Pläne für Aktienrente: Beispiel zeigt, wie private Altersvorsorge künftig aussehen kann

Die CDU plant eine umfangreiche Rentenreform. Im Mittelpunkt stehen eine stärkere private Vorsorge und neue Modelle wie die Aktienrente in Deutschland.

Die gesetzliche Altersvorsorge in Deutschland könnte vor tiefgreifenden Veränderungen stehen. CDU-Vorsitzender Friedrich Merz hat angekündigt, noch in diesem Jahr eine weitreichende Rentenreform anstoßen zu wollen.

Damit soll das bestehende System umfassend erneuert und langfristig tragfähiger gestaltet werden. Im Gespräch sind dabei unter anderem flexiblere Übergänge in den Ruhestand sowie eine stärkere Unterstützung der privaten Vorsorge. Während die Pläne von einigen begrüßt werden, stoßen sie zugleich auch auf deutliche Kritik aus unterschiedlichen politischen Richtungen.

Drei-Säulen-Modell: Merz will mehr private Vorsorge – Linke und Gewerkschaften sehen Gefahren

1962 kamen auf einen Rentner in Deutschland noch sechs Beitragszahler. Im Jahr 2020 waren es nur noch 2,1 und für das Jahr 2050 geht man von 1,3 Beitragszahlern für einen Rentner aus, wie unter anderem der Merkur berichtet. Die gesetzliche Rente mit ihrem Umlageverfahren wird also so, wie wir sie kennen, nicht mehr stemmbar sein. Kanzler Merz will ans Drei-Säulen-Modell ran und die private Vorsorge stärken. Im Gespräch ist immer wieder eine sogenannte Aktienrente.

Die Neugewichtung der drei Säulen – also die gesetzliche Rente sowie die private und betriebliche Altersvorsorge – soll nach den Worten von Merz noch in diesem Jahr initiiert werden. 

Die Linke beschuldigt Merz, die Renten privatisieren zu wollen. "Dass Merz seine Rentenpläne auf dem Jahresempfang der Deutschen Börse ankündigt, ist kein Zufall. Der Black-Rock-Lobbyist will das Geld der Versicherten den Banken und Hedgefonds überlassen, damit diese an den Börsen zocken können", warnte Linken-Chefin Ines Schwerdtner. Wer die Alterssicherung weiter privatisiere, wolle die gesetzliche Rente aushöhlen und nehme steigende Altersarmut in Kauf.

Schweden setzen bereits auf Aktienrente: "Ein bisschen smarter umgesetzt"

Schaut man in Länder, die bereits eine sogenannte Aktienrente eingeführt haben, scheint die Idee dort aufzugehen. Schweden setzt auf ein Mehr-Säulen-Modell bei der Rente, bestehend aus einem Umlagesystem - ähnlich wie in Deutschland, der Betriebsrente und der sogenannten Prämienrente. Letztere ist eine Aktienrente. 2,5 Prozent des Einkommens wandern direkt in Fonds. 450 Fonds stehen frei zur Verfügung; wer nicht selbst aktiv entscheidet, investiert automatisch in den staatlichen Fond Schwedens "AP7 Safa". 

"Schweden und Deutschland haben beide zur Jahrtausendwende die Rente reformiert und Schweden hat es einfach ein bisschen smarter umgesetzt", resümiert Johannes Geyer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im ZDF. Das Renteneintrittsalter ist in Schweden an die Lebenserwartung geknüpft und liegt derzeit bei 67 Jahren. Mit Abschlägen oder Zugewinnen ist ein Renteneintrittsalter zwischen 63 und 69 Jahren möglich. 

Allerdings hat das Modell auch Schattenseiten. Bevor die Fonds auf eine Anzahl von etwa 450 begrenzt wurden, verkauften und verwalteten unseriöse Fondsmanager Produkte, die enorm hohe Gebühren beinhalteten. Teils wurden Manager zu Haftstrafen und rund 170 Millionen schwedischen Kronen Schadensersatz verurteilt. 

Unseriöse Fonds vermeiden: Wie könnte eine Aktienrente in Deutschland aussehen? 

 Die Landesbank Baden-Württemberg zeigt in einer Beispielrechnung, dass eine Aktienrente in Deutschland funktionieren könnte, wenn zunächst 70 Prozent in Aktien und 30 Prozent in Anleihen investiert würden.

Zehn Jahre vor Beginn der Rente wird dann die Aktienquote sukzessive auf null reduziert, wodurch Kursschwankungen vor dem Ruhestand vermieden und eine Rente garantiert werden könnte. 

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