In einigen Fällen führte das zu unbefugtem Zugriff auf das Booking.com-Konto der Unterkunft. Die Buchungsplattform betont, dass nur ein Bruchteil der Unterkünfte betroffen sei und man die Unterkunftspartner dabei unterstütze, ihre Systeme so schnell wie möglich zu sichern und betroffenen Kunden zu helfen.
Nichtsdestotrotz sollten Kunden wachsam sein. "Wenn eine Unterkunft oder ein Gastgeber scheinbar eine Zahlung außerhalb dessen verlangt, was auf ihrer Bestätigung aufgeführt ist, sollten sie sich an unser Kundenservice-Team wenden", so Booking.com gegenüber inFranken.de. Jede Nachricht mit Anweisung, auf einen Link zu klicken oder eine Datei herunterzuladen, sollte mit Vorsicht behandelt werden.
Wieso fallen so viele auf Spear Phishing herein?
Die Fallbeispiele zeigen, wie wertvoll persönliche Daten für Kriminelle sind. Egal auf welchem Weg deine Informationen im Netz landen, sollte dir klar sein, dass sie nicht einfach wieder verschwinden. Große Datensätze mit Nutzernamen, E-Mail-Adressen und Passwörtern werden immer wieder zum Verkauf angeboten und für verschiedene Betrugsmaschen verwendet. Zum Schutz solltest du dich weiterhin an die altbekannte Regel halten: keine Links anklicken und keine sensiblen Daten weitergeben, auch wenn eine Nachricht auf den ersten Blick vertrauenswürdig scheint.
Dass Spear Phishing selbst Fachleute hinters Licht führen kann, hat zwei einfache Gründe. Zum einen spielt der Kontext der E-Mail eine wichtige Rolle, ob wir sie als Betrug erkennen oder nicht. Sicherheitsforscher des National Institute of Standards and Technology (NIST) haben das bei einer Studie mit Mitarbeitenden der Behörde herausgefunden. "Personen sind mehr oder weniger anfällig für Phishing-Mails, was mitunter davon abhängt, ob die Prämisse der Nachricht zu ihrem individuellen Arbeitsumfeld, ihren Aufgaben und Verantwortungen passt", schreiben die Autoren der Studie. Kurz gesagt: Passt die Nachricht zu dem, was ich gerade mache, schenke ich ihr eher Glauben und folge ihren Anweisungen. Passt die Nachricht nicht zu den aktuellen Umständen, bin ich eher misstrauisch und suche nach Anzeichen für Betrug.
Zum anderen machen sich Betrüger gerne unsere Routine zum Werkzeug. Wer etwa auf der Arbeit ständig Anfragen per Mail beantworten muss, wird nicht jede Nachricht auf verdächtige Details prüfen. Die britische Behörde National Cyber Security Centre (NCSC) bestätigt diese Annahme. Es sei unrealistisch, dass Mitarbeitende durch Trainings jede Phishing-Attacke identifizieren und abwehren könnten. Sonst bleibe am Ende nicht mehr genug Zeit für die eigentlichen Arbeitsaufgaben. Zumal das Beantworten von E-Mails und das Anklicken von Links für die meisten Leute ein fester Bestandteil der Arbeit seien.
Link in Phishing-Mail angeklickt? Das solltest du jetzt tun
Spear Phishing ist somit nicht nur für Laien ein Problem, sondern auch für technisch erfahrene Menschen. Letztlich kann jeder ein Opfer von Phishing werden. Solltest du einen verdächtigen Link angeklickt oder sensible Daten preisgegeben haben, solltest du Folgendes tun:
- Aktualisiere dein Virenschutzprogramm und lasse es deinen kompletten Computer oder dein Handy durchsuchen.
- Ändere deine Passwörter und Sicherheitsfragen für die betroffenen Konten.
- Kontaktiere das echte Unternehmen bzw. den verknüpften Zahlungsdienstleister.
- Sperre, falls nötig, deine Bankkarten und -konten.
- Stelle eine Anzeige wegen Betrugs bei deiner örtlichen Polizeidienststelle oder der Online-Wache der Polizeien der Länder.
- Beobachte deine Kontoauszüge genau und sei besonders wachsam gegenüber weiteren E-Mails, Briefen oder Anrufen.
Für Spear Phishing gelten dieselben Präventionstipps wie für gewöhnliches Phishing. Geht es um Geld oder vertrauliche Daten, sollten Aufforderungen stets über einen zweiten Weg überprüft werden – etwa über die offizielle App oder Website. Wer Zahlungs- oder Login-Aufforderungen per Mail oder Chat erhält, sollte nicht auf die mitgeschickten Links klicken. Zusätzlich sollte, wo immer möglich, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktiviert und ein Passwortmanager verwendet werden. Wer sich vor Spear Phishing schützen will, sollte achtsam mit persönlichen Informationen umgehen.
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