Das West-Nil-Virus verbreitet sich immer weiter: Nachweislich sind im Jahr 2018 genau 115 Menschen am West-Nil-Fieber gestorben. Auch 2020 scheint sich das Virus wieder auszubreiten.

Die neuesten Entwicklungen lesen Sie hier im Überblick:

Update vom 16.09.2020: Der West-Nil-Virus breitet sich weiter in  Deutschland aus

Der aus Afrika stammende West-Nil-Virus breitet sich weiter in Deutschland aus. Mindestens zehn Menschen in Berlin und Leipzig haben sich mit dem West-Nil-Virus infiziert, so das Robert-Koch-Institut (RKI). Der Erreger kann Vögel und Pferde sowie Menschen infizieren und wird von Mücken übertragen. Ende 2019 steckte sich das erste Mal ein Patient in Deutschland mit dem Virus an, der vermutlich mit Zugvögeln aus Afrika nach Deutschland gekommen ist. Nun scheint der Virus in Deutschland auf dem Vormarsch zu sein.

Die besonders warmen Temperaturen der letzten Zeit haben ermöglicht, dass sich der Virus in der Mücke stark vermehrt hat, sodass es zur Übertragung auf den Menschen kommen kann, so Christoph Lübbert, der Leiter für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin am Universitätsklinikum Leipzig. Die Krankheit verläuft allerdings nur selten schwer. Etwa 20 Prozent der Infizierten haben Symptome wie Fieber, Hautausschlag, Abgeschlagenheit oder Muskelschmerzen. Bei einem Prozent der erkrankten aber greift das Virus das zentrale Nervensystem an, sodass die Patienten im Krankenhaus behandelt werden müssen. Folgen dieser schweren Variante können Lähmungen oder gar der Tod sein. Im Moment gibt es noch keinen Impfstoff für den Menschen. 

Zur Zeit werden mehr als ein Dutzend Verdachtsfälle untersucht. Hotspots sind im Moment Berlin und Leipzig. Solange es weiterhin so warm bleibt, besteht die Gefahr des West-Nil-Virus weiterhin, denn die Ausbreitung des Virus ist sehr Temperaturabhängig. Im Winter ist deshalb die Übertragung des Virus fast ausgeschlossen, aber durch den Klimawandel und die dadurch steigenden Temperaturen muss man laut Christoph Lübbert in Zukunft mit verstärktem Auftreten des West-Nil-Virus rechnen.

Update vom 11.09.2020: Zahlreiche Menschen in Deutschland laut RKI mit West-Nil-Virus infiziert

In Deutschland haben sich weitere Menschen mit dem von Mücken verbreiteten West-Nil-Virus infiziert. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag, 10.09.2020, berichtete, ist bei sieben Betroffenen in Leipzig die Erkrankung nachgewiesen worden. Bei je einer Person aus Berlin und Meißen sei die Infektion beim Test von Blut- oder Plasmaspenden entdeckt worden. Sowohl in Leipzig wie in Berlin gibt es den Angaben zufolge weitere Verdachtsfälle. Am 3. September hatte das RKI die ersten vier Fälle des Jahres gemeldet.

Wie es weiter hieß, habe unter den Betroffenen ein 76-jähriger Mann eine Enzephalitis entwickelt, zwei weitere Patienten - eine 32-jährige Frau und 85-jähriger Mann - eine Meningitis. Beides sind entzündliche Erkrankungen des Gehirns. Die Ermittlungen zum Beginn der Erkrankung und dem genauen Infektionsort der Patienten laufen noch.

Keiner der Betroffenen habe von einer Reise berichtet, so dass von in Deutschland erworbenen Infektionen ausgegangen werde. Zudem werde erwartet, dass es vor allem in Leipzig, aber auch in den anderen betroffenen Regionen im August wahrscheinlich zu weiteren Infektionen gekommen ist, wo es jedoch zu keinen oder keinen schwerwiegenden Symptomen gekommen sei.

Das West-Nil-Virus ist ein aus Afrika stammender Erreger. Infizierte Mücken können neben Vögeln auch Säugetiere - vor allem Pferde - und den Menschen anstecken. Vor allem in Südeuropa gibt es seit einigen Jahren solche Fälle. Einen Impfstoff für Menschen gibt es bisher nicht. Häufig verläuft eine Infektion ohne Symptome. Wenn Erkrankungen auftreten, sind diese oft mit grippeähnlichen Erscheinungen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Erbrechen verbunden.

2019 gab es in Ostdeutschland erstmals fünf diagnostizierte Infektionen beim Menschen, die vermutlich auf eine Übertragung im Inland zurückgingen - in Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Das RKI hält Ansteckungen in Deutschland dauerhaft für möglich.

Da die Krankheit in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist, kann es sein, dass Ärzte bei den Symptomen nicht auf eine mögliche Infektion mit dem West-Nil-Virus (WNV) schließen und daher auch keinen Test veranlassen.

Update vom 28.07.2020: Neue Fälle entdeckt - mehrere Vögel mit West-Nil-Virus infiziert

Nach mehreren Wochen ohne eine bekannte Neuinfektion, wurde das Virus in den vergangenen Wochen wieder in Deutschland gefunden: In Sachsen-Anhalt konnte bei zwei Vögeln das Virus nachgewiesen werden. In Berlin wurde Mitte Juli zudem eine mit dem West-Nil-Virus infizierte Blaumeise entdeckt.

Wie die "Deutsche Presse-Agentur" (dpa) berichtet, wurde vor kurzem eine Infektion bei einer Alpendohle aus Halle, sowie bei einem Uhu aus Bernburg entdeckt. Demnach seien die Infektionen am 15.Juli und einige Tage später, am 21.Juli 2020 nachgewiesen worden.

Auch in Thüringen wurde das Virus vor wenigen Tagen nachgewiesen. Wie das Thüringer Gesundheitsministerium am 22.Juli 2020 mitteilte, konnte das Virus bei einer erkrankten und verstorbenen Schneeeule aus dem Zoopark Erfurt festgestellt werden.

Das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen. 2018 wurde die erste Infektion in Deutschland bei einem Bartkauz entdeckt. Ein Jahr später hat das Robert-Koch-Institut erstmals eine Infektion bei einem Menschen in Deutschland bekanntgegeben. Damals hatte sich ein 70-Jähriger aus Sachsen mit dem Virus infiziert. 

Update vom 18.02.2020: Stechmücken als Überträger des West-Nil-Fiebers

Das milde Winter-Wetter lockt die ersten Mücken ins Freie. "Ab 6 bis 7 Grad tagsüber sind Stechmücken unterwegs, die auf Dachböden, in Kellern, Baumhöhlen oder in Brennholzstapeln überwintert haben", sagte Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg bei Berlin. Die ausgehungerten Weibchen würden stechen, um Blut nachzutanken.

Der Klimawandel macht sich laut Werner auch bei Mücken bemerkbar. Zur Eiablage und damit zur Vermehrung benötigten die weiblichen Tiere feuchte Brutplätze. "Die zwei vergangenen, trockenen Jahre waren arm an Stechmücken. Gerade Arten, die auf Überflutungsflächen brüten, hatten schlechte Karten", sagte sie. Egal, wie viele Mücken die Winter überlebt hätten, entscheidend seien die Witterungsverhältnisse im Frühjahr.

Der Klimawandel führt zu einer weiteren, gefährlichen Entwicklung: Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Deutschland mehrere Menschen mit dem ursprünglich aus Afrika stammenden West-Nil-Virus infiziert.

"Als Überträger wurden heimische Stechmücken identifiziert. Sie saugen Blut sowohl bei Vögeln, als auch bei anderen Wirbeltieren und dem Menschen. So können sie das Virus von einer Spezies auf die andere übertragen", erläuterte Biologin Werner. Die eigentliche Tierseuche, die vor allem Vögel befällt, habe zu Erkrankungen auch bei Menschen geführt.

"Die Krankheit zeigt keine eindeutigen Symptome und kann von leichter Übelkeit und Kopfschmerzen über Fieber bis hin zu schweren neurologischen Schäden variieren", sagte sie.

Je wärmer es sei, umso schneller könne sich das Virus in der Mücke vermehren. "Wir gehen davon aus, dass sich das West-Nil-Virus über Mücken in diesem Jahr weiter in Deutschland ausbreitet", sagte die Biologin, die eng mit Wissenschaftlern des FLI zusammenarbeitet.

In Hinblick auf die Klimaerwärmung werde die Thematik "Stechmücken als Krankheitsüberträger" zu einem dauerhaften Problem in Deutschland, schätzte sie. Eine Rolle spielten dabei auch exotische invasive Arten, die sich weiter ausbreiten und tropische Erreger wie Zika- oder Dengue-Virus übertragen könnten, sagte die Mückenexpertin.

Update vom 15.11.2019: Virus bewegt sich in Richtung Franken - Pferd in Thüringen infiziert

Die Anzahl an Infektionen durch das West-Nil-Virus in Deutschland steigt weiter an. Vor kurzem wurde bei einem Pferd im benachbarten Thüringen eine Erkrankung festgestellt. Dies bestätigte das "Deutsche Tropeninstitut". Wie das "Robert-Koch-Institut" meldete, sind im Jahr 2019 bereits 27 Pferde am gefährlichen Tropenvirus erkrankt. Im vergangenen Jahr gab es nur zwei bestätigte Infektionen.

Welche Folgen ein, auf den ersten Blick, so geringen Anstieg haben kann, zeigt die Statistik aus den USA: Während es dort im Jahr 1999 nur 25 gemeldete Fälle von West-Nil-Erkrankungen bei Pferden gab, stieg die Zahl im Jahr 2002 auf über 15.000 Vorfälle an.

Obwohl Pferde und Menschen von dem Tropenvirus gleichermaßen betroffen sind, ist die Übertragung des Virus vom Tier auf den Menschen sehr selten. Das Thüringer Gesundheitsministerium empfiehlt dennoch allen Pferdehaltern ihre Tiere vorsorglich impfen zu lassen - nicht zuletzt um die Tiere vor unnötigem leid zu schützen. Denn sollte ein Pferd am West-Nil-Virus erkranken, so kann es zu Hirnhautentzündungen, Lähmungen, Bewegungsstörungen und Muskelschwäche führen, erklärte das Gesundheitsministerium gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Update vom 26.10.2019: Experte appelliert an Bevölkerung: Sie müssen Mücken bekämpfen

Im Kampf gegen das gefährliche West-Nil-Virus hoffen Experten jetzt auf die Hilfe der Bevölkerung. Das betonte Norbert Becker von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Speyer. Anders als etwa die noch relativ seltene Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sei die Hausmücke (Culex pipiens) überall. "Die kriegen wir nicht los, wir können sie nur eindämmen", sagte Becker der Deutschen Presse-Agentur.

Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland von heimischen Mücken übertragene West-Nil-Virus-Infektionen nachgewiesen wurden, seien auch ganz konventionelle Methoden gefragt: Von der Regentonne über die Gießkanne zur Vogeltränke - offene Wasserstellen in Gärten seien Brutstätten für Haus- wie Tigermücken und müssten ausgetrocknet oder abgedeckt werden. Der Experte empfiehlt auch sogenannte BTI-Tabletten für Regenfässer. Der biologische Wirkstoff zerstört den Darm von Mückenlarven und tötet sie.

Um die genauen Übertragungswege festzustellen, sind nach Ansicht des professionellen Mückenjägers vom Oberrhein mehr Forschungen nötig - in jedem Fall aber eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Behörden und Mückenforschern. So gelte zum Beispiel die Rheinschnake für die Übertragung des West-Nil-Virus als unverdächtig, die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) hingegen als Überträger.

Und was ist mit der Tigermücke? Die zugereiste Stechmücke ist zwar nicht so häufig, kann Becker zufolge aber mehr als 20 Viren-Arten übertragen, darunter das Zika-, Dengue- und Chikungunya-Virus. Die vor allem in Italien schon weit verbreitete Mückenart, die vom Atem und Schweiß des Menschen angelockt werde, sei nach Anfängen in Südbaden inzwischen in mehreren Gebieten heimisch.

Um Brutstätten trockenzulegen, "gehen wir von Haus zu Haus", sagt Becker. "Es ist wichtig, dass alle mitmachen. Ein oder zwei Grundstücke können ganze Gebiete verseuchen." Grund zur Panik gibt es nach seinen Worten zwar nicht. Aber gerade die Tigermücke müsse man im Auge behalten.

Update vom 26.10.2019: In Ostdeutschland häufen sich die Fälle des West-Nil-Virus

Auch wenn die Gefahr eines Mückenstichs im Winter geringer wird, sollten Pferdehalter insbesondere in Ostdeutschland über eine Impfung ihres Tieres gegen das West-Nil-Virus nachdenken. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

"Wenn es milde Winter gibt, dann überleben vielleicht auch mehr infizierte Mücken. Klar ist, dass sich die Nachweise häufen und die Gefahr nicht kleiner wird", sagt Prof. Klaus Osterrieder, Leiter des Instituts für Virologie an der Freien Universität Berlin.

Immer mehr Fälle in Deutschland

Das West-Nil-Virus wird durch Mücken übertragen und wurde bereits in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und zuletzt Thüringen nachgewiesen. Es kann neben Vögeln und Menschen auch Säugetiere wie Pferde betreffen.

Bei betroffenen Pferden kann die Krankheit unterschiedlich verlaufen. Die Mehrzahl der Tiere zeigt keine Symptome, doch bei einigen führt eine Infektion zu Muskelzittern, Schwäche und Lähmungen. Bei einem Teil verläuft sie dann sogar tödlich.

Impfung kann Leben retten

"Hätte ich ein Pferd in einem betroffenen Gebiet, würde ich es impfen", sagt Osterrieder, der Mitglied der ständigen Impfkommission Veterinär ist. Die zugelassenen Impfstoffe seien gut verträglich.

Als Schutz vor den Blutsaugern rät das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit dazu, Wasserbehälter abzudecken. Das reduziere die Vermehrung der Mücken. Empfehlenswert seien auch Mückenschutzmittel, die Insekten vom Pferd fernhalten.

Update vom 24.10.19: Wohl Hunderte West-Nil-Virus-Fälle in Deutschland

Nach einem ersten Fall vor einigen Wochen ist bei zwei weiteren Patienten in Deutschland eine West-Nil-Virus-Infektion nachgewiesen worden. Betroffen seien zwei im Spätsommer erkrankte Frauen in Berlin und Wittenberg (Sachsen-Anhalt), sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Im Umkreis des ersten Infizierten aus der Region Leipzig gebe es zudem weitere Verdachtsfälle, so der Virologe. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Dresden handelt es sich um zwei unter 35 Jahre alte Patienten aus der Stadt und dem Landkreis Leipzig.

Die Vielzahl schwerer Krankheitsverläufe sei erschreckend, sagte Schmidt-Chanasit. "Das ist nur die Spitze des Eisbergs." Nur etwa ein Prozent der Infektionen führten zu solchen schweren neuroinvasiven Erkrankungen. Demnach sei von Hunderten weiteren Infektionen mit leichtem Verlauf auszugehen, die nicht diagnostiziert wurden. "Das West-Nil-Virus betrifft offenbar schon weit mehr Menschen in Deutschland als bisher angenommen."

Es sei damit zu rechnen, dass sich das Virus in Deutschland weiter etabliere und es in den kommenden Jahren vor allem in überdurchschnittlich warmen und längeren Sommern zu weiteren Erkrankungsfällen bei Menschen kommen werde, hieß es vom Robert Koch-Institut in Berlin.

In etwa 80 Prozent der Fälle verläuft eine West-Nil-Virus-Infektion ohne Symptome und wird daher nicht erkannt. Bei knapp 20 Prozent gibt es dem RKI zufolge milde, unspezifische Symptome wie Fieber oder Hautausschlag. Auch diese bleiben häufig unbeachtet. Schwerere und tödliche Verläufe betreffen meist ältere Menschen mit Vorerkrankungen.

Update vom 27.09.2019: Erste Infektion mit dem gefährlichen Krankheitserreger auch in Deutschland

Wie das Robert-Koch-Institut am Freitag bekanntgegeben hat, ist es nun zum ersten Fall einer Infektion mit dem gefährlichen West-Nil-Virus (WNV) in Deutschland gekommen. Ein 70-Jähriger aus Sachsen ist im August an einer Gehirnentzündung erkrankt. Die Person ist inzwischen wieder geneesen.

Im Herbst nimmt das Risiko einer Neuinfektion wieder ab, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter mitteilt. Der Großteil der Infektionen bei Menschen verläuft harmlos, nur bei unter 1 % der Betroffenen kommt es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Diese kann tödlich verlaufen.

Update vom 23.09.2019: West-Nil-Virus hat erfolgreich in Stechmücken überwintert

2018 wurde der West-Nil-Virus zum ersten Mal in Vögeln in Deutschland gefunden und hat nach und nach auch Menschen befallen. Jetzt sind neue Fälle bekannt geworden.

Zwischen Anfang Juli und Mitte September 2019 wiesen Experten den Erreger bei 37 Vögeln aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen nach. Auch fünf Pferde sind betroffen. Damit ist klar - der Virus hat mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich in einheimischen Stechmücken überwintert.

Für die deutsche Bevölkerung ist das Risiko, sich mit dem West-Nil-Virus zu infizieren zwar gering, es lässt sich jedoch nicht ausschließen. Die Infektion verläuft beim Menschen in den meisten Fällen symptomlos. Manchmal kommt es aber zu leichten Krankheitssymptomen wie Fieber und grippeähnlichen Erscheinungen. In seltenen Fällen kann es auch zu Hirn- oder Hirnhautentzündungen oder sogar zum Tod kommen. Aktuell ist noch kein in Deutschland erworbener Fall von West-Nil-Fieber beim Menschen bekannt geworden.

Um eine Infizierung zu vermeiden wird empfohlen, sich vor Mückenstichen zu schützen. Durch langärmelige Kleidung oder die Anwendung von Insektiziden können Mückenstiche vermieden werden. Ein Impfstoff gegen den Virus ist derzeit nicht verfügbar.

Update vom 05.10.2018: West-Nil-Virus Tschechien

Ein 50-jähriger Mann wurde mit dem West-Nil-Fieber in ein tschechisches Krankenhaus eingeliefert. Seiner Aussage nach zufolge, habe er sich in letzter Zeit nicht im Ausland aufgehalten. Wie das Krankenhaus in Breclav an der Grenze zu Österreich der Agentur CTK am Montag berichtet, sei sein Zustand stabil. Bereits im August sei eine 72-Jährige in Tschechien an dem Virus verstorben.

Update vom 21.09.2018: Zahl der Toten steigt dramatisch, mehr Fälle als in der Vorwoche

Nach Angaben des EU-Gesundheitszentrums ECDC vom Freitag sind in Europa inzwischen nachweislich 115 Menschen am West-Nil-Fieber gestorben. Das sind 25 registrierte Fälle mehr als in der Woche davor. Die Dunkelziffer könnte jedoch deutlich höher sein, denn die meisten Erkrankten haben keine oder nur harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen.

Bis Donnerstag hatten die EU-Staaten dem Zentrum 1134 Fälle von West-Nil-Fieber gemeldet, noch einmal 186 mehr als in der Vorwoche. Besonders viele Todesfälle registrierte Italien (35), gefolgt von Serbien (29) und Rumänien (25). Für Griechenland wurden 24 Tote genannt, das griechische Gesundheitsministerium sprach dagegen am Donnerstag bereits von 28 Toten.

Der West-Nil-Virus ist eigentlich nur in seltenen Fällen tödlich. Nur etwa jeder 150. Infizierte erkrankt nach Auskunft des Robert Koch-Instituts schwer, etwa an einer Hirnhautentzündung. In der Regel seien das ältere Menschen mit Vorerkrankungen.

Der Virus befällt vorwiegend Vögel, kann aber auch Pferde infizieren. Ende August war der Erreger erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Allerdings hatten sich alle Betroffenen im Ausland infiziert. Über eine Übertragung auf Menschen innerhalb Deutschlands ist noch nichts bekannt.

Update vom 21.09.2018, 06.10 Uhr: Toter Habicht in Nordsachen infiziert

Bei einem Habicht in Sachsen wurde das West-Nil-Virus festgestellt. Das teilte das Verbraucherschutzministerium am Donnerstag mit. Es ist mindestens das vierte nachgewiesene West-Nil-Virus bei einem Vogel in Deutschland. Nach Angaben des Ministeriums bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut das Virus am Mittwoch bei einem Tier in Bad Düben (Landkreis Nordsachsen).

