Unverarbeitetes rotes Fleisch steht zwar ebenfalls im Fokus der Fachleute, das Lebensmittel ist jedoch in einer abgemilderten Abstufung in der "Group 2A, probably carcinogenic to humans" zu finden. Diese Klassifizierung gilt als wahrscheinlich krebserregend, das heißt, es gibt zwar eine Vermutung, die jedoch noch nicht ausreichend belegt ist. Schließlich hat rotes Fleisch aufgrund seiner Nährstoffe Vorteile für den Körper, unter anderem ist es ein wichtiger Eiweißlieferant und enthält B-Vitamine, Zink und Eisen. Es unterstützt die Muskeln und stärkt das Immunsystem. Außerdem wirkt es wie ein Energiebooster. Ob du ab jetzt nur noch weißes Fleisch (Huhn oder Pute) essen solltest, wird mit diesem Ergebnis nicht bestätigt, denn die WHO hat die beiden Sorten nicht miteinander verglichen. Geflügelfleisch wird momentan als weniger bedenklich bewertet, wobei die Empfehlung bei Fleisch aus Biohaltung liegt.
Was steckt in einer Leberkäsesemmel?
Neben einer erhöhten Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken, kann der Konsum von verarbeitetem rotem Fleisch weitere Krankheiten begünstigen. Dazu zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie ein erhöhter Cholesterinspiegel. Aufgrund der in einer Leberkäsesemmel enthaltenen Kohlenhydrate, Fette und des Eiweißes erhöht sich für Diabetiker die Gefahr einer endogenen Glykierung. Hierbei verklebt sich Zucker direkt mit den Proteinen und Fetten im Körper, was zu Advanced Glycation Endproducts (AGEs) führt. Das sind Moleküle, die bei hohem Blutzucker Schäden an Gewebe und Haut verursachen können. Daneben fördern sie den Alterungsprozess und es kann zu Ablagerungen in den Arterien (Arteriosklerose) kommen.
Das Hauptproblem liegt in den Inhaltsstoffen, denn das Leberkäsebrät besteht überwiegend aus Schweinefleisch – meist in minderwertiger Qualität. Der Fettgehalt liegt bei ca. 20 bis 30 Gramm Fett pro 100 Gramm. Gewürzt wird die Masse mit jeder Menge Salz, Glutamat und weiteren Zusatzstoffen. So sind in industriell hergestelltem Fleischkäse zahlreiche Konservierungsstoffe zu finden. Das in Nitritpökelsalz enthaltene Natriumnitrit (E 250) sorgt für eine ansprechende Farbe sowie für einen besseren Geschmack. Daneben werden Stabilisatoren für eine bessere Bindung der Komponenten sowie die Antioxidationsmittel Ascorbinsäure (Vitamin C) mit der E-Nummer E 300 und Natriumascorbat (E 301) im Leberkäse verarbeitet. Diese sollen die Haltbarkeit verlängern. Ferner kann eine industriell hergestellte Semmel durch chemische Inhaltsstoffe gesundheitlich fragwürdig sein.
Durch diese Zusammensetzung und zu viel Salz kann die Leber in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Verzehrst du regelmäßig Fast Food, werden mit der Zeit die Gefäße in der Leber geschädigt. Dadurch steigt das Risiko einer Fettleber. Ein langjähriger und intensiver Genuss kann zu einer Leberzirrhose führen. Hierbei handelt es sich um nicht heilbare (irreversible) Schäden an dem Organ, da sich Narben und totes Gewebe bilden. Die Leber gehört zu den lebenswichtigen Organen, weil sie wichtige Aufgaben übernimmt. Sie verarbeitet Nährstoffe und speichert sie. Die Leber entgiftet das Blut und bildet Gallenflüssigkeit, mit der sie die Verdauung ankurbelt. Außerdem gleicht sie den Blutzucker aus und verarbeitet Schadstoffe.
Wie hilfst du deiner Leber?
Mit einer ausgewogenen Ernährung kannst du deine Leber entlasten und weitere Schädigungen vermeiden. Auf deinem Speiseplan sollten häufiger naturbelassene Lebensmittel stehen. Gut geeignet ist ballaststoffreiche Nahrung wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte. Hochwertige Pflanzenöle tragen zur Regeneration der Leber bei. Anstatt mit Salz kannst du deine Speisen mit frischen Kräutern abschmecken. Der Verzehr von Frischfleisch, vegetarischen Alternativen oder pflanzlichen Brotaufstrichen ist besser als stark verarbeiteter Leberkäse oder Wurst. Hierzu gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) wertvolle Tipps. So soll der wöchentliche Konsum von Fleisch oder Wurst eine Menge von 300 Gramm nicht übersteigen. Laut den Experten ist eine vegetarische Ernährung sogar empfehlenswert.
Mittlerweile gibt es eine gesündere Variante zum herkömmlichen Leberkäse, die mit magerem Fleisch zubereitet wird. Das tierische Fett wird durch pflanzliche Alternativen ausgetauscht und der Salzgehalt wurde reduziert. Trotz der veränderten Rezeptur schmeckt diese kalorienärmere Variante gut und hat durchaus Chancen, als gesündere und ballaststoffreiche Mahlzeit in den Verkaufstheken zu landen.
Grundsätzlich spricht nichts dagegen, ab und zu eine Leberkäsesemmel zu genießen. Entscheide dich für erstklassige Qualität vom Metzger, denn diese Produkte enthalten meist keine oder nur geringe Mengen chemischer Zusatzstoffe. Letztendlich soll die Einstufung durch die WHO kein Verbot darstellen. Stattdessen sollen die einzelnen Länder aktiv werden und die Bevölkerung mit gezielten Maßnahmen sensibilisieren. Gleichzeitig werden die Regierungen dazu ermutigt, durch Gesetze den Verzehr von verarbeitetem Fleisch zu regulieren.
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