Franken
Früherkennung

Krebs: Mit neuer Methode Tumore schon Jahrzehnte vor Diagnose erkennen

Krebserkrankungen betreffen Millionen Menschen jedes Jahr. Eine wissenschaftliche Untersuchungen könnte nun neue Therapien ermöglichen - und so die Früherkennung der Krankheit fördern.
 
Eine neue Forschungsstudie könnte die Krebsdiagnostik entscheidend vorantreiben. Symbolfoto: Bernd Wüstneck/dpa
Eine neue Forschungsstudie könnte die Krebsdiagnostik entscheidend vorantreiben. Symbolfoto: Bernd Wüstneck/dpa

Aktuell erhalten rund 18 Millionen Menschen jährlich eine Krebs-Diagnose. Das geht aus Daten der "Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC)" hervor, die kürzlich veröffentlicht wurden. Von 18,1 Millionen Erkrankten im Jahr 2018 starben insgesamt 9,6 Millionen Menschen weltweit. Die "Weltgesundheitsorganisation (WHO)" erwartet für das Jahr 2040 eine Verdopplung der Krebs-Fälle: Demnach wären pro Jahr zwischen 29 bis 37 Millionen Menschen von Krebs betroffen.

Eine Forschungsstudie hat nun neue Erkenntnisse zur Früherkennung der Krankheit präsentiert: Im Fachmagazin Nature veröffentlichte ein Team von Wissenschaftlern um Moritz Gerstung und Clemency Jolly ihre Ergebnisse der Krebserforschung. Dabei geht es primär um die Früherkennung im Kindesalter. Zentraler Aspekt dessen ist, dass ein Tumor bereits Jahrzehnte vor der Diagnose erkannt werden kann.

Krebsforschung: Neue Diagnostik durch Studie möglich?

Die Studie zeigt auf, dass Mutationen der Genetik, die maßgeblich für die Umwandlung von gut- in bösartige Zellen verantwortlich sind, teilweise bereits im Kindesalter nachweis- und erkennbar sind. Angaben der Wissenschaftler zufolge kann jede fünfte genetische Mutation durch ein sogenanntes Frühereignis erkannt werden. Möglicherweise haben die Forscher durch ihre Untersuchungen neue Wege der Krebs-Diagnostik geebnet. Per E-Mail: Jetzt den inFranken.de-Newsletter abonnieren

"Das Außergewöhnliche ist, wie einige der genetischen Veränderungen viele Jahre vor der Diagnose aufzutreten scheinen", erklärt die an der Forschungsstudie beteiligte Clemency Jolly. Sie arbeitet am "Francis Crick Forschungsinstitut" in London. Die Wissenschaftler haben insgesamt circa 2700 Tumore untersucht. Darunter befanden sich 38 verschiedene Arten von Krebs, beispielsweise aus dem Gehirn oder der Leber.

Krebs: 1800 Kinder in Deutschland jährlich betroffen

Die Untersuchungen der 1500 internationalen Wissenschaftler könnten deshalb so bedeutend für die Krebsforschung sein, da die Krankheit in Zukunft in sehr frühen Stadien sichtbar sein könnte. Hinter den entwickelten Tests stecken sogenannte Flüssigbiopsien: Mutationen könnten dadurch in freischwebender DNA im Blut des möglichen Betroffenen nachgewiesen werden. Die Blutprobe könnte Indizien und Hinweise liefern, ob an anderen Stellen im Körper ein erhöhtes Krebsrisiko besteht.

Der neue Ansatz in der Früherkennung könnte in Deutschland rund 1800 Kindern und Jugendlichen jährlich helfen. Informationen der "Kinderkrebsinfo" zufolge handelt es sich bei Krebs um die "am häufigsten auftretende tödliche Krankheit bei Kindern".

Auch die Daten der "IARC" zeigen, dass Krebs weltweit weiterhin auf dem Vormarsch ist. Hauptgrund dafür ist, dass die Menschen immer älter werden. Zu dieser Tatsache gesellt sich ein oftmals ungesunder Lebensstil: So ist Krebs in den meisten Ländern der Welt die häufigste Todesursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im statistischen Vergleicht sind folgende Organe am häufigsten von Krebs betroffen: Lunge, Darm und Magen.