• Eine Abneigung gegen Sport lässt sich vor allem durch das Umfeld, aber auch durch die Gene erklären
  • Auch schlechte Erfahrungen in unserer Vergangenheit mindern die Begeisterung für einen aktiven Lebensstil
  • Eine Umkonditionierung des Gehirns vom Sportmuffel hin zum Sportmachenden ist möglich
  • Befolgen sie diese drei Ratschläge und schon ist Schluss mit dem Faulenzen

Es wurde vielfach bewiesen, dass sich Sport positiv auf die Gesundheit auswirkt. Es stärkt den Körper, macht ihn weniger anfällig für Krankheiten und schüttet Glückshormone aus. Also auch für das seelische Wohl ist Sport wie Balsam. Auch unser Gehirn wird dadurch leistungsstärker. Sportmuffel wissen von diesen Vorzügen eines aktiven Lebensstils, aber warum weckt das dennoch keinen Bewegungsdrang in ihnen?

Laut der Studie von VuMa-Touchpoint betreiben 42 Prozent der Deutschen keinen Sport. In den USA beläuft sich dieser Anteil auf 28 Prozent und im Vereinigten Königreich auf 33 Prozent. Die WHO stellte in einer Studie fest, dass gerade die Bevölkerung wohlhabender Länder weniger Sport treibt als andernorts. Dies kann aber nicht die einzige Erklärung dafür sein. Welche Ursachen gibt es also, die einen Menschen zum Sportmuffel machen?

Gibt es ein Sportmuffel-Gen? Aus diesen Gründen mögen viele Menschen keinen Sport

Eine Studie, die von Forschern der University of Southern Carolina durchgeführt wurde, hat untersucht, ob das Sportmuffel-Sein genetisch bedingt ist. Dazu haben sie Laborratten in zwei Gruppen aufgeteilt: Die lauffreudigen und die, die sich nicht besonders lauffreudig zeigten. Es konnte die Feststellung gemacht werden, dass die Nachkommen der lauffreudigen Ratten tatsächlich genauso leistungsfähig und laufstark waren wie ihre Eltern

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Auch wenn man es nicht als "Sportmuffel-Gen" bezeichnen kann, lässt diese Studie trotzdem darauf schließen, dass Sportbegeisterung und Leistungsfähigkeit vererblich ist. Allerdings bedeutet das nicht automatisch, dass das Kind eines erfolgreichen Sportlers einmal die gleichen Erfolge wie sein Elternteil erreichen kann und wird. 

Eine weitere Studie hat gezeigt, dass laufstarke Menschen ein besonders ausgeprägtes "Belohnungssystem" im Gehirn haben. Dieses Belohnungssystem fördert durch Glücksgefühle die Verstärkung bestimmter Verhaltensmuster, wie regelmäßigen Sport. Es kann trotzdem nur vermutet werden, dass die besondere Ausprägung dieses Gehirnareals an Nachkommen weitervererbt werden kann. 

Der Weg vom Sportmuffel hin zum aktiven Lebensstil: So funktioniert es

Das soziale Umfeld ist auch ein großer Faktor, wenn es darum geht, wie sportbegeistert ein Mensch ist. Wenn das eigene Umfeld viel Sport treibt oder einfach eine positive Einstellung zu einem aktiven Lebensstil hat, überträgt sich das auch auf uns. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir selbst uns auch zu den Sporttreibenden zählen. Ist unser Umfeld aber genauso unsportlich wie man selbst, fühlt man sich in seiner eigenen Unsportlichkeit eher akzeptiert und bestärkt. 

Natürlich hat unsere individuelle Vergangenheit auch etwas mit unserer Liebe oder unserer Abneigung zum Sport zu tun. Haben wir in der Vergangenheit beispielsweise eine schmerzhafte oder langwierige Sportverletzung davongetragen, kann es sein, dass unsere Sportbegeisterung dadurch nachhaltig gemindert wurde. Man konditioniert sich quasi selbst dazu, Sport abzulehnen. Aber genauso wie man sich die Ablehnung ein Stück weit antrainieren kann, kann man sich auch den inneren Sportmuffel austreiben. 

Spaß im Fokus: Sport macht man in erster Linie, weil man dem Körper etwas Gutes tun will. Worauf es aber nicht ankommt, ist monotones Joggen auf den immer gleichen Wegen, wenn einem das keinen Spaß bereitet. Es ist wichtig, sich eine Sportart zu suchen, die Spaß macht. Das kann alles Mögliche sein: Schwimmen, Tanzen, Kraftsport oder Yoga. Hauptsache, es begeistert dich.

Die gute Nachricht: Weniger ist am Anfang mehr

Weniger ist manchmal eben doch mehr. Gerade wenn man sich in einem Motivations-Hoch befindet, ist es wichtig, realistisch zu bleiben. Es sollten nur so viele Sporteinheiten vorgenommen werden, wie auch wirklich geschafft werden. Wichtig ist noch, keinen unmittelbaren Erfolg zu erwarten, da sich das demotivierend auswirken kann. Besser ist es, sich kleine Ziele zu setzen und sich selbst zu belohnen. 

Wichtig auch: Bewegung im Alltag zur Routine machen. Bewegung ist Bewegung, egal in welcher Form. Sportliche Aktivität kann auch einfach in den Alltag integriert werden und wenn man sich erstmal ans neue Normal gewöhnt hat, fühlt es sich auch nicht mehr so sehr nach Sport an. Mit dem Fahrrad zu Arbeit fahren, Treppen laufen, statt den Aufzug zu nehmen, oder jeden Tag nach dem Aufstehen 10 Minuten Dehnübungen - das alles sind Möglichkeiten ohne großen Mehraufwand, das Leben aktiver zu gestalten. 

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