Das West-Nil-Virus wird vor allem durch Mücken übertragen. Hauptsächlich tritt es bei Vögeln auf. Beim Menschen verläuft die Infektion oft ohne Beschwerden. Sie kann aber auch zu Kopf- und Gliederschmerzen und sogar zum Tod führen. Das Virus grassiert derzeit unter anderem in südeuropäischen Ländern, wo schon zahlreiche Menschen daran starben.

Vor wenigen Wochen wurde das Virus bei einem verendeten Bartkauz aus dem Zoo Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) nachgewiesen. Es war der erste bestätigte West-Nil-Fall bei einem Vogel in Deutschland überhaupt. Zudem wurden noch zwei West-Nil-Infektionen bei Vögeln bekannt - ein weiterer Fall in Sachsen-Anhalt und einer in Bayern.

Update vom 20.09.2018, 20.28 Uhr: Zahl der Toten in Griechenland steigt

In Griechenland steigt die Zahl der am West-Nil-Fieber erkrankten und gestorbenen Menschen weiter. Nach neuen Angaben starben in diesem Jahr bereits 28 Menschen an den Folgen der Virus-Erkrankung. Das sind innerhalb von sieben Tagen fünf Opfer mehr. Knapp 230 weitere Infektionen wurden demnach erfasst, die meisten auf der Halbinsel Peloponnes und in den ländlichen Regionen rund um Athen sowie im Gebiet um die Hafenstadt Thessaloniki. Dies teilte die zuständige Behörde des Gesundheitsministeriums (Keelpno) in Athen am Donnerstag mit. 26 Menschen werden demnach derzeit noch in Krankenhäusern behandelt, elf davon auf Intensivstationen.

Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte weitaus höher liegen: Die meisten Erkrankten weisen keine oder harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Das Virus wird hauptsächlich von Mücken übertragen.

Update vom 20.09.2018, 11.30 Uhr: Mit West-Nil-Virus verwandtes Usutu-Virus ist auf dem Vormarsch

Das mit dem gefährlichen West-Nil-Virus eng verwandte Usutu-Virus tritt immer häufiger auf. Bei 25 toten Vögeln in Bayern ist bislang das Usutu-Virus nachgewiesen worden. Die meisten Fälle gibt es in Mittelfranken, nämlich der Stadt Nürnberg und dem Landkreis Roth. Das Ansteckungsrisiko im Falle des Usutu-Virus sei für Menschen sehr gering, hieß es vom Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen. Weltweit seien bisher nur sehr wenige Erkrankungsfälle bekannt. Allerdings kann es sein, dass die mit dem Usutu-Virus infizierten Vögel auch den West-Nil-Virus in sich tragen. Bei Vögeln bleibt eine Infektion mit dem West-Nil-Virus meist symptomlos.

Update vom 15.9.2018: West-Nil-Virus in Bayern verbreitet? Toter Bartkauz gefunden

Nach einem Fall von West-Nil-Fieber bei einem Bartkauz in Bayern sollen gezielt Mücken in dem Tierpark untersucht werden. Zudem sollen Mückenlarven bekämpft werden, wie die Tierärztin des Wildparks Poing, Sandra Klimm, am Freitag mitteilte. Gefundene tote Wildvögel werden demnach künftig auf das Virus untersucht. Bundesweit gibt es inzwischen drei Nachweise von West-Nil-Fieber bei Vögeln, zwei davon in Sachsen-Anhalt. Experten sind beunruhigt, weil der von Stechmücken übertragene, auch auf Menschen übertragbare Erreger bisher nicht in Deutschland heimisch war.

Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg hält es für sinnvoll, auch die Mitarbeiter des Tierparks zu untersuchen. Die Mehrzahl der Infektionen bei Menschen werde nicht entdeckt, weil die Betroffenen keine oder nur schwache Symptome zeigen. In den vergangenen Jahren habe es sechs oder sieben importierte West-Nil-Fälle in Deutschland gegeben. Die Meldepflicht bestehe erst seit 2015.

In Süd- und Südosteuropa gibt es in dieser Saison eine besonders heftige Infektionswelle mit bereits 90 erfassten Todesfällen vor allem bei älteren Menschen. Betroffenen sind vor allem Serbien (29 Todesfälle), Italien (21), Griechenland und Rumänien (beide 19), wie die europäische Gesundheitsbehörde ECDC am Freitagnachmittag mitteilte. Forscher gehen davon aus, dass auch die in Deutschland vorkommenden Stechmücken-Arten das Virus übertragen können.

Blutspenden auf Virus testen

Schmidt-Chanasit sprach sich auch dafür aus, dass Blutspendedienste auf das Virus testen - etwa in Bayern sei das bisher nicht der Fall. "Wenn man weiß, dass das Virus zirkuliert, muss das diskutiert werden", sagte er. Er gehe davon aus, dass infizierte Mücken aus Südeuropa die Infektionen in Deutschland verursacht haben. Die Insekten würden leicht per Lastwagen oder Güterzug eingeschleppt.

"Wir gehen davon aus, dass es sich bei unserem Bartkauz um einen Einzelfall mit Eintrag des Erregers aus der Wildvogelpopulation handelt", hieß es vom Wildpark im Landkreis Ebersberg. Eine Ansteckung sei nur über Mückenstiche möglich und nicht durch Kontakt mit Vögeln. Die Fundorte in Sachsen-Anhalt - betroffen waren ein Bartkauz im Zoo Halle und ein freilebender Habicht in Weißandt-Gölzau - liegen etwa 25 Kilometer voneinander entfernt.

