Nach Luftangriffen auf den Iran sprach das Auswärtige Amt Reisewarnungen für 13 Länder aus. Flughäfen sind geschlossen, Kreuzfahrtschiffe gestoppt.
Was als Traumurlaub begann, entwickelte sich innerhalb weniger Tage zur größten Reisekrise seit der Corona-Pandemie: Die militärische Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran hat die gesamte Nahost-Region in einen beispiellosen touristischen Ausnahmezustand versetzt. Während die Angriffe weitergehen und US-Präsident Donald Trump von einer "großen Welle" spricht, die noch bevorsteht, sitzen Zehntausende Reisende in der Krisenregion fest – ohne Gewissheit, wann sie nach Hause zurückkehren können.
Am Morgen des Samstags, 28. Februar 2026, begannen die Luftangriffe auf iranische Ziele – wenige Stunden später sprach das Auswärtige Amt Reisewarnungen für 13 Länder aus. Dabei handelt es sich um eine der umfassendsten Warnungen des Außenministeriums der jüngeren Geschichte – vergleichbar nur mit der weltweiten Corona-Reisewarnung vom 17. März 2020, die erstmals in der Geschichte des Auswärtigen Amts eine pauschale Warnung für die gesamte Welt umfasste. Betroffen sind nicht nur offensichtliche Krisengebiete wie der Iran, Israel, Syrien und der Irak, sondern auch Urlaubsdestinationen wie Dubai und Abu Dhabi.
13 Länder betroffen: Die umfassendste Reisewarnung seit Corona
Bereits am Freitag, 27. Februar 2026, einen Tag vor Beginn der Luftangriffe, riet das Auswärtige Amt "dringend" von Reisen nach Israel ab, wie mehrere Medien bestätigen. Diese präventive Maßnahme erfolgte vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Am 28. Februar 2026 um etwa 7 Uhr MEZ griffen Israel und die USA mit Luftschlägen Ziele im Iran an, berichtet die Tagesschau. Noch am selben Tag sprach das Auswärtige Amt Reisewarnungen für 13 Länder aus.
Folgende Länder und Gebiete sind von der Reisewarnung betroffen, laut Auswärtigem Amt:
Bahrain
Irak
Iran (Reisewarnung seit Herbst 2022 mit Ausreiseaufforderung seit 2023)
Israel und Palästinensische Gebiete (für Palästinensergebiete bereits länger Reisewarnung)
Jemen
Jordanien
Katar
Kuwait
Libanon (mit zusätzlicher Ausreiseaufforderung)
Oman
Saudi-Arabien
Syrien
Vereinigte Arabische Emirate (Dubai, Abu Dhabi)
Das Auswärtige Amt rät deutschen Staatsangehörigen dringend, sich in die Krisenvorsorgeliste "ELEFAND" einzutragen. Über 10.000 Betroffene haben sich dem Magazin Reisereporter zufolge bereits registriert. Deutsche Staatsangehörige, die sich im Iran aufhalten, werden ausdrücklich aufgefordert, das Land zu verlassen, bestätigt das Auswärtige Amt. Es besteht die Gefahr willkürlicher Verhaftungen und die Deutsche Botschaft in Teheran kann derzeit nur eingeschränkt konsularische Hilfe vor Ort leisten.
Die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten reihen sich ein in eine wachsende Liste von Ländern, die 2026 als unsichere Reiseziele gelten. Neben den nun betroffenen Golfstaaten und Israel warnt das Auswärtige Amt auch vor Reisen nach Haiti, Myanmar, Libyen, Somalia, Syrien, Jemen, Afghanistan, Mali, Burkina Faso, Niger, Sudan und Belarus.
Besonders bemerkenswert ist, dass auch frühere Touristenlieblinge wie Ägypten und Tunesien mit Teilreisewarnungen belegt sind.
Türkei und Ägypten: Keine vollständige Reisewarnung, aber erhöhte Wachsamkeit
Für Ägypten besteht keine allgemeine Reisewarnung, sondern eine Teilreisewarnungdes Auswärtigen Amts (Stand 2. März 2026). Die Sicherheitsbewertung wurde seit Ende November 2025 nicht verschärft, trotz der wiederholten Spannungen im Nahen Osten.
Die Teilreisewarnung betrifft vor allem den Nordsinai und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet, während beliebte Badeorte wie Hurghada, Sharm El Sheikh und Marsa Alam weiterhin bereisbar sind, bestätigt das Auswärtige Amt.
Da es keine Reisewarnung für die Türkei gibt (Stand 3. März 2026), finden Urlaubsreisen wie gewohnt statt. Angst aufgrund der aktuellen Situation oder eine allgemeine Terrorgefahr reichen nicht aus, um vom Reisevertrag zurückzutreten, wie Rechtsexperten bestätigen. Allerdings sollten Reisende die Vertragsbedingungen ihrer Reiseversicherung genau studieren, ob diese auch im Fall eines militärischen Konflikts am Urlaubsort greift, rät der Reisereporter.
Zypern: Keine Reisewarnung trotz Zwischenfällen
Beliebte Urlaubsländer ohne vollständige Reisewarnung im Überblick:
Ägypten – Teilreisewarnung für Nordsinai und Grenzgebiet zu Israel, Badeorte weiterhin bereisbar
Türkei – keine Reisewarnung, Urlaub möglich (trotz 530 Kilometer langer Grenze zum Iran)
Zypern – keine formelle Reisewarnung trotz geografischer Nähe und Drohnenangriff auf britischen Militärstützpunkt
Das Auswärtige Amt hat weder eine Reisewarnung für die Urlaubsgebiete auf Zypern ausgesprochen, noch rät es von Reisen dorthin ab, wie der Reisereporter erklärt. Allerdings kam es in der Nacht zum 2. März 2026 zu einem Drohnenangriff auf den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern, woraufhin der Flughafen Paphos evakuiert wurde und der Flugverkehr für mehrere Stunden eingestellt war..Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise zu Zypern daraufhin angepasst und rät zur erhöhten Vorsicht.
Zypern liegt geografisch relativ nahe an den Konfliktgebieten und wurde bereits von den Auswirkungen der militärischen Eskalation betroffen. Dennoch wurde bislang keine formelle Reisewarnung ausgesprochen. Reisende sollten die Entwicklungen jedoch aufmerksam verfolgen, da sich die Lage jederzeit ändern kann.
30.000 Deutsche sitzen fest: Flughäfen geschlossen, Lufträume gesperrt
Die Konsequenzen für den internationalen Reiseverkehr sind verheerend: Flughäfen geschlossen, Lufträume gesperrt, Kreuzfahrtschiffe gestoppt. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind aktuell rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter in der Krisenregion betroffen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts nannte dies "eine einigermaßen verlässliche Größe", teilt das Fachportal Airliners mit. Die Lufträume von Israel und Iran wurden gesperrt – längerfristige Sperrungen sind möglich, heißt es in den aktuellen Reise- und Sicherheitshinweisen zu Israel (Stand 28. Februar 2026), so das Auswärtige Amt.
Dramatische Szenen spielen sich derzeit an den Flughäfen in der Region ab. Tausende Menschen sind nach den Angriffen im Nahen Osten an Flughäfen gestrandet, schlafen auf Bänken oder dem Boden und warten verzweifelt auf Informationen, wie die Tagesschau berichtet. Besonders betroffen sind die Drehkreuze Dubai und Abu Dhabi, wo sich die Lage durch die Sperrung der Lufträume und die Einstellung des Flugbetriebs stündlich verschärfte. Der Flughafen von Dubai wurde bei iranischen Vergeltungsschlägen beschädigt, ebenso die Flughäfen in Abu Dhabi und Kuwait. Viele Reisende berichten von chaotischen Zuständen, fehlenden Informationen und überfüllten Terminals. Der britische Luftfahrtanalyst John Strickland warnte: "Die Ausmaße dieser Drehkreuze sind heute einfach enorm. Hunderttausende von Menschen werden an den falschen Orten der Welt festsitzen, ohne Gewissheit, wann sie weiterreisen können", berichtet die ZEIT.
Der Betrieb an den wichtigen Drehkreuzen Dubai (DXB und DWC) und Abu Dhabi wurde am 28. Februar gestoppt, Tausende Menschen saßen an den Flughäfen fest. Am Montagabend, 2. März, nahmen die beiden Flughäfen in Dubai den Flugverkehr in eingeschränktem Umfang wieder auf. Eine "begrenzte" Zahl von Flügen könne voraussichtlich starten, erklärte der Betreiber. Die Fluggesellschaft Emirates und die Low-Cost-Airline Flydubai kündigten jeweils für Montagabend eine Reihe von Flügen an. Auch in Abu Dhabi wurde der Betrieb am 2. März teilweise wieder aufgenommen.Die Regierung von Dubai teilte mit, es gebe eine "begrenzte Wiederaufnahme des Betriebs". Es sollten aber nur jene Passagiere zum Flughafen kommen, die direkt von ihrer Airline kontaktiert worden seien.
Massive Flugausfälle: Über 3.400 Flüge gestrichen
Insgesamt wurden an sieben Flughäfen im Nahen Osten bereits mehr als 3.400 Flüge gestrichen, meldete das Portal Flightradar24, so der ADAC. Betroffen waren neben Dubai auch Abu Dhabi und Doha, berichtet das RND. Auch für die Folgetage war mit Hunderten weiteren Ausfällen zu rechnen.
Die Lufthansa Group hat umfangreiche Flugstreichungen vorgenommen. Folgende Maßnahmen gelten bis einschließlich Sonntag, 8. März 2026, wie die Lufthansa offiziell mitteilt:
Nicht angeflogene Städte:
Tel Aviv (Israel)
Beirut (Libanon)
Amman (Jordanien)
Erbil (Irak)
Teheran (Iran)
Dammam (Saudi-Arabien)
Gemiedene Lufträume bis einschließlich 8. März:
Israel
Libanon
Jordanien
Irak
Iran
Katar
Kuwait
Bahrain
Dammam
Zusätzlich werden Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi gestoppt – für Dubai bis einschließlich 4. März 2026, wie die Lufthansa bekannt gab.
Die drei großen Golf-Airlines Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways stellten ihren Betrieb vorübergehend ein, berichtet der Aerotelegraph. Der Flughafen Zayed International in Abu Dhabi setzte alle Abflüge bis mindestens 14.00 Uhr Ortszeit am Sonntag, 1. März 2026, aus, viele Ankünfte wurden gestrichen.
Weitere betroffene Airlines mit Flugstreichungen:
Turkish Airlines – Verbindungen nach Iran, Irak, Syrien, Jordanien und Libanon ausgesetzt bis Sonntag, 2. März
Wizz Air – Flugbetrieb nach Israel, Dubai, Abu Dhabi und Amman eingestellt bis einschließlich Samstag, 7. März
Condor – Flüge zwischen Berlin und Dubai ausgesetzt bis einschließlich Sonntag, 2. März; zwischen Stuttgart und Dubai bis einschließlich Montag, 2. März
Swiss – Verbindungen nach Tel Aviv gestrichen bis einschließlich 7. März
Air France – Alle Flüge nach Tel Aviv und Beirut für Samstag gestrichen,
Eurowings – Flüge nach Abu Dhabi gestrichen (als Teil der Lufthansa Group bis 8. März)
Dubai-Urlauber: "Im Hotel bleiben – nicht zum Flughafen fahren"
Anders als für die Türkei und Ägypten besteht für die Vereinigten Arabischen Emirate mit den Metropolen Dubai und Abu Dhabi seit Samstag, dem 28. Februar 2026, eine komplette Reisewarnung. Diese Maßnahme kam für viele Urlauber überraschend, da die VAE bislang als sicheres Reiseziel galten, wie der Reisereporter berichtet.
Das Auswärtige Amt wandte sich in einem sogenannten "Landsleutebrief" direkt an die in Dubai und den VAE festsitzenden Deutschen. Mit den Worten "Liebe Landsleute" informierte das Ministerium über die Gegenschläge des Iran auf Ziele in der Region und die Sperrung der Lufträume. Bereits am Samstag hatte sich das Außenministerium erstmals gewandt, am Sonntag (1. März) folgte ein zweiter Brief mit aktualisierten Informationen. Das Außenministerium empfiehlt in den Schreiben folgende Maßnahmen:
Funktion "Notfall-Benachrichtigung per SMS" aktivieren
Kontakt mit der deutschen Botschaft bzw. dem Generalkonsulat Dubai halten
Aktuelle Sicherheitshinweise regelmäßig prüfen
Größere Menschenansammlungen meiden
Informationen der NCEMA (National Emergency Crisis and Disasters Management Authority der VAE) beachten
Reiseanbieter wie Dertour schrieben ihre Kunden mit eindringlichen Warnungen an: "Unbedingt im Hotel bleiben – nicht zum Flughafen fahren", wie die FAZ berichtet. Diese Empfehlung erfolgte vor dem Hintergrund der unsicheren Sicherheitslage in den Emiraten und der chaotischen Zustände an den Flughäfen.
ELEFAND ist die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts für Deutsche im Ausland. Die Abkürzung steht für "Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland". Die Registrierung erfolgt passwortgeschützt online unter krisenvorsorgeliste.diplo.de oder über die ELEFAND App (Link zum Google Play Store für Android, Link zum Apple Store für iOS). Bei der Registrierung muss der Reisepass oder Personalausweis verfügbar sein, da Daten daraus benötigt werden.
Kreuzfahrten abgesagt: 15.000 Passagiere sitzen im Persischen Golf fest
Die Orient-Kreuzfahrten, die eigentlich starten sollten, wurden kurzfristig abgesagt. Vom deutschen Anbieter TUI Cruises liegen die Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" mit einer Kapazität für insgesamt gut 5000 Reisende im Persischen Golf fest, wie die Tagesschau berichtet. Insgesamt sind rund 15.000 Passagiere auf sechs Kreuzfahrtschiffen in drei Häfen festsitzend.
Betroffene Kreuzfahrtschiffe im Überblick:
Mein Schiff 4 (TUI Cruises) – Kapazität ca. 2.500 Passagiere
Mein Schiff 5 (TUI Cruises) – Kapazität ca. 2.500 Passagiere
MSC Euribia (MSC Cruises) – Kapazität über 6.000 Passagiere
Celestyal Journey (Celestyal Cruises)
Celestyal Discovery (Celestyal Cruises)
Aroya (Aroya Cruises)
Der Iran sperrte als Reaktion auf die Angriffe von Israel und den USA die Straße von Hormuz für die Schifffahrt. Die iranische Revolutionsgarde drohte, jedes Schiff unter Beschuss zu nehmen. Der Iran schickte seinerseits Raketen zu Zielen in die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Crews der Schiffe ordneten deshalb an, im Innern zu bleiben und Außendecks zu meiden, berichtet Euronews.
Sicherheitsmaßnahmen auf den Kreuzfahrtschiffen:
Passagiere müssen in Innenbereichen bleiben
Außendecks sind gesperrt
Aufenthalt an Fenstern soll gemieden werden
Regelmäßige Sicherheitsdurchsagen
Kontakt mit Behörden und Reedereien
Bereitstellung von Notfallplänen
Im Persischen Golf liegen US-Militärstützpunkte, die nun durch den Iran unter Beschuss geraten – als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe vom Samstagmorgen. Deutsche Kreuzfahrtpassagiere sitzen dadurch in einer besonders prekären Lage fest.
TUI plant Rückholung binnen Tagen – Dertour betreut Gäste vor Ort
Nach tagelangem Stillstand gibt es erste Hoffnungsschimmer für die festsitzenden Urlauber in der Golfregion: Der Reisekonzern TUI kündigte am Dienstag, 3. März 2026, an, seine im Nahen Osten gestrandeten Kunden binnen einiger Tage zurückzuholen. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Programm von n-tv. "Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt", erklärte Ebel. Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der Sicherheitslage ab. "Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen." Er gehe jedoch davon aus, dass es "etwas ist, was einige Tage dauern wird".
Der Touristikkonzern Dertour hat nach eigenen Angaben derzeit eine niedrige vierstellige Gästezahl in von Reisewarnungen betroffenen Nahost-Gebieten. Der zweitgrößte deutsche Reiseveranstalter nannte am Montagmorgen, 2. März, die Länder Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, Oman, Jordanien, Israel und Kuwait als betroffene Destinationen. Zu Dertour gehören auch die Veranstalter ITS, Meiers Weltreisen und Clevertours.
"Gäste, die aufgrund von Luftraumsperrungen vor Ort derzeit nicht nach Hause fliegen können oder auf einen Weiterflug warten, sind von uns informiert worden und werden vor Ort betreut", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Den Gästen stünden lokale Reiseleitungen als Ansprechpartner zur Verfügung. "Die Reiseleitungen werden die Hotelunterbringung entsprechend verlängern oder alternative Zimmer in anderen Hotels zur Verfügung stellen." Über neue Rückreisemöglichkeiten werde man schnellstmöglich informieren. Das Unternehmen richtete eine Rund-um-die-Uhr-Hotline für Gäste der Veranstalter Dertour, ITS, Meiers Weltreisen oder Clevertours ein, so die Dertour Group. Dort gebe es Krisenteams, die gezielt für solche Situationen geschult worden seien.
