• Der Begriff Hangxiety
  • Symptome
  • So entsteht Hangxiety
  • Betroffene
  • Das kannst du tun

Nach einer wilden Partynacht ist es für viele normal, mit einem Hangover aufzuwachen. Auch, wenn dieser in der Regel nie angenehm ist, wird es besonders schlimm für jene, die an Hangxiety leiden: Einer Angst, die in Kombination mit dem Hangover aufkommt.

Angst nach dem Alkoholkonsum: Das ist Hangxiety

In Deutschland konsumieren einer Befragung zufolge etwa 6,7 Millionen der 18- bis 64-jährigen Menschen Alkohol in einer riskanten Form. Gehst du auch gerne mal feiern, kennst du sicherlich das Gefühl, am nächsten Tag einen Hangover - also umgangssprachlich einen "Kater" - zu haben. In dem Moment nimmt man sich oft vor, zukünftig auf Alkohol zu verzichten; und tut es meist doch nie. Doch nicht alle können den Alkoholkater so leicht verkraften: Menschen, die an Hangxiety leiden, verspüren am Morgen danach nicht nur einen Hangover, sondern auch Angst und Überforderung.

Das Wort "Hangxiety" setzt sich aus den Worten "Hangover" und "Anxiety" zusammen. "Anxiety" bedeutet, aus dem Englischen übersetzt, so viel wie "ängstlich". Doch nicht nur Angst geht mit der Anxiety einher: Auch Kopfschmerzen, Magenverstimmungen, Zittern, Schweißausbrüche, Herzrasen, das Gefühl von Überforderung sowie von Kurzatmigkeit können mit einhergehen. Mit dem Begriff Hangxiety werden diese Symptome zusammengefasst, die während oder nach dem Ausnüchtern auftauchen.

Alkohol wirkt sich als Dämpfung oder Hemmung der Informationsübertragung unseres Gehirns aus. So können auch Angstzustände beispielsweise leichter freigesetzt werden: Der Körper versucht, aktiv gegen diese Dämpfung vorzugehen. Durch die Stoffe, die dabei ausgeschüttet werden, ist es uns möglich, auch während eines Rausches noch zu sprechen oder zu gehen. Hangxiety entsteht also grundlegend aus der natürlichen Reaktion unseres Körpers auf die Wirkung des Alkohols. Je mehr Alkohol konsumiert wurde, desto stärker fällt die Gegenreaktion des Körpers in der Regel auch aus. Diese setzt sich auch noch dann fort, wenn der Alkohol nachlässt, sodass auch Gefühle von Anspannung, Nervosität oder Ängstlichkeit bleiben.

Hangxiety als Warnzeichen: Das kannst du dagegen tun

Häufig sind eher introvertierte Menschen anfällig für Hangxiety. Sind Menschen eher in sich gekehrt oder empfinden grundsätzlich ein Unwohlsein, kann dies bewirken, dass sie mehr Alkohol trinken, um eine Angst vor einer unangenehmen sozialen Situation abzubauen. Zudem verfolgen schüchterne Menschen oft das Ziel, durch den Alkohol lockerer zu wirken - erleiden dafür am nächsten Tag aber häufig eine Hangxiety.

Grundsätzlich kann Hangxiety auch einen positiven Effekt haben: Wer sich nach einer durchgefeierten Nacht nicht wohlfühlt und Angst erleidet, greift zukünftig wohl nicht mehr so schnell oder zumindest kontrollierter zum Glas. Die Warnzeichen wirken also nicht ausschließlich negativ, sondern können auch zur Eigenreflexion beitragen.

Tritt die Hangxiety bei dir auf, solltest du zunächst viel Wasser trinken. Bereits während des Alkoholkonsums kannst du dies als