Nachgewiesen wurde das Virus erstmals 1937 in der Region West Nil in Uganda. Inzwischen ist der Erreger in weiten Teilen Afrikas, Asiens und Europas heimisch. In den 1990er-Jahren schaffte er den Sprung über den Atlantik und ist nun auch in den USA verbreitet.

Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis das Virus erstmals in Deutschland auftritt, hatte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts nach dem dritten Fund erklärt. Über den Winter werde sich das Virus wohl nicht halten.

Update vom 13. September 2018, 18.02 Uhr: West-Nil-Virus erstmals in Bayern nachgewiesen

Der West-Nil-Virus ist weiter auf dem Vormarsch: Jetzt wurde der Erreger erstmals in Bayern nachgewiesen. Wie die dpa unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen am Donnerstag mitteilt, wurde der gefährliche West-Nil-Virus bei einem toten Bartkauz aus einem Wildpark in Poing im oberbayerischen Landkreis Ebersberg nachgewiesen.

West-Nil-Virus: Bereits der zweite Fall in Deutschland

Wie die dpa meldet, wurde der West-Nil-Virus am heutigen Donnerstag (13. September 2018) zudem in einem Zoo in Sachsen-Anhalt bei einem Habicht nachgewiesen. Es handelt sich somit um den dritten Fall in Deutschland. Zum ersten Mal wurde der Virus Ende August ebenfalls bei einem Bartkauz aus einem Zoo in Halle/Saale entdeckt. Der West-Nil-Virus wird durch Stechmücken übertragen. Er infiziert meist Vögel, kann aber auch auf Pferde und den Menschen übertragen werden. In den meisten Fällen bleibt die Infektion ohne Symptome.

Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis das Virus erstmals in Deutschland auftritt, sagte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI). Das Institut geht jedoch davon aus, dass es in Deutschland in diesem Jahr bei Einzelfällen von infizierten Vögeln bleibt. Denn die Mückensaison gehe langsam zu Ende und der Erreger überdauere in den Insekten nicht sehr lange, sagte die Sprecherin. Über den Winter werde sich das Virus daher wohl auch nicht halten.

Bereits 88 Todesfälle durch den West-Nil-Virus in Europa

In südeuropäischen Ländern waren in diesem Jahr auffällig viele Menschen am West-Nil-Fieber (WNF) erkrankt. Europaweit wurden bislang mindestens 88 Todesfälle gemeldet, mehr als 800 Menschen sind infiziert. Die Dunkelziffer liegt vermutlich weitaus höher.

Bisher gab es auch noch keine Nachweise des Erregers bei Vögeln im Freien. Dies könne daran liegen, dass es bei Tieren in der Natur nicht so stark auffalle, sagte die FLI-Sprecherin. "Ein totes Zootier wird eher untersucht." Die Übertragung auf den Menschen sei zudem eher unwahrscheinlich: "Erstmal muss ein Tier infiziert sein. Dann muss die Mücke den Erreger aufnehmen und in sich vermehren und dann auf den Menschen übertragen. Das ist eine ziemlich lange Kette."

Auch beim Menschen verläuft die Infektion bei 80 Prozent der Betroffenen ohne Symptome. Der Rest kann grippeähnliche Erscheinungen bekommen wie etwa leichtes Fieber. In Einzelfällen - vor allem bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen - könne allerdings auch ein schwerer Krankheitsverlauf mit hohem Fieber und Gehirnhautentzündung auftreten, teilte das LGL mit. In seltenen Fällen könne die Erkrankung tödlich enden.

Update vom 12.09.2018, 10.30 Uhr: Einheimische Mücken als mögliche Überträger

Da das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) davon ausgeht, dass auch in Deutschland heimische Mückenarten als Überträger für den gefährlichen West-Nil-Virus infrage kommen, laufen derzeit Untersuchungen mit gefangenen Mücken. Laborexperimente hätten gezeigt, dass etwa die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) den Virus nicht nur in sich tragen könne, sondern auch in der Lage sei, den Erreger zu übertragen, sagte die Leiterin des Referenzlabors für West-Nil-Virus am FLI, Ute Ziegler.

Update vom 11.09.2018, 16.05 Uhr: Zahl der Toten in Europa steigt auf 74

Der West-Nil-Virus ist weiter auf dem Vormarsch: Die Zahl der Toten in Europa ist auf mindestens 74 gestiegen. In der europäischen Union haben sich mindestens 800 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen.

Woran erkennt man das Virus, welche Symptome treten auf?

Tückisch an dem West-Nil-Virus ist: Die meisten Erkrankten weisen keine oder nur harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Weitere typische Symptome sind Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Fieber. Auch Hautausschlag an Brust, Rücken und Armen sind möglich und treten bei etwa einem Drittel der Betroffenen auf. Seltener sind Hirnhautentzündungen. Im schlimmsten Fall verläuft die Krankheit tödlich.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) teilte am Freitag die aktuelle Zahl der am West-Nil-Virus Erkrankten auf seiner Website mit. Demnach starben in Serbien bereits 26 Menschen, 13 in Italien, 12 in Rumänien, einer in Ungarn und einer im Kosovo. In Griechenland sind laut ECDC 18 Menschen gestorben, dies widerspricht jedoch den Angaben des griechischen Gesundheitsministerium, das am Freitag von 21 Toten sprach (siehe unten).

Update vom 10. September 2018, 15 Uhr: Zahl der Toten und Infizierten in Griechenland steigt weiter

Die Zahl der in diesem Jahr am West-Nil-Fieber erkrankten und gestorbenen Menschen steigt weiter. In Griechenland starben nach neuen Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 21 Menschen an den Folgen der Virus-Erkrankung. Knapp 180 weitere Infektionen wurden demnach erfasst, die meisten auf der Halbinsel Peloponnes und in den ländlichen Regionen rund um Athen sowie im Gebiet um die Hafenstadt Thessaloniki. Dies teilte ein Sprecher der zuständigen Behörde des Gesundheitsministeriums (Keelpno) im griechischen Rundfunk (ERT) am Freitag mit.

23 Menschen werden demnach derzeit noch in Krankenhäusern behandelt. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte weitaus höher liegen: Die meisten Erkrankten weisen keine oder harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Das Virus wird hauptsächlich von Mücken übertragen.

Update vom 30.08.18, 17.30 Uhr: Mit West-Nil-Virus infizierter Vogel in Zoo entdeckt

Nach dem Nachweis des gefährlichen West-Nil-Virus bei einem Bartkauz im Zoo von Halle/Saale beginnen Experten dort mit dem Einsammeln von Mücken. Dazu würden Mückenfallen mit Lockstoffen aufgestellt, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems am Donnerstag mit. Zudem würden Wasserflächen nach Eiern und Larven abgesucht, sagte eine Sprecherin des Instituts. Stechmücken gelten als Überträger des Erregers, der erstmals bei einem Vogel in Deutschland nachgewiesen wurde.

Die Mückenfunde aus dem Zoo würden später gekühlt ins Labor transportiert, wo das Erbmaterial der Insekten auf den Erreger untersucht werde. "Untersuchungen von Zoo-Angestellten sind nach unserer Kenntnis aktuell nicht geplant", sagte Klaus Stark vom Robert-Koch-Institut. "Wenn aber klinische Verdachtsfälle auftreten, müssen sie schnell abgeklärt werden."

Update vom 29.08.18, 16.30 Uhr: Erstes Tier in Deutschland mit West-Nil-Virus infiziert

Bisher ist Deutschland vom West-Nil-Virus verschont geblieben. Doch nun wurde erstmals hierzulande ein infizierter Vogel gefunden. Der Erreger des West-Nil-Fiebers wurde bei einem Bartkauz in Halle (Saale) nachgewiesen, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems am Mittwoch mitteilte. Südeuropäische Länder melden derzeit verstärkt tödliche Fälle von West-Nil-Fieber vor allem bei älteren Menschen. In Deutschland tritt die Erkrankung nur sehr selten auf, bisher hatten sich alle Betroffenen im Ausland infiziert.

Toter Bartkauz mit Erreger infiziert

Der Bartkauz sei Mitte August tot in seiner Voliere gefunden worden, hieß es vom FLI. Der West-Nil-Virus infiziert hauptsächlich Vögel, von Stechmücken kann es aber auch auf andere Wirte wie Pferde und den Menschen übertragen werden. Wie der Erreger nach Halle gelangte, sollen nun detaillierte Untersuchungen zeigen. Geprüft wird auch, ob Stechmücken in der Umgebung der Virus in sich tragen.

Seit vier Wochen mehr tote Wildvögel in Deutschland

Nach Angaben des Instituts werden seit vier Wochen deutschlandweit vermehrt tote Wildvögel gefunden - meist am Usutu-Virus verendete. Der West-Nil-Virus ist eng verwandt mit diesem Erreger. Wildvogel-Proben, die an das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus-Infektionen am FLI geschickt werden, werden stets auf beide Viren untersucht. Bei Vögeln bleibe eine Infektion mit dem West-Nil-Virus meist symptomlos, erläuterte das Institut. Eine Reihe von Vogelarten sei jedoch empfänglich für den Erreger, so dass es zu massiven Epidemien mit Todesfällen kommen könne.

Update vom 29.08.18, 12.55 Uhr: Zahl der Toten in Griechenland gestiegen

Die Zahl der in diesem Jahr am West-Nil-Fieber gestorbenen Menschen ist in Griechenland innerhalb einer Woche von fünf auf nun 16 gestiegen. Das teilte eine Sprecherin der Behörde Keelpno am Mittwoch der staatlichen Nachrichtenagentur ANA-MPA mit. Mehr als 130 weitere Infektionen wurden demnach erfasst, die meisten auf der Halbinsel Peloponnes und in den ländlichen Regionen rund um Athen sowie im Gebiet um die Hafenstadt Thessaloniki.

Die Zahl der Infizierten dürfte weitaus höher liegen: Die meisten Erkrankten weisen keine oder harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf, wie Ärzte im Staatsrundfunk erklärten. Einwohnern wurde geraten, Verdampfer oder andere Mittel gegen Insekten zu nutzen - der Virus wird hauptsächlich von Mücken übertragen.

Typische Symptome sind Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Fieber. Etwa ein Drittel der Patienten bekommt einen Hautausschlag an Brust, Rücken und Armen. Seltener sind Hirnhautentzündungen. Im schlimmsten Fall verläuft die Krankheit tödlich. In Deutschland tritt das West-Nil-Fieber nur sehr selten auf, wobei es sich bisher immer um aus dem Ausland eingeschleppte Fälle handelte.

Weitere Länder melden Todesopfer

Viele südeuropäische Länder melden derzeit verstärkt tödliche Fälle von West-Nil-Fieber. In Serbien gebe es inzwischen 21 bestätigte Todesfälle seit Jahresbeginn, teilten die Behörden am Mittwoch mit.

Damit wurden in Griechenland, Italien und Serbien insgesamt rund 400 weitere Infektionen nachgewiesen.

In Italien breitet sich der Erreger bei mehr Patienten auf das Nervensystem aus, wie aus den wöchentlichen ISS-Berichten hervorgeht. Insgesamt verliefen demnach 103 der bisher 255 bestätigten Infektionen schwer. Im gesamten Vorjahr wurden der Nachrichtenagentur Ansa zufolge insgesamt nur 55 Infektionen erfasst, 27 mit schwerem Verlauf. Nur ein Mensch starb.

Update vom 24.08.2018: Zwei Tote und 68 Erkrankte in Israel

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Freitag meldete, sind nun auch in Israel zwei Menschen am von Mücken übertragenen West-Nil-Fieber gestorben. Die Betroffenen seien 85 und 75 Jahre alt gewesen und hätten beide eine medizinische Vorgeschichte gehabt, bestätigte das Gesundheitsministerium am Freitag. 68 Menschen seien zudem erkrankt, die meisten davon ältere Personen. Nach Medienberichten sind insgesamt 14 der Betroffenen in ernstem Zustand.

Wie die "Times of Israel" schrieb, liegt die Zahl der bisher gemeldeten Erkrankten damit doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr. Es wurden Mücken mit dem Virus in mehreren Küstengebieten gefunden. August bis Oktober sei die Spitzenzeit für West-Nil-Fieber in Israel.

Reise- und Sicherheitshinweise für betroffene Gebiete beachten

Das Centrum für Reisemedizin (CRM) sowie das Auswärtige Amt (AA) weisen jetzt auch in ihren Reise- und Sicherheitshinweisen auf die Gefahren hin. Betroffen sind zum Beispiel in Griechenland die Region Attika um die Hauptstadt Athen, in Norditalien die Regionen Emilia-Romagna, Venetien, Lombardei und Piemont, außerdem Teile Ungarns und Rumäniens.

Beim West-Nil-Fieber handelt es sich eine Viruserkrankung, die von Zugvögeln verbreitet und von Mücken auf den Menschen übertragen wird, erklärt das AA. In Italien seien 2018 schon mehr als 120 Fälle mit mehreren Toten gemeldet worden. In Rumänien habe es mehr als 30 Fälle und einen Todesfall gegeben.

11 Tote durch West-Nil-Virus in Griechenland

In Griechenland sind in diesem Jahr bereits elf Menschen am West-Nil-Fieber gestorben. Mindestens 96 weitere Menschen erkrankten, die meisten auf der Halbinsel Peloponnes und in den ländlichen Regionen im Osten Athens. Das teilte die zuständige Behörde des Gesundheitsministeriums, Keelpno, am Donnerstag mit.

Die Zahl der Infizierten könnte noch höher liegen: Die meisten Erkrankten wiesen nämlich keine oder harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf, erklärten Ärzte im Staatsrundfunk. Einwohnern wurde geraten, Verdampfer oder Salben gegen Insekten zu benutzen. Typische Symptome der Viruserkrankung sind Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Fieber. Etwa ein Drittel der Erkrankten bekommt einen Hautausschlag an Brust, Rücken und Armen. Seltener sind Hirnhautentzündungen. Im schlimmsten Fall verläuft die Krankheit tödlich. Eine Schutzimpfung gibt es nicht.

28 Todesfälle und mehr als 300 Erkrankte: Das West-Nil-Fieber ist auf dem Vormarsch in Südeuropa. Der Virus ruft schwerwiegende Symptome hervor. Grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, Gliederschmerzen oder Durchfall sind keine Seltenheit. Durch die Infektion kann es auch zu Hirn- und Hirnhautentzündungen sowie zu Lähmungserscheinungen kommen. Diese können im schlimmsten Fall zum Tod führen. Bei 80 Prozent der Betroffenen bleibt der Virus allerdings unbemerkt.

Reisende, die noch im Jahr 2018 in Regionen Südeuropas Urlaub machen wollen, sollten unbedingt auf guten Mückenschutz achten. Mehr Informationen erhalten Sie im Video (Stand 09.08.18).

Autan Protection Plus

Laut EU-Seuchenschutzbehörde ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) wurden zwischen dem 3. und 16. August 2018 273 Fälle von West-Nil-Fieber gemeldet. 14 Menschen seien daran gestorben, informiert die Behörde.

Alleine zwischen dem 10. und 16. August 2018 meldeten EU-Mitgliedsstaaten erneut 41 Fälle des West-Nil-Fiebers.