroffenen Parteien entschieden wird. In einzelnen Fällen können solche frühzeitigen Steigerungen auch sinnvoll sein: Julia Wagner, Rechtsexpertin des Eigentümerverbands Haus & Grund, rät selbst auf Vermieter*Innen zuzukommen und eine Erhöhung der Nebenkosten vorzuschlagen. Dies ist ihrer Meinung nach besonders dann sinnvoll, "wenn die Nebenkosten relativ eng kalkuliert sind, dass man da einfach eine Lösung sucht, um die Vorauszahlungen den Realitäten anzupassen".

Denn spätestens, sobald die Abrechnungen für 2022 im nächsten Jahr getätigt wurden, werden die meisten Vermieter*Innen die Nebenkosten erhöhen. In einigen Fällen ist es ratsam, jetzt schon die Nebenkosten in einvernehmlicher Absprache mit beiden Parteien zu erhöhen, um eine hohe Nachzahlung am Ende zu vermeiden.

Nebenkostenerhöhung: Alle Infos auf einen Blick

Die wichtigsten Infos findest du hier noch einmal kurz zusammen gefasst:

  • Vermieter*Innen können laut Mieterverband Dresden Vorauszahlungen von Betriebskosten nicht ohne Einverständnis der Mieter*Innen ändern.
  • Eine einseitig geforderte Erhöhung der Nebenkosten für den laufenden Abrechnungszeitraum, ist unrechtmäßig.
  • Eine Nebenkostenerhöhung seitens der Mieter*Innen vorzuschlagen ist sinnvoll, vor allem bei knapp berechneten Preisen.