Bis Donnerstag: Dertour sagt alle Reisen in betroffene Länder ab
Bis einschließlich Donnerstag sagte Dertour alle Reisen in die genannten Länder mit einer Reisewarnung ab. Betroffene Gäste können kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder erhielten alternativ den vollständigen Reisepreis zurück. Auch Reisende in anderen Regionen seien betroffen, berichtete das Unternehmen weiter. Für Transit-Reisende, die wegen der Flugstreichungen nicht wie geplant abreisen könnten, suche man nach alternativen Flugverbindungen, so der Deutsche Reiseverband. "In den Fällen, in denen wir keine neuen Flugverbindungen anbieten können, sind kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen möglich", so Dertour.
Trotz geopolitischer Krisen beobachtet der zweitgrößte deutsche Reiseveranstalter Dertour weiterhin eine große Reiselust. "Die jüngste Zuspitzung in Nahost zeigt: Wir leben in einer zunehmend volatilen Welt. Doch trotz geopolitischer Krisen, Klimarisiken und wachsender Digitalisierung bleibt der Wunsch nach Urlaub sehr stark", sagte Dertour-Chef Christoph Debus der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Man sei mit der Buchungsentwicklung aktuell sehr zufrieden. Gleichzeitig beobachte das Unternehmen einen steigenden Beratungsbedarf der Kunden – und das nicht erst seit der jüngsten Eskalation im Nahen Osten. "Kunden informieren sich stärker zur Situation vor Ort", sagte Debus.
Gerade in Zeiten globaler Unsicherheit nehme die Nachfrage nach Unterstützung durch Reiseveranstalter deutlich zu. Die Lage im Nahen Osten dürfte auch eines der Themen auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin sein, der weltgrößten Reisefachmesse.
Charterflüge für vulnerable Gruppen: Bundesregierung plant Rückholaktion
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat am Montag, 2. März, eine staatlich organisierte Rückholaktion für besonders vulnerable Gruppen angekündigt. Die Bundesregierung will Charterflugzeuge nach Saudi-Arabien und in den Oman schicken, um von dort gestrandete deutsche Reisende auszufliegen – vorrangig Kinder, Kranke und Schwangere. Wadephul erklärte, er habe mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr gesprochen, und die Airline habe grundsätzlich Kapazitäten. "Wir wollen Deutschen helfen, nach Hause zu kommen", sagte der Außenminister. Die Flugzeuge sollen auf Steuerkosten gechartert werden. Konkret sollten gecharterte Maschinen in die Hauptstädte Riad (Saudi-Arabien) und Maskat (Oman) geschickt werden.
Grundsätzlich sieht die Bundesregierung jedoch die Reiseveranstalter und Fluglinien in der Verantwortung, ihre Kunden nach Deutschland zurückzubringen. Das Bereitstellen von Flugzeugen für besonders vulnerable Gruppen sei das Mittel zweiter Wahl, sagte Wadephul. "An allererster Stelle müssen natürlich die Reiseverkehrsunternehmen hier eintreten. Und an dritter Stelle, wenn all das nicht reichen sollte, dann würden wir gegebenenfalls auf die Bundeswehr zurückgreifen."
Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums hatte zuvor erklärt: "Die Bundeswehr ist wirklich das letzte Mittel der Wahl." Wadephul teilte mit, dass das Auswärtige Amt auch Krisenunterstützungsteams nach Maskat, Doha und Dubai entsenden werde. "Weitere Teams erkunden die Lage an den Grenzübergängen." Dabei gehe es um die Möglichkeit des Grenzübergangs in Richtung von Ländern wie dem Oman und Saudi-Arabien, deren Luftraum noch geöffnet sei, so Wadephul.
Der Außenminister betonte, das Auswärtige Amt koordiniere sich sehr eng mit der Reiseindustrie. Er sei im Gespräch unter anderem mit der Lufthansa, dem Reisekonzern TUI und dem Deutschen Reiseverband. "Wir haben zusammen ein Ziel: Wir wollen Deutschen helfen, nach Hause zu kommen." Die Lufthansa habe grundsätzlich Kapazitäten, um Deutsche nach Hause zu bringen. "Die Voraussetzungen müssen jedoch immer im Einzelfall geprüft werden."