Maxxisun zahlt befristet 10,24 Cent je kWh Solarüberschuss. Wir zeigen, wie Speicher und dynamischer Tarif zusammenspielen und für wen sich das wirklich lohnt.
Wer Solarstrom erzeugt, merkt schnell: Überschüsse bringen oft wenig Ertrag. Steckersolargeräte speisen Strom, der nicht selbst verbraucht wird, in der Regel ohne Vergütung ins Netz ein. Selbst neue Photovoltaik-Dachanlagen bis 10 kWp erhalten bei Überschusseinspeisung derzeit nur 7,70 Cent pro Kilowattstunde. Genau hier setzt der Hersteller Maxxisun aus Sachsen an.
Gemeinsam mit IBC GreenElements startet das Unternehmen ein Pilotprojekt zur Vergütung von Solarüberschüssen aus Plug-&-Play-Solarsystemen. Davon können sowohl bestehende Nutzer eines Maxxicharge-Systems als auch Interessierte profitieren, die den Kauf eines Speichersystems planen. Teilnehmende sollen befristet 10,24 Cent pro vergütungsfähiger Kilowattstunde des vom Maxxicharge-System erfassten Solarüberschusses erhalten. Wir erklären, wie das Modell funktioniert und für wen es sich lohnen kann.
Solarstrom einspeisen und Geld verdienen: Das steckt hinter der Aktion
Das Pilotprojekt läuft vom 1. Dezember 2026 bis einschließlich 1. Mai 2027. In diesem Zeitraum erhalten teilnehmende Haushalte pauschal 10,24 Cent je vergütungsfähiger Kilowattstunde des Solarüberschusses, den das Maxxicharge-System ins öffentliche Netz einspeist. Der Vergütungssatz ist unabhängig von den Strombörsenpreisen und wird als Gutschrift über die Dynamixx-Abrechnung ausgezahlt.
Wichtig: Berücksichtigt wird ausschließlich der Solarüberschuss, den das Maxxicharge-System selbst erfasst. Einspeisungen anderer Solaranlagen im Haushalt zählen nicht. Wer die komplette Pilotphase nutzen möchte, sollte die aktuelle Lieferzeit frühzeitig einkalkulieren. Da die Vergütung unabhängig vom individuellen Starttermin am 1. Mai 2027 endet, kann eine rechtzeitige Bestellung und Inbetriebnahme den Zeitraum verlängern, in dem vergütungsfähiger Solarüberschuss gesammelt wird.
Wie Speicher und dynamischer Stromtarif zusammenspielen
Das Prinzip: Der Batteriespeicher nimmt Solarstrom auf und gibt ihn abends oder nachts wieder ab. In Verbindung mit Maxxicharge Dynamixx* kann er zusätzlich Netzstrom laden, wenn die Börsenpreise niedrig sind. Diese Energie lässt sich dann in teureren Stunden, zum Beispiel am Abend, nutzen. Das kann besonders im Winter und bei schlechtem Wetter helfen, wenn die Solarmodule wenig liefern. In der App kannst du dafür eine Preisgrenze und eine Speicherreserve festlegen. Laut Maxxisun hat Solarstrom dabei Vorrang.
Für die Abrechnung nach dem tatsächlichen Verbrauch im Viertelstundentakt brauchst du ein intelligentes Messsystem aus digitalem Zähler und Smart-Meter-Gateway. Bis zu dessen Einbau rechnet der Anbieter nach dem Standardlastprofil ab; der Vorteil des gezielten Ladens wird dann noch nicht anhand deines tatsächlichen Viertelstundenverbrauchs abgebildet. Dynamische Tarife bergen außerdem Risiken: Steigen die Börsenpreise stark, wird auch dein Strom teurer. Eine Absicherung gegen Preisspitzen ist laut Maxxisun nicht enthalten.
Maxxicharge V2+: Speicher mit 2.300 Watt an der Steckdose
Der Maxxicharge V2+* besteht aus der Steuereinheit CCU V2+ und einem Speicher mit wahlweise 3 oder 5 Kilowattstunden (kWh). Besonders ist die integrierte ready2plugin-Technik: Laut Hersteller lässt sich das System damit an einer geeigneten Schutzkontaktsteckdose (Schuko) mit bis zu 2.300 Watt betreiben. Für den Betrieb über 800 Watt ist eine Freischaltung erforderlich. Die vorhandene Steckdose und der Stromkreis müssen dafür geeignet sein. Herkömmliche Steckersolargeräte sind bei der Wechselrichterleistung auf 800 VA begrenzt.
