• Rheuma, Arthrose und Arthritis: Das sind die wichtigsten Unterschiede
  • Sport kann Schmerzen lindern
  • Was übernimmt die Krankenkasse?
  • So häufig treten die Erkrankungen in Deutschland auf

Obwohl auch Kinder von Rheuma betroffen sein können, erkranken meist Menschen im höheren Lebensalter an Arthrose, rheumatoider Arthritis, Rheuma oder einer von zahlreichen anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Da hier Bewegung mit Schmerzen verbunden sein kann, scheuen sich viele Betroffene vor Sporteinheiten. Einige Sportarten kannst du allerdings trotz Beschwerden ausüben. Zudem können sie sogar dabei unterstützen, Schmerzen zu lindern und mehr Beweglichkeit zu fördern.

Was ist was: Der Unterschied zwischen Rheuma, Arthrose und Arthritis

Landläufig wird die rheumatoide Arthritis oft als "Rheuma" bezeichnet. Vielmehr ist Rheuma jedoch der Oberbegriff für über 100 verschiedene Erkrankungen, die durch chronische Schmerzen am Bewegungsapparat gekennzeichnet sind. Sie betreffen vorwiegend die Knochen, Gelenke und die Wirbelsäule sowie die damit verbundenen Muskeln, Sehnen und Bänder.

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Die rheumatoide Arthritis zählt laut Rheumaakademie zu den häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Die Krankheit entsteht durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Diese führt zu einer chronischen Entzündung der Gelenkinnenhaut, die sich in Schwellungen, Überwärmung und Funktionseinschränkungen äußert. Unbehandelt sorgt dieser Prozess für die Zerstörung von Knorpeln und Knochen.

Arthrose hingegen ist auf die Abnutzung der Gelenke im Laufe des Lebens zurückzuführen. Mit der richtigen Ernährung kann man hier allerdings auch gut gegensteuern.

Arthrose: Welche Sportarten darf man betreiben?

Aufgrund starker Schmerzen verzichten Arthrosepatienten oft auf Sport. Unter bestimmten Voraussetzungen sind aber trotz der Krankheit manche Sportarten möglich. Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) empfiehlt:

  • Radfahren: Speziell auf dem Drahtesel ist die zyklische Bewegung in entlastender Sitzposition für die unteren Extremitäten besonders günstig. Ein Damenfahrrad oder ein niedriger Holm erleichtern das Auf- und Absteigen.
  • Wandern mit Stöcken
  • Skilanglauf
  • Wassergymnastik 

In manchen Sportarten sollte man bereits geübt sein. Dazu zählt zum Beispiel Nordic Walking. Durch die Stöcke werden zwar die Gelenke entlastet, die Schritte sind allerdings auch größer als beim normalen Gehen. Dadurch wird die Anstrengung höher. Experten sprechen von einem höheren Impact. Auch Sportarten mit höherem technischem Anspruch sollten laut GOTS schon vor der Arthrose-Entstehung beherrscht worden sein, da ein Erlernen mit Arthrose schwierig oder unmöglich ist. Dazu zählen vor allem Tennis, Golf, Skilauf, Tischtennis, Segeln und Reiten. Bei entsprechender Erfahrung und Akzeptanz für das etwas eingeschränkte Leistungsniveau können diese Sportarten durchaus weiter betrieben werden. Die Experten empfehlen allerdings gedämpfte Schuhe, eventuell Gehhilfen oder beim Golf die Nutzung eines Carts. Wenn man seine Sportart modifiziert, beim Tennis zum Beispiel auf eine ausgeprägte Rumpfrotation verzichtet, können diese Sportarten laut GOTS durchaus sinnvoll und auch gesundheitsfördernd sein.

Rheumatoide Arthritis: Welche Sportarten darf man betreiben?

Für Arthritis-Betroffene empfiehlt die AOK zwei- bis dreimal die Woche Ausdauertraining oder Kräftigungsübungen. Laut Studien wird dadurch die Lebensqualität gesteigert. "Das legt nahe, dass Sport entzündungsfördernde Botenstoffe im Körper hemmen kann", sagt Dr. Astrid Maroß, Ärztin im AOK-Bundesverband. Allgemein zeigen die Forschungsergebnisse, dass körperliche Aktivität die Fitness, Kraft und Beweglichkeit bei Rheumapatienten verbessern und die rheumabedingte Erschöpfung lindern kann. Als zusätzlicher Effekt wirkt sich körperliche Aktivität positiv auf Herz und Kreislauf aus. Das ist für Rheumapatienten besonders wichtig, weil sie ein höheres Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle haben. Zudem beugt Bewegung einer Osteoporose vor - ebenfalls ein Risiko bei rheumatischen Erkrankungen. Geeignet für Rheumapatienten sind Sportarten, welche die Gelenke schonen und nicht zu mehr Beschwerden führen. Die AOK empfiehlt:

  • Schwimmen und Wassergymnastik in lauwarmem Wasser
  • Radfahren
  • Nordic Walking
  • Tai-Chi
  • Yoga
  • Training an Geräten

Sportarten, bei denen starke Erschütterungen, Fehlhaltungen und einseitige Belastungen auftreten, wie Tennis oder Fußball, kommen hingegen nicht infrage. In Zeiten einer akuten Entzündung sollte auch das Training in den empfohlenen Sportarten ruhen.

Funktionstraining hält kranke Gelenke beweglich

Die Deutsche Rheuma-Liga hat zusammen mit Physiotherapeuten das sogenannte Funktionstraining entwickelt. Das Prinzip der Übungen: Bewegung ohne Belastung.

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Ziel des Trainings ist laut Rheuma-Liga, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhöhen, Kraft und Ausdauer zu trainieren und die Koordinationsfähigkeit zu stärken. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, nehmen die Therapeuten regelmäßig an Fortbildungen teil. Dadurch ist es ihnen möglich, das neueste Wissen aus der Rheuma-Forschung anzuwenden und beim Funktionstraining gezielt auf individuelle Beschwerden einzugehen.

Ein Funktionstraining muss der Arzt verordnen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen und die Rentenversicherung.

Rheuma in Zahlen

Laut Deutscher Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) sind muskuloskelettale Erkrankungen die hauptsächliche Ursache von anhaltenden Schmerzzuständen und Funktionseinschränkungen.

Die DGRh hat die wichtigsten Fakten zusammengefasst:

  • Etwa ein Viertel aller Deutschen leidet an Funktionseinschränkungen der Bewegungsorgane.
  • Etwa 10 Millionen Betroffene haben klinisch manifeste, behandlungsbedürftige chronische Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates.
  • Knapp sieben Millionen Menschen haben schwere chronische Rückenschmerzen.
  • Etwa fünf Millionen leiden unter symptomatische Arthrosen.
  • 1,5 Millionen Menschen der erwachsenen Bevölkerung leiden unter entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
  • Hinzu kommen etwa 20.000 an Rheuma erkrankte Kinder.
  • Das Lebenszeit-Risiko für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung wird nach US-amerikanischen Daten auf rund acht Prozent für Frauen und fünf Prozent für Männer geschätzt.
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