Altersvorsorgedepot startet 2027: Für wen ist es nicht geeignet?
Autor: Christoph Eberle
München, Donnerstag, 05. November 2026
Das neue Altersvorsorgedepot soll ab 2027 private Altersvorsorge vereinfachen und günstiger machen. Doch es ist kein Produkt für jeden. Wann es nicht geeignet ist.
Was sich genau hinter dem Begriff Altersvorsorgedepot, kurz "AV-Depot", verbirgt, ist auch kurz vor dem Start im Jahr 2027 noch vielen Förderberechtigten unbekannt. Fest steht: Für viele Bürger kann es eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rente sein. Allerdings gibt es auch Situationen, in denen man das neue Produkt besser (noch) nicht nutzen sollte.
Die Mediengruppe Bayern hat hierzu Antworten von Alexander Roos, Fachberater Altersvorsorge und Geldanlage bei der Verbraucherzentrale Bayern e.V. bekommen.
Was ist das Altersvorsorgedepot überhaupt? Die wichtigsten Infos
In mehreren Ratgeber-Artikeln haben wir das Thema Altersvorsorge-Depot bereits erklärt - aufgeteilt auf die wichtigsten Aspekte:
- Altersvorsorgedepot ab 2027: Neue Chance für die private Rente
- Altersvorsorgedepot: So viel Geld kann die staatliche Förderung bringen
- Altersvorsorgedepot 2027: Was sich für Riester-Sparer ändert
- Staatliche Förderung bei Altersvorsorge – das sollte jeder wissen
- Rente und Altersvorsorge der Zukunft: Was regionale Experten raten
- Trade Republic startet 2027 gratis Depot für Altersvorsorge - wo ist der Haken?
Zuerst die Basics: Notgroschen aufbauen und Schulden tilgen, dann Altersvorsorge
Grundsätzlich sollte jedes Produkt in das Gesamtkonzept zur Geldanlage oder Altersvorsorge passen. Zuerst sollten dabei die Basics erledigt werden: "Wenn also noch nicht die Rücklage für Notfälle - der sogenannte Notgroschen - aufgebaut ist und für die Wünsche in den nächsten Jahren noch kein finanzielles Polster angelegt wurde, so sollte dies zuerst aufgebaut werden", erklärt Alexander Roos von der Verbraucherzentrale gegenüber der Mediengruppe Bayern. Wie hoch der Notgroschen sein sollte, darüber haben wir hier berichtet.
Zudem sollten seiner Ansicht nach natürlich zuerst Konsum-Schulden zurückgeführt werden. Denn: Wer beim Girokonto ins Minus rutscht, zahlt drauf. Es greift der sogenannte Dispokredit, der weiterhin mit hohen Zinsen aufwartet. Nach Angaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) betrug der durchschnittliche Dispozins im August 11,42 Prozent. Bei einer geduldeten Überziehung ohne vereinbarten Rahmen fielen für Verbraucher im Schnitt sogar 13,22 Prozent an.
Wer Flexibilität braucht, ist beim Altersvorsorgedepot oft falsch
Wer sein Erspartes jederzeit verfügbar halten möchte, ist beim Altersvorsorgedepot nicht richtig aufgehoben. Die Bindung ist laut Roos hoch, und die Auszahlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt.