Trumps neue Zölle auf Lastwagen und Autos aus der EU: "Für die Arbeitsplätze Gift"

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Donald Trump kündigte an, die Zölle auf Auto- und Lastwagenimporte aus der Europäischen Union in die USA ab kommender Woche auf 25 Prozent zu erhöhen.

Lange herrschte im Zollstreit zwischen den USA und der EU Ruhe, doch am Freitag (1. Mai 2026) verschärfte US-Präsident Donald Trump nun die Lage: Auf der Plattform Truth Social verkündete er, dass der Zoll auf Auto- und Lastwagenimporte aus der Europäischen Union in die USA auf 25 Prozent erhöht wird.

Der neue Satz soll ab der kommenden Woche gelten. "Sie haben sich nicht an die Vereinbarung gehalten, die wir getroffen haben", begründete Trump seine Entscheidung vor Journalisten.

25 Prozent statt 15: Trump kündigt neue Zölle für EU-Autos an

Mit seiner Aussage bezieht sich Trump auf das Handelsabkommen. Denn Mitte August 2025 einigten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent für die meisten EU-Warenimporte in die USA. Auch für europäische Autos und Autoteile sollte dieser Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.

Weitere Zolldrohungen Trumps im Grönland-Konflikt und Unsicherheiten nach einer Gerichtsentscheidung, die viele US-Zölle für rechtswidrig erklärte, bremsten jedoch die Umsetzung des Zolldeals. Das Europäische Parlament gab im März bekannt, die weitere Umsetzung des Abkommens mit den USA an strenge Bedingungen knüpfen zu wollen. Die Abgeordneten sprachen sich mehrheitlich dafür aus. Für die Umsetzung müssen auch die Mitgliedstaaten den entsprechenden Verordnungen zustimmen.

Der Einigung ging ein monatelanger Streit voraus, bei dem sich beide Seiten des Atlantiks mit Zolldrohungen überzogen. Im Juli kündigte Trump etwa Zölle von 30 Prozent auf alle Waren aus der Europäischen Union an - die EU bereitete wenige Tage darauf Gegenzölle im Wert von 72 Milliarden Euro vor.

Obergrenze lag bisher bei 15 Prozent: Neue Zölle treffen Autoindustrie hart

Im Rahmen des Handelsabkommens von August gilt laut US-Bundesregister für Autos, leichte Lastwagen und Autoteile, die aus der EU in die USA importiert werden, die 15-Prozent-Zollobergrenze. Mittelschwere und schwere Lastwagen werden allgemein mit 25 Prozent verzollt. Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, sind laut Trump von den Abgaben ausgenommen. Der US-Präsident möchte dadurch Autobauer weltweit dazu bewegen, trotz höherer Herstellungskosten mehr in den USA zu produzieren.

Derzeit befinden sich "zahlreiche" Produktionsstätten im Bau, das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 100 Milliarden US-Dollar (knapp 85,5 Mrd. Euro), schreibt Trump in seinem Post. "Sie haben uns unsere Autoindustrie weggenommen", sagte Trump. Profitiert hätten davon andere Länder wie Deutschland, Japan, Mexiko und Kanada. Das solle sich nun ändern.

Die USA hätten sich an ihren Teil der Vereinbarung mit der EU gehalten, sagte ein Beamter aus dem Weißen Haus der Deutschen Presse-Agentur. Die EU hingegen habe keine wesentlichen Fortschritte bei der Erfüllung ihrer vereinbarten Verpflichtungen erzielt - etwa in Bezug auf Handelshemmnisse im Automobilbereich, digitale Dienste sowie CO2-Abgaben. Das Weiße Haus habe stets deutlich gemacht, dass sich Trump vorbehalte, Zollsätze anzupassen, wenn Handelspartner ihren Verpflichtungen nicht nachkämen. Für Zölle auf Autoimporte aus der EU geschehe dies nun auf Basis eines gesetzlichen Rahmens, den die USA auch für andere produktspezifische Zölle nutzten.

EU behält sich "alle Optionen vor", um Interessen zu schützen

Zuständig für die Handelspolitik der Staatengemeinschaft ist die EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde behielt sich in einer ersten Reaktion Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Ankündigung tatsächlich umsetzen. Man bekenne sich weiter "zu einer berechenbaren, für beide Seiten vorteilhaften transatlantischen Beziehung", teilte eine Sprecherin mit. Sollten die USA Maßnahmen ergreifen, die im Widerspruch zum gemeinsamen Handelsabkommen stünden, behalte man sich jedoch "alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu schützen".

Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, nannte Trumps Ankündigung inakzeptabel. Das Europäische Parlament halte weiterhin an der Vereinbarung fest und arbeite an der Umsetzung des Abkommens. "Während die EU ihre Verpflichtungen erfüllt, bricht die US-Seite ihre Zusagen immer wieder", schrieb er weiter.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bezeichnete Trumps jüngsten Vorstoß als "erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen". VDA-Präsidentin Hildegard Müller betonte: "Das Handelsabkommen, das zwischen der EU und den USA vereinbart wurde, muss von beiden Seiten eingehalten werden." Dabei müsse Brüssel "endlich" die Abmachungen umsetzen.

Zölle als Rache an Merz, Meloni und Sánchez?

Dass die neuen Zölle eine Rache an Merz, Meloni und Sánchez sein könnten, ist keinesfalls ausgeschlossen: Das Verhältnis zwischen den USA und europäischen Ländern war zuletzt angespannt. In den vergangenen Tagen ging Trump etwa Bundeskanzler Friedrich Merz mehrfach verbal an, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte. "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb er über den CDU-Politiker. Merz hingegen spricht weiter von einem "unverändert guten" Verhältnis.

Kurz danach drohte Trump mit einem Abzug von US-Soldaten aus Deutschland, der nun auch umgesetzt werden soll. Entsprechende Überlegungen stellte Trump dann wenig später auch für Italien und Spanien in Aussicht. Der US-Präsident kritisiert seit geraumer Zeit die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Europäer bei seinem Krieg gegen den Iran. Zuvor stießen die Vereinigten Staaten sowohl in Spanien als auch in Italien auf Widerstand bei der Nutzung von Militärstützpunkten für den Iran-Krieg.

Die USA gehören traditionell zu den wichtigsten Auslandsmärkten deutscher Autobauer, vor allem für Porsche, BMW und Mercedes. Die Branche war ohnehin im vergangenen Jahr von den Zöllen stark betroffen: Zwar galten zunächst 27,5 Prozent, die im August nach dem Deal mit der EU auf 15 Prozent sanken. Das ist aber immer noch sechsmal so viel wie die 2,5 Prozent, die vorher galten.

Trumps neue Zölle: "Für die Arbeitsplätze in Europa, in Deutschland, ist das natürlich Gift"

Die neueste Eskalation dürfte einmal mehr für Kopfschütteln bei den Automanagern sorgen. Denn bereits im vergangenen Jahr brach der Autoexport aus Deutschland in die USA infolge der Zollerhöhungen ein. "Trump hat die Autoindustrie in Deutschland und in Europa massiv getroffen", sagte etwa Autoexperte Stefan Bratzel. Mit seinen Zöllen verstärke er den Trend, dass Autos immer mehr dort gebaut werden, wo sie verkauft werden. "Für die Arbeitsplätze in Europa, in Deutschland, ist das natürlich Gift."

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Vorschaubild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa