Tools für die Immobiliensuche: So kann man beim Hauskauf richtig Geld sparen

Wie lange steht ein Haus schon zum Verkauf? Wurde der Preis bereits gesenkt – und ist das vermeintliche Schnäppchen wirklich günstig? Wer eine Immobilie kaufen möchte, kann sich mit kostenlosen Browser-Erweiterungen zusätzliche Informationen zu Inseraten anzeigen lassen.

Wer regelmäßig ImmoScout24, Immowelt oder Kleinanzeigen nach Häusern und Wohnungen durchsucht, kennt das Problem: Nicht alle für Käufer interessanten Informationen sind auf den ersten Blick sichtbar. Spezielle Browser-Add-ons helfen hier. 

Zudem können sie angesichts der massiv gestiegenen Zinsen bei Bau und Hauskauf gute Argumente bei Preisverhandlungen.

Rote Kapsel macht Preisänderungen sichtbar

Besonders interessant ist Rote Kapsel. Die kostenlose Erweiterung zeigt nach Angaben des Anbieters bei Immobilienanzeigen unter anderem, wann ein Inserat erstmals veröffentlicht wurde und ob der Preis zwischenzeitlich erhöht oder gesenkt wurde. Aktuell unterstützt das Tool ImmoScout24 und Kleinanzeigen.

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Das kann bei Preisverhandlungen interessant sein: Steht ein Haus bereits lange zum Verkauf oder wurde der Preis reduziert, liefert das zumindest einen Anhaltspunkt dafür, dass sich Nachfragen beim Verkäufer lohnen könnte.

Immodog bündelt die Immobiliensuche

Umfangreicher arbeitet immodog. Das ebenfalls kostenlose Add-on unterstützt nach Anbieterangaben ImmoScout24, Immowelt, Kleinanzeigen und ohne-makler.net. Interessante Immobilien lassen sich zentral speichern, vergleichen und mit Notizen versehen.

Das Tool dokumentiert außerdem Preisverläufe. Nutzer können ein persönliches Suchprofil mit Kriterien wie Kaufpreis, Wohnfläche, Grundstücksgröße, Baujahr oder Energieklasse hinterlegen. Daraus erstellt immodog einen Match-Score. Die Daten werden laut Anbieter grundsätzlich lokal im Browser gespeichert.

ViVi rechnet Immobilienangebote durch

Vor allem für Kapitalanleger interessant ist ViVi. Die Browser-Erweiterung übernimmt Angaben aus Immobilienanzeigen und berechnet daraus Kennzahlen wie Kaufpreisfaktor, Rendite und Cashflow. Auch Kaufnebenkosten können berücksichtigt werden.

Weitere einfache Add-ons zeigen direkt in den Suchergebnissen den Quadratmeterpreis eines Angebots an. So lassen sich mehrere Immobilien schneller miteinander vergleichen.

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Wie werden Browser-Add-ons installiert?

Die Installation dauert meist nur wenige Minuten. In Chrome oder Edge öffnet man den jeweiligen Erweiterungs-Shop, sucht nach dem gewünschten Tool und klickt auf „Hinzufügen“ beziehungsweise „Installieren“. Anschließend läuft die Erweiterung beim Besuch unterstützter Immobilienportale automatisch oder lässt sich über das Erweiterungssymbol neben der Adressleiste aktivieren.

Vorher sollte allerdings geprüft werden, welche Berechtigungen das Add-on verlangt und auf welche Browserdaten es zugreifen darf.

Was die Add-ons nicht verraten

So praktisch die digitalen Helfer sind: Ob eine Immobilie tatsächlich günstig ist und ins eigene Budget passt, können sie nicht abschließend beurteilen. Deshalb sollten Käufer die Ergebnisse gegenchecken. Der Preisatlas von ImmoScout24 liefert beispielsweise regionale Daten zur Entwicklung von Kauf- und Mietpreisen. Auch Immowelt bietet eine kostenlose Immobilienbewertung anhand von Objekt- und Marktdaten an.

Und selbst ein günstig angebotenes Haus kann am Ende teuer werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, mehrere Finanzierungsangebote miteinander zu vergleichen und neben dem Kaufpreis auch Kaufnebenkosten, notwendige Modernisierungen und einen finanziellen Puffer einzukalkulieren. Als grundsätzliche Orientierung nennt sie Eigenkapital in Höhe von 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises zuzüglich der Kaufnebenkosten.

Auch auf Prognosen über künftig steigende oder fallende Bauzinsen sollten sich Käufer nicht verlassen: Die Zinsentwicklung lasse sich laut Verbraucherzentrale nicht seriös vorhersagen. Sinnvoll seien stattdessen passende Zinsbindungen und flexible Kreditbedingungen, beispielsweise Sondertilgungsmöglichkeiten.

 Bausachverständige bei älteren Häusern fast ein Muss

Ein Makler mit guter Kenntnis des örtlichen Marktes kann zusätzlich bei der Einschätzung des Kaufpreises helfen. Bei älteren Häusern oder erkennbarem Sanierungsbedarf kann sich außerdem ein unabhängiger Bausachverständiger oder Energieberater auszahlen.

Fazit: Rote Kapsel, immodog und ViVi können Immobilienkäufern einen Informationsvorsprung verschaffen. Besonders sinnvoll ist jedoch die Kombination: Browser-Tools zeigen Preisverläufe und erleichtern Vergleiche, Marktdaten helfen bei der Preiseinschätzung – und eine solide Finanzierung entscheidet letztlich darüber, ob aus einem vermeintlichen Schnäppchen tatsächlich ein guter Immobilienkauf wird.

Vorschaubild: © Soeren Stache (dpa-Zentralbild)