• Die Einnahme von Betablockern steht unter dem Verdacht, negative Folgen für die Psyche zu haben
  • Depressionen, Müdigkeit und Schlaflosigkeit sind die am häufigsten Nebenwirkungen
  • Eine Studie hat nun untersucht, wie gefährlich die Blutdrucksenker wirklich sind

Betablocker kommen vor allem bei der medikamentösen Behandlung von Herzkrankheiten zum Einsatz. Die wohl wichtigste Wirkung des Arzneimittels ist die Senkung der Ruheherzfrequenz und des Blutdrucks. Während der Corona-Pandemie wurde den Tabletten auch eine mildernde Wirkung bei Covid-19-Infektionen zugeschrieben. Angeblich sollten sie die schwer des Krankheitsverlaufs abschwächen. Doch schon seit längerer Zeit werden Stimmen laut, die Betablocker aus Auslöser für Schlafstörungen, Depressionen und andere psychische Probleme sehen. Forschenden des Instituts für klinische Pharmakologie und Toxikologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin sind dieser Frage nun auf den Grund gegangen. Im Fachmagazin Hypertension veröffentlichten die Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse.

Betablocker: Wie gefährlich sind die Blutdrucksenker wirklich?

Schon seit langer Zeit besteht unter Fachleuten die Annahme, dass Betablocker möglicherweise negative Folgen für das menschliche Gehirn haben könnte. Zu den am weitesten verbreiteten Nebenwirkungen gehören unter anderem:

  • Depressionen
  • Angstzustände
  • Schläfrigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Halluzinationen
  • Albträume

"Die möglichen psychischen Nebenwirkungen von Betablockern werden in der wissenschaftlichen Gemeinschaft seit vielen Jahrzehnten diskutiert", sagt Reinhold Kreutz, Professor der Berliner Charité. Es stellt sich also die Frage, wie gefährlich Betablocker wirklich sind?

Die aktuelle Studie sei die erste ihrer Art, da sie das gesamte Spektrum der psychischen Nebenwirkungen abdecken würde. Die Grundlage der Forschung bestand aus den Daten von mehr als 50.000 Personen aus 258 Untersuchungen. Etwa 70 Prozent der Untersuchungen waren klinische Studien, die sich mit der Behandlung von Blutdruck konzentrierten.

Müdigkeit und Depressionen: Mythos und echte Nebenwirkungen?

Die am häufigsten genannte Nebenwirkung von Betablockern sind Depressionen. Angeblich seien die Blutdrucksenker für die Schwermütigkeit einiger Patienten verantwortlich. Laut der Studie ist das jedoch nur ein Mythos. Die Ergebnisse zeigten, dass die Rate der Abbrüche der Medikamenteneinnahme aufgrund von Depressionen sowohl in der Gruppe der Betablocker einnehmenden Menschen genauso hoch war, wie in der Placebo-Gruppe.

Müdigkeit sei hingegen ein durchaus häufiger auftretender Effekt. Ungewöhnliche Träume, Schlaflosigkeit und Schlafstörungen scheinen mit Betablockern in Verbindung zu stehen, so die Studie. Müdigkeit sei der häufigste Grund gewesen, warum der Blutdrucksenker abgesetzt worden ist.

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Blutdrucksenker: Behandlung hat keine Auswirkungen auf Psyche

Neben der Müdigkeit scheint es jedoch keine weiteren signifikanten negativen Erscheinungsbilder zu geben: "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bedenken über unerwünschte psychische Ereignisse, insbesondere Depressionen, die Entscheidung über Betablocker nicht beeinflussen sollten. Betablocker sind hinsichtlich der psychischen Gesundheit weitgehend sicher", so Kreutz.

Leichte psychologische Komplikationen seien wohl bei Personen aufgetreten, die "eine Vorgeschichte von kardiovaskulären Ereignissen wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall" hatten. Es sei jedoch kein kausaler Zusammenhang zwischen Betablockern und den Komplikationen nachweisbar

Fazit: Wie gefährlich sind Betablocker nun wirklich?

Was die Forscher der Berliner Charité mit ihren Untersuchungen versuchen, ähnelt einer Pionierstudie: Erstmals wurde versucht, alle möglichen psychologischen Folgen von Betablockern in einer Studie zu betrachten. Das Ergebnis: Betablocker können leichte Auswirkungen auf das Schlafverhalten haben, sind aber keineswegs verantwortlich für psychische Krankheiten wie beispielsweise Depressionen.

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"Wir fanden keinen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Betablocker-Einsatz und Depression. Das Gleiche galt für die meisten anderen psychischen Symptome, wie sie in den Studien berichtet wurden, die in unsere Analysen einbezogen wurden. Allerdings traten schlafbezogene Symptome wie ungewöhnliche Träume oder Schlaflosigkeit bei einigen Patienten während der Betablocker-Therapie auf", heißt es im Forschungsbericht.

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