Aldi macht ernst und verbannt Billig-Fleisch aus seinen Regalen: Das Thema Massentierhaltung ist aktueller denn je. Der deutsche Discounter-Führer Aldi hat nun beschlossen ein Exempel zu statuieren und bekannt geben, bis 2030 keine Fleischprodukte der Haltungsklasse 1 und 2 mehr zu verkaufen. Damit die Discounter-Kette der erste Einzelhändler, der Billig-Fleisch aus seinen Supermarkt-Regalen nimmt. 

Kein Billig-Fleisch bei Aldi: Haltungsstufe 1 und 2 werden abgeschafft

In deutschen Supermärkten wie Rewe, Aldi, Lidl und Co. sind Frischfleischwaren mit einem Kennzeichnungssystem versehen. Dieses gibt Auskunft über die Haltungsbedingungen, unter denen Rind, Schwein, Hähnchen und Pute aufgezogen worden sind. Es gibt insgesamt vier Stufen:

  • Haltungsform 1: Stallhaltung
  • Haltungsform 2: StallhaltungPlus
  • Haltungsform 3: Außenklima 
  • Haltungsform 4: Premium

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Haltungsform 1 & 2 "Stallhaltung" und "StallhaltungPlus": Wenig Platz und keine frische Luft

Produkte der ersten Haltungsform sind bei Kunden sehr beliebt, da sie besonders günstig sind. Allerdings entsprechen die Anforderungen dieser Stufe nur den gesetzlichen Mindestanforderungen der Tierhaltung. Laut Verbraucherzentrale stammt rund 51 Prozent des Fleisches im Handel aus der Haltungsform 1.Vor allem für Rinder und Puten handelt es sich demnach um die "branchenübliche Haltung". Für diese Tierarten gibt es nämlich keine Haltungsvorschriften. Für alle anderen Tierarten gibt es unterschiedliche Vorgaben, was Platz, Futter und alles weitere betrifft.

Die zweite Haltungsform sichert den Tieren im Gegensatz zur "normalen" Stallhaltung mehr Platz im Stall und Beschäftigungsmaterial zu. Der Zugang zur frischen Luft bleibt jedoch in beiden Haltungsformen verwehrt.

Haltungsform 3 "Außenklima": Mehr Platz und Zugang zu frischer Luft

Die Haltungsform "Außenklima" sichert den Tieren nicht nur mehr Platz zu, sondern soll ihnen auch einen Zugang zu frischer Luft gewähren. Der Stall muss demnach entweder einen überdachten Außenbereich aufweisen oder zu einer Seite komplett offen sein. Außerdem ist es vorgeschrieben, ausschließlich Futter ohne Gentechnik an die Tiere zu verfüttern.

Haltungsform 4 "Premium": Tatsächlicher Auslauf und am meisten Platz 

In der Haltungsform "Premium" haben die Tiere den meisten Platz. Außerdem muss ihnen ein tatsächliche Auslauf in der frischen Luft gewährt werden. Futter darf ebenfalls nicht mit Gentechnik behandelt werden. Fleisch, das dieser Haltungsform zugeordnet wird, gilt als "Bio". Aber auch konventionell erzeugtes Fleisch kann dieser Haltungsform zugeordnet werden, wenn die Tierhaltung die genannten Maßgaben erfüllt.

Wird das Fleisch bei Aldi teurer?

Sicherlich werden die Fleischpreise durch das Abschaffen der Billig-Waren steigen. Landwirte, die ihr Fleisch an Aldi weiterverkaufen wollen, müssen demnächst mehr Geld in die Tierhaltung investieren. Dies wird sich auch im Preis widerspiegeln. 

"Wir gehen ein hohes finanzielles Risiko bei unserem Vorhaben ein. Denken aber, dass das der wichtige Schritt ist", sagte Lars Klein, Managing Director Buying bei Aldi Süd auf einer Pressekonferenz, berichtet der Focus. Der Managing Director wisse aber gleichzeitig aus Umfragen, dass Kunden bereit seien, mehr Geld für Fleisch auszugeben. "Wir sind uns absolut sicher, dass sich jeder diese neue Haltungsform leisten kann."

Eine sofortige Umstellung sei für Landwirte allerdings nicht möglich: "Sie müssen Futtermittel umstellen und Ställe ausbauen. Das geht bei allem guten Willen nicht von heute auf morgen", sagt Klein. Die verbesserte Tierhaltung würde also Stück für Stück erfolgen. Ab 2025 kommt die erste spürbare Veränderung: Ab dann sollen keine Fleisch-Produkte der Haltungsform 1 mehr bei Aldi verkauft werden. Bis 2030 sollen auch Billig-Fleisch der Haltungsform 2 aus den Regalen verschwinden.

Aldi legt vor: Was ändern Rewe, Lidl und Co. an ihrem Fleisch-Sortiment?

"Wir freuen uns auf die Reaktion von unseren Mitbewerbern", erklärte ein Aldi-Pressesprecher. Doch was steht bei der Konkurrenz in Planung? Wie die Bild-Zeitung schreibt, plant Lidl bereits seit vergangenem Jahr, Fleisch der Haltungsform 1 aus dem Sortiment zu nehmen. Billiges Schweinefleisch soll 2022 verschwinden, Rind 2025. Fleisch der Kategorie 2 solle vorerst weiterverkauft werden.

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Rewe und Penny würden Ähnliches planen, hätten aber noch kein Ausstiegsdatum bekannt gegeben. Von Edeka und Netto seien keine Pläne bekannt.

aa

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