Für den dynamischen Tarif kann die hohe Leistung ein Vorteil sein: Kurze, günstige Zeitfenster lassen sich so mit hoher Ladeleistung nutzen. Bei Ost-West-Ausrichtung kann der 5-kWh-Speicher* bis zu 6.000 Watt Peak an Solarmodulen aufnehmen. Das System lässt sich auf bis zu 80 kWh und drei Phasen erweitern. Maxxisun gibt standardmäßig zehn Jahre Garantie, gegen Aufpreis sind 15 Jahre möglich.
Der Maxxicharge V2+ im Überblick:
Steuereinheit CCU V2+ mit 2.300 W Leistung in beide Richtungen und Notstrom-Funktion
Dynamixx* ist ein Ökostromtarif mit Viertelstundenpreisen, die sich an der Strombörse EPEX Spot orientieren. Zum Börsenpreis kommen Netzentgelte, Steuern, Umlagen und ein monatlicher Grundpreis. Der Tarif ist monatlich kündbar, und Maxxisun übernimmt den Wechsel vom bisherigen Anbieter. Statt Abschlägen wird jeden Monat nach Verbrauch abgerechnet.
Buchbar ist der Tarif auch ohne Speicher oder Solaranlage*. Laut Anbieter lohnt er sich aber vor allem, wenn sich der Verbrauch zeitlich verschieben lässt – etwa durch einen Speicher, ein E-Auto oder eine Wärmepumpe. Wer wenig flexibel ist, hat meist ein geringeres Einsparpotenzial. Wichtig: Für die Pilotvergütung von 10,24 Cent pro Kilowattstunde ist Dynamixx Voraussetzung.
Maxxicharge Dynamixx im Detail:
100 Prozent Ökostrom, Herkunftsnachweise über das Umweltbundesamt
Viertelstundenpreise; voller Vorteil nur mit intelligentem Messsystem
Beispiel-Arbeitspreis: 25,84 ct/kWh (bei einem Börsenpreis von 9,50 ct, regional unterschiedlich)
Beispiel-Grundpreis: 14,29 Euro im Monat, inklusive 4,99 Euro Servicegebühr
Mindestverbrauch: 1.000 kWh im Jahr
Monatlich kündbar, kein Abschlag
Aktion: 10,24 ct/kWh für Überschuss vom 1. Dezember 2026 bis 1. Mai 2027
Pilotvergütung im Check: Was bleibt unterm Strich?
Die 10,24 Cent pro Kilowattstunde sind eine zeitlich begrenzte Pilotvergütung, keine dauerhafte Zusage. Das Projekt soll praktische Erfahrungen mit der Vergütung kleiner Solaranlagen sammeln – ein Thema, das im Zuge der EEG-Novelle 2027 im Zusammenhang mit einer möglichen Direktvermarktung diskutiert wird. Was nach dem 1. Mai 2027 folgt, ist derzeit noch offen. Die Vergütung ist kein Rabatt auf den Kaufpreis. Zudem fällt die Pilotphase größtenteils in die sonnenarmen Monate Dezember bis April. Der Solarüberschuss eines Balkonkraftwerks mit Speicher kann in dieser Zeit entsprechend gering ausfallen.
Maxxisun beziffert den jährlichen Vorteil in einer Beispielrechnung für einen Haushalt mit 6.000 kWh Stromverbrauch, 6.000 Watt Peak Solarleistung und einem 5-kWh-Speicher auf rund 2.005 Euro. Davon entfallen 1.205 Euro auf Eigenverbrauch, 433 Euro auf günstigeren Netzstrombezug und 367 Euro auf die Einspeisevergütung. Die tatsächliche Ersparnis kann abweichen und hängt unter anderem von Stromverbrauch, Standort, Modulausrichtung, Strompreisen und individuellem Nutzungsverhalten ab. Anschaffungs-, Tarif- und mögliche Smart-Meter-Kosten sind in der Rechnung nicht berücksichtigt.
