Die Lebenserwartung bleibt seit Jahren nahezu unverändert, während das Rentenalter steigt. Neue Zahlen zeigen zudem große Unterschiede zwischen den Regionen in Deutschland.
Während das gesetzliche Rentenalter allmählich steigt, bleibt die Lebenserwartung für ältere Menschen heute auf dem Niveau von 2014. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Die Daten verdeutlichen zudem erhebliche regionale Unterschiede: So haben Männer in Baden-Württemberg mit 65 statistisch gesehen ganze zwei Jahre mehr vor sich als in Sachsen-Anhalt. Die Linken-Abgeordnete Sarah Vollath hatte die kleine Anfrage gestellt, um Forderungen aus der Regierung nach einer weiteren Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters zu begegnen.
Lebenserwartung steigt immer weiter: "Das stimmt einfach nicht"
Jetzt sieht sie sich durch die Daten aus dem Sozialministerium bestätigt: "Selbsternannte Rentenexperten fantasieren sich seit Jahren die Erzählung zusammen, dass die Lebenserwartung immer weiter steigt und die Menschen viel zu früh in Rente gehen", sagte Vollath. "Unsere Anfrage zeigt: Das stimmt einfach nicht."
Der Sozialverband Deutschland forderte: "Keine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters." Laut Statistik hatten 65-Jährige zuletzt Aussicht auf weitere 19,4 Lebensjahre. Dieser Durchschnittswert der Jahre 2022 bis 2024 lag nach einigen Schwankungen auf demselben Niveau wie zehn Jahre zuvor: Auch im Dreijahresmittel 2012 bis 2014 waren es gerundet 19,4 Jahre.
Derweil stieg aber nach der politischen Entscheidung für die "Rente mit 67" das gesetzliche Alter für eine abschlagsfreie Rente seit 2012 schrittweise um mehr als ein Jahr. Auch der tatsächliche Rentenstart verschob sich innerhalb von zehn Jahren im Schnitt um gut 1,3 Jahre nach hinten.
Lebenserwartung unterscheidet sich regional deutlich
Bis 2030 wird die Lebenserwartung für 65-Jährige laut Antwort der Regierung im Durchschnitt um ein Jahr für Männer und acht Monate für Frauen gestiegen sein. Die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters von 65 auf 67 wird jedoch zwei volle Jahre umfassen. Vollath schließt daraus: "Die Regelaltersgrenze steigt zwischen 2012 und 2030 ungefähr doppelt so schnell wie die Lebenserwartung."
Volle zwei Jahre Zugewinn an Lebenszeit sind nach Angaben der Regierung in verschiedenen Rechenszenarien für Männer frühestens im Jahr 2035 und spätestens im Jahr 2056 erreicht; für Frauen dauert es im optimistischsten Szenario bis 2039 und im pessimistischsten bis 2069.