Auf WhatsApp geht eine neue Betrugsmasche um. Mit einem fiesen Trick wollen Betrüger dein Konto übernehmen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor einer neuen Betrugsmasche, die auf WhatsApp-Nutzer abzielt. Die Rede ist vom sogenannten GhostPairing. Kriminelle nutzen dafür eine legitime Funktion des Messengers, die Geräteverknüpfung, um Zugriff auf dein Konto zu erhalten.
Forscher der Cybersicherheitsfirma "Gen" haben die Masche kürzlich in Tschechien aufgedeckt und einen Blog-Post darüber veröffentlicht. Ob der WhatsApp-Betrug auch in Deutschland umgeht, ist unklar. Wie ein Sprecher des BSI auf Anfrage von inFranken.de angab, seien nach jetzigem Stand keine Fälle bekannt, die eindeutig auf deutsche Betroffene zurückzuführen sind.
WhatsApp-Betrug "GhostPairing": So erkennst du die neue Masche
"Eine Gefahr ist jedoch nicht auszuschließen, da Cyberkriminelle selten an Landesgrenzen haltmachen und bspw. gut gefälschte englischsprachige Webseiten auch für deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher zur Gefahr werden können", so ein BSI-Sprecher. Der Betrug läuft in der Regel nach dem folgenden Schema ab.
- Potenzielle Opfer erhalten eine Nachricht von einem bekannten Kontakt, die einen Link enthält. Zum Beispiel: "Hey, ich hab dein Foto gefunden [Link]"
- Der Link führt zu einer Webseite, die wie Facebook aussieht - dabei handelt es sich um eine Fälschung.
- Nutzer sollen zunächst ihre Handynummer "verifizieren", um den Inhalt zu sehen. Dafür werden sie aufgefordert, ihre Handynummer auf der gefälschten Seite einzugeben.
- Anschließend erscheint ein Zahlencode auf der Webseite, den die Nutzer bei WhatsApp eingeben sollen.
Was wie eine normale Zwei-Faktor-Authentifizierung wirkt, ist jedoch der Prozess, um ein neues Gerät mit dem WhatsApp-Konto zu verbinden. Nutzer werden ausgetrickst und geben dem Gerät des Angreifers unwissend Zugriff auf alle Nachrichten, Fotos und Kontakte.
Fremde kapern WhatsApp-Konto: Betrug bleibt häufig unentdeckt
Die gefälschte Webseite ist mit der echten WhatsApp-Infrastruktur zur Gerätekopplung verknüpft. Gibt der Nutzer seine Handynummer ein, wird das automatisch an WhatsApp weitergeleitet, um die Geräteverknüpfung zu starten. WhatsApp generiert dafür einen achtstelligen Code, den man auf dem bestehenden Gerät eingeben soll. Das ist der Code, der auf der gefälschten Facebook-Seite als "Verifizierungscode" erscheint.
In seltenen Fällen nutzen die Kriminellen stattdessen einen QR-Code für die Verknüpfung ihres Geräts. Laut den Sicherheitsexperten von "Gen" sei das jedoch wenig praktikabel für die potenziellen Opfer. "Das Scannen eines QR-Codes, der auf dem Gerät angezeigt wird, das Sie gerade verwenden, ist bestenfalls umständlich und oft ohne einen zweiten Bildschirm, ein weiteres Smartphone oder ein Tablet gar nicht möglich", so die Forscher. Extremfälle, in denen dies in legitimen Kontexten vorkommt, seien zwar bekannt, "aber nichts worauf man einen Massenbetrug aufbauen würde".