Für wen könnte sich das lohnen?
Am meisten profitieren Haushalte, die ein Maxxicharge-System bereits nutzen oder die Anschaffung eines Speichersystems konkret planen. Bestandskunden können durch einen Tarifwechsel besonders unkompliziert an der Aktion teilnehmen*. Ein intelligentes Messsystem (iMSys) sollte möglichst bereits installiert sein, damit der Verbrauch im Viertelstundentakt abgerechnet werden kann.
Für Neukunden kann die Pilotvergütung ein zusätzlicher Vorteil beim Einstieg* sein. Entscheidend sind dabei weiterhin die Gesamtkosten aus Hardware, Stromtarif und gegebenenfalls Smart-Meter-Betrieb. Wer sich für einen Kauf interessiert, sollte Lieferzeit, Inbetriebnahme und Tarifwechsel rechtzeitig berücksichtigen, um möglichst viel von der bis zum 1. Mai 2027 laufenden Pilotphase mitzunehmen.
Tipp: Besonders interessant ist das Modell für Haushalte mit Speicher, E-Auto, Wärmepumpe oder anderen flexiblen Verbrauchern, die ihren Stromverbrauch gezielt in günstigere Zeitfenster verschieben können.
Fazit: Spannendes Pilotprojekt mit Grenzen
Mit dem Dynamixx-Pilotprojekt testen Maxxisun und IBC GreenElements, wie sich überschüssiger Solarstrom aus Plug-and-Play-Solarsystemen künftig vermarkten und vergüten lässt. Die Kombination aus dynamischem Stromtarif, Speicherlösung und einer befristeten Vergütung von 10,24 Cent je vergütungsfähiger Kilowattstunde schafft einen zusätzlichen Anreiz, vorhandene Solarüberschüsse wirtschaftlich zu nutzen.
Wer bereits ein Maxxicharge V2 oder V2+ mit Solarmodulen betreibt, kann vergleichsweise einfach an der Aktion teilnehmen. Gleichzeitig kann das Pilotprojekt auch für Haushalte attraktiv sein, die die Anschaffung eines Speichersystems planen. In diesem Fall lohnt es sich, Bestellung, Inbetriebnahme und Tarifwechsel frühzeitig vorzubereiten. Denn die Pilotphase endet am 1. Mai 2027 unabhängig davon, wann die Teilnahme beginnt.
Das Wichtigste zur Aktion auf einen Blick:
Pilotvergütung von 10,24 Cent pro kWh für erfassten Solarüberschuss
Gültig vom 1. Dezember 2026 bis 1. Mai 2027
Voraussetzungen sind Dynamixx, ein Maxxicharge V2/V2+ und Solarmodule
Interessant für Bestandskunden und Haushalte, die ein Speichersystem neu anschaffen möchten
Wer teilnehmen möchte, sollte Lieferzeit, Inbetriebnahme und Tarifwechsel frühzeitig einplanen
Besonders geeignet für Haushalte mit flexiblem Stromverbrauch und hohem Eigenverbrauchsanteil
Vor dem Kauf lohnt sich ein Vergleich von Kosten, Lieferzeiten und Alternativen
Vom 1. Dezember 2026 bis einschließlich 1. Mai 2027.
Wie hoch ist die Vergütung?
Pauschal 10,24 ct je eingespeister kWh, unabhängig vom Börsenpreis.
Wer kann teilnehmen?
Dynamixx-Kundinnen und -Kunden mit Maxxicharge V2 oder V2+ und angeschlossenen Solarmodulen.
Welcher Strom wird vergütet?
Nur der Überschuss, den der Maxxicharge misst. Andere Anlagen zählen nicht.
Wie bekomme ich das Geld?
Als Gutschrift über die Dynamixx-Abrechnung.
Brauche ich ein Smart Meter?
Für die Abrechnung im Viertelstundentakt ja. Wechseln kannst du schon vorher.
Was kommt nach dem 1. Mai 2027?
Geplant ist ein Übergang zur Direktvermarktung. Eine Anschlussvergütung ist noch nicht zugesagt.
Wie lange dauert die Lieferung?
Für ein V2+-System derzeit etwa 45 bis 60 Tage.
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