Weltspartag 2026: Tradition, Kritik und neue Wege fürs Sparen
Autor: Christoph Eberle
Deutschland, Montag, 26. Oktober 2026
Der Weltspartag bleibt trotz Digitalisierung und Niedrigzinsen relevant. Wie sich Sparen für Familien und Kinder verändert und warum die Aktion umstritten ist.
Am 30. Oktober findet erneut der Weltspartag statt – viele Banken beginnen bereits am 26. Oktober mit der sogenannten Sparwoche. Für zahlreiche Erwachsene sind die Erinnerungen an die Kindheit lebendig: Gemeinsam mit den Eltern wurde die örtliche Bankfiliale besucht, das Sparschwein geleert und das Ersparte auf das Sparbuch eingezahlt, um Zinsen zu erhalten. Als Belohnung und Motivation fürs weitere Sparen gab es kleine Geschenke.
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Noch immer wird der Weltspartag groß gefeiert, auch in Franken – etwa bei der Sparkasse Mainfranken-Würzburg, bei der Volksbank Raiffeisenbank Würzburg, bei der VR Bank Bamberg-Forchheim oder bei der Sparkasse Bamberg. Mit Gewinnspielen, Aktionen und Geschenken wollen die Geldinstitute junge Kundschaft anlocken.
Doch in Zeiten von nahezu null Zinsen am Sparbuch, hoher Inflation und anderen Anlagemöglichkeiten wie Sparplänen per Handy-App im ETF-Depot stellt sich die Frage: Ist der Weltspartag noch zeitgemäß? Die kurze Antwort lautet: Ja, aber...
Was ist der Weltspartag überhaupt?
Der Weltspartag geht auf das Jahr 1924 zurück und ist damit über 100 Jahre alt – und eine Erfindung der Sparkassen. Laut dem "Lexikon der Wirtschaft" der Bundeszentrale für politische Bildung geht er zurück auf die Cassa di Risparmio di Milano, die Mailänder Sparkasse, die damals Vertreter aus 29 Ländern zu einem Sparkassenkongress einlud.
Der Schlusstag des Kongresses, der 31. Oktober, wurde anschließend zum Weltspartag (Feiertag des Sparens und des Sparers) erklärt. Er entstand in einer Zeit, in der Konsum und Geldausgeben schnell an Bedeutung gewannen. Ziel war es, Vorsorge und Verantwortung im Umgang mit Geld zu vermitteln. Dieser Kern ist bis heute unverändert.
In Deutschland und Österreich wird der Weltspartag oft auf den letzten Werktag vor dem 31. Oktober gelegt – da der 31. Oktober vielerorts durch den Reformationstag ein Feiertag ist. 2026 ist es der 30. Oktober.