Preisschock beim Tanken: Welcher Kraftstoff jetzt besonders teuer ist

Tanken wird immer teurer. Vor allem eine Kraftstoffsorte hat einen deutlichen Preissprung hingelegt, wie Daten des ADAC zeigen.

Nach dem Ende des Tankrabatts folgt nun der nächste Preisschock für Autofahrer: Benzin und Diesel haben sich erneut merklich verteuert. Ursache ist der Iran-Krieg und der damit verbundene Anstieg des Ölpreises. Dieselkraftstoff wurde innerhalb weniger Wochen im Tagesdurchschnitt um 43 Cent teurer.

Besonders hart trifft es Diesel-Fahrer: Ihre Kraftstoffsorte verteuerte sich allein von Dienstag auf Mittwoch im Tagesdurchschnitt um 6,2 Cent, wie Daten des ADAC zeigen. Das war – abgesehen vom Ende des Tankrabatts – der größte Tagesanstieg seit knapp vier Monaten. Am Wochenende legte der Preis noch etwas weiter zu.

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags kostete ein Liter Diesel 2,15 Euro. Binnen zehn Tagen hat sich der Kraftstoff damit um 18,6 Cent verteuert. Außerdem hat er zum ersten Mal seit Mitte Mai Superbenzin der Sorte E10 überholt, das am Mittwoch 2,117 Euro pro Liter kostete. Auch E10 hat sich zuletzt spürbar verteuert – im Vergleich zum Dienstag um 3,4 Cent und binnen zehn Tagen um 10,1 Cent – jedoch nicht ganz so stark wie der laut ADAC als krisenanfälliger eingestufte Dieselkraftstoff.

Dieselpreis stieg innerhalb weniger Wochen von 1,72 Euro auf 2,15 Euro

Der Dieselpreis kletterte innerhalb weniger Wochen von rund 1,72 Euro pro Liter im bundesweiten Tagesdurchschnitt auf 2,15 Euro pro Liter. Grundlage sind Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe. Das entspricht 43 Cent beziehungsweise rund 25 Prozent mehr. Super E10 stieg von rund 1,80 Euro je Liter auf 2,12 Euro pro Liter – ein Plus von 32 Cent oder 18 Prozent. Der stärkste Preissprung erfolgte bei beiden Kraftstoffsorten unmittelbar nach dem Auslaufen des Tankrabatts zum 1. Juli. Der ADAC hatte die Spritpreise zuletzt als überhöht kritisiert.

Spar-Tipp: Am besten am Vormittags tanken

Wer vergleichsweise günstig tanken möchte, hat dazu laut ADAC am späten Vormittag die besten Chancen. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel sind die Spritpreise zu dieser Zeit in der Regel am niedrigsten.

Wer mit dem Auto in den Urlaub aufbricht, sollte sich außerdem über die Preise in den Ziel- und Transitländern informieren. Diese liegen teilweise deutlich unter dem deutschen Niveau, in einigen Fällen jedoch auch darüber – vor allem an Autobahntankstellen.

In Kroatien kostete Diesel am Freitag laut ADAC im Schnitt 1,66 Euro und Benzin 1,60 Euro. In Österreich lagen die Preise bei 1,84 Euro (Diesel) und 1,76 Euro (Benzin), in Tschechien bei 1,52 Euro (Diesel) und 1,64 Euro (Benzin).

Beim Tanktourismus nicht übertreiben – sonst wird es teuer und sogar strafbar

Was Tanktouristen beachten sollten: Privatpersonen dürfen Kraftstoff aus einem EU-Land steuerfrei nach Deutschland einführen, solange er sich im Haupttank des Fahrzeugs befindet. Darüber hinaus ist ein Reservebehälter mit bis zu 20 Litern gestattet – allerdings nur, wenn er denselben Kraftstoff enthält wie der Tank.

Das Hauptzollamt Regensburg überprüfte die Einhaltung dieser Regelung kürzlich an der Grenze zu Tschechien und stellte fest, dass einige Tanktouristen zu weit gegangen waren. In diesen Fällen wurde laut Zoll vor Ort ein Steuerbescheid über den zu versteuernden Diesel oder Benzin ausgestellt. Zudem kann der Verdacht der Verkürzung der Energiesteuer entstehen.

Nicht nur bei der Einfuhr, sondern auch bei der Lagerung von Kraftstoff zuhause gelten eindeutige Vorschriften. In Bayern dürfen in Garagen bis zu 200 Liter Diesel, jedoch nur 20 Liter Benzin gelagert werden. Die Behälter müssen dicht verschlossen und bruchsicher sein. Dieser Unterschied ist bedeutsam, da Benzin als erheblich gefährlicher eingestuft wird und daher strengeren Regelungen unterliegt. che/mit dpa

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