Um sich eine kleine Verschnaufpause zu gönnen, legen sich viele Menschen zur Mittagszeit noch einmal hin, um Kraft für den weiteren Tag zu sammeln. Egal ob "Power-Nap" oder klassisch "Mittagsschlaf" genannt, die Schlafpause ist vor allem für ältere Leute eine beliebte Erholung.

Doch obwohl schlafen als sehr wichtig und gesund gilt, soll sich bei einem häufigen und  längeren Mittagsschlaf das Sterberisiko erhöhen, wie eine Studie um Zhe Pan belegt. Die Ergebnisse der Forschung wurden auf der Seite ScienceDirect veröffentlicht.

Erhöhtes Sterberisiko durch Mittagsschlaf? Studie gibt Aufschluss

Für die Studie wurden 300.000 Personen genauer getestet, von denen 40 Prozent aller Testpersonen angaben, sich tagsüber regelmäßig hinzulegen. Diese Probanden hatten im Vergleich zu den Studienteilnehmern, die keinen Mittagsschlaf hielten, ein um 30 Prozent höheres Sterberisiko. Auffällig war dies vor allem bei Menschen, die mittags länger als eine Stunde schliefen. 

Zudem erklären die Wissenschaftler des internationalen Forscher-Teams um Zhe Pan, das lange, regelmäßige Mittagsschläfe auch zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können. Bei den Mittagschläfer-Probanden stieg dieses Risiko nämlich zu 34 Prozent an. Zwar wissen die Forscher, was mit unserem Körper passiert, wenn wir schlafen, doch weshalb das Schlafen am Tag negative gesundheitliche Auswirkungen auf unseren Körper hat, ist ihnen bisher noch nicht bekannt.

Komplett auf den Mittagsschlaf verzichten müssen Sie aufgrund dieser beunruhigenden Studienergebnisse  zum Glück nicht. Denn: Bedenklich sind laut der Studie hauptsächlich Erholungen mit einer Länge von über einer Stunde. Ein kurzes Dösen oder ein spontanes Nickerchen sind also unbedenklich. Wie der Schlafforscher Hans-Günter Weeß gegenüber fitbook.de verrät, soll ein Schläfchen bis maximal 30 Minuten für einen Erwachsenen sinnvoll sein. Würde die Pause von längerer Dauer sein, so schläft man sich sozusagen müde. Bei einem länger anhaltenden Schlaf gerät der Mensch in den Traumschlaf, schläft also sehr tief und ist so beim Aufwachen um so müder, lust- und antriebsloser. Nach einer Tiefschlafphase wieder fit zu werden, dauert laut Weeß dann sehr lange. 

Wer mittags viel schläft, bekommt abends die Augen schlechter zu

Als Faustregel gilt: Ein Mittagsschlaf kann zur Erholung dienen, allerdings nicht nach 15 Uhr und nicht länger als eine halbe Stunde. Wer unter Schlafstörungen leidet, sollte auf einen Mittagsschlaf komplett verzichten, denn dies führt zu einem geringeren Schlafdrang, den diese Leute zum Einschlafen dringend benötigen. Zusätzlich sollten Sie bei Einschlafproblemen auf Ihre Ernährung achten, denn diese Lebensmittel halten Sie unnötig wach. Ideal um neue Energie für die zweite Tageshälfte zu tanken, wäre ein Power-Nap von 5 bis 10 Minuten. Allerdings will diese Art von Erholung gelernt sein, schließlich kann nicht jeder auf Knopfdruck einschlafen. Allen, die es noch nicht können, aber gerne ausprobieren möchten, legen wir unsere Tipps ans Herz: So klappt es mit dem perfekten Nickerchen zwischendurch.