4,25 Prozent Tagesgeldzinsen: Neue Bank lockt Neukunden mit Top-Angebot

Viele Deutsche vermeiden Aktien und ETFs als Geldanlagen und verlassen sich stattdessen auf konservative Sparformen wie Tagesgeld und Sparbuch.
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Beim Tagesgeld gibt es einen neuen Spitzenreiter in Deutschland: Revolut bietet Neukunden derzeit 4,25 Prozent Zinsen pro Jahr. Es gibt aber einen Haken.

Wer derzeit nach einem attraktiven Tagesgeldkonto sucht, findet ein neues Top-Angebot: Die Digitalbank Revolut bietet Neukunden in Deutschland 4,25 Prozent Zinsen pro Jahr, wie sie am Dienstag in einer Pressemitteilung ankündigte.

Damit überholt das Unternehmen den bisherigen Spitzenreiter Chase, der derzeit 4,0 Prozent bietet und während der Fußball-Weltmeisterschaft jüngst größere Bekanntheit durch Spots mit Werbegesicht Thomas Müller erlangte.

Aber: Der hohe Zinssatz gilt nicht dauerhaft. Außerdem müssen Sparer einige Bedingungen beachten.

4,25 Prozent Tagesgeldzinsen für vier Monate: So viel Geld bringt das

Der Aktionszins von 4,25 Prozent p.a. gilt für Neukunden über einen Zeitraum von vier Monaten. Und: Die maximale Anlagesumme ist begrenzt auf 25.000 Euro. Die Zinsen werden nach Angaben des Unternehmens täglich berechnet und gutgeschrieben. Dadurch entsteht gegenüber einer jährlichen oder quartalsweisen Zinsgutschrift ein kleiner Zinseszinseffekt.

Wer beispielsweise 10.000 Euro für vier Monate zu 4,25 Prozent anlegt, erhält knapp 142 Euro Zinsen, sofern das Geld während des gesamten Zeitraums auf dem Konto liegt.

Zum Vergleich: Bei einem Zinssatz von 2,25 Prozent wären es für denselben Zeitraum nur rund 75 Euro. Der Unterschied beträgt damit rund 67 Euro.

Bei 25.000 Euro Anlagebetrag und vier Monaten Laufzeit wären es bei 4,25 Prozent rechnerisch rund 354 Euro Zinsen vor eventuellen Steuern und damit etwa 213 Euro mehr als bei 2,25 Prozent.

Aktionszins ist an die Nutzung des Kontos geknüpft

Das Angebot hat eine weitere Besonderheit: Nach einer 30-tägigen Schonfrist ohne Bedingungen bleibt der Aktionszins laut Unternehmensangaben nur bestehen, wenn Kunden innerhalb von jeweils 30 Tagen mindestens drei Kartenzahlungen von jeweils mindestens fünf Euro durchführen.

Wer diese Voraussetzung nicht erfüllt, fällt auf den regulären Zinssatz zurück. Das bedeutet: Die 4,25 Prozent sind zwar ein Tagesgeldangebot, gleichzeitig ist das Angebot an die Nutzung des Revolut-Kontos gekoppelt.

Nach vier Monaten sinkt der Zinssatz auf 2,25 Prozent

Der hohe Zinssatz von 4,25 Prozent ist zudem kein dauerhaftes Angebot. Nach dem Aktionszeitraum gelten die jeweiligen regulären Konditionen des gewählten Revolut-Kontomodells. Der aktuell genannte variable Standardzins liegt je nach Höhe der Geldanlage bei zwischen 1,5 und 2,25 Prozent pro Jahr. Letzteres ist - wie eine Online-Recherche der Redaktion über diverse Vergleichsportale zeigt - aktuell ein sehr guter dauerhafter Zins.

Zum Vergleich: Weit vorn dabei bei Aktionszinsen ist etwa aktuell die Consorsbank mit 3,6 Prozent Aktionszins für 6 Monate. Die Volkswagenbank bietet 3,1 Prozent für 6 Monate. Gute dauerhafte Zinsen liegen zwischen 2 und 2,5 Prozent.

Bei regionalen Banken kann es sehr unterschiedlich sein: Die VR-Bank Niederbayern Oberpfalz zahlt etwa für 12 Monate Neukunden 2,27 Prozent.  Für Bestandskunden sind es je nach Anlagesumme zwischen 0,05 und 1,0 Prozent. Bei der Sparda Ostbayern sind es pauschal nur 1,0 Prozent Tagesgeldzinsen.

Lohnt sich das Tagesgeld-Angebot?

Für Sparer, die ohnehin ein neues Tagesgeldkonto suchen und mit den Bedingungen leben können, kann der Zinssatz nach einer ersten Einschätzung der Redaktion interessant sein. Für Sparer zeigt das Angebot aber vor allem eines: Beim Tagesgeld lohnt es sich, regelmäßig die Konditionen zu vergleichen.

Wer ausschließlich wegen der hohen Zinsen ein Tagesgeldkonto eröffnet, sollte deshalb nach Ablauf der vier Monate erneut vergleichen.

Wie viel Geld sollte ich als Notgroschen am Tagesgeldkonto haben?

Wie hoch die ideale Reserve sein sollte, hängt von den persönlichen Umständen ab. Für den normalen Zahlungsverkehr empfehlen Finanzberater, etwa ein Nettomonatsgehalt auf dem Konto verfügbar zu haben. Damit lassen sich laufende Kosten wie Miete, Lebensmittel und Rechnungen zuverlässig decken.

Zusätzlich gilt ein Puffer von zwei bis drei Nettomonatsgehältern - angelegt etwa auf einem Tagesgeldkonto - als sinnvolle Orientierung für einen Notgroschen. Damit lassen sich unter anderem eine teure Autoreparatur, ein defektes Haushaltsgerät oder andere ungeplante Ausgaben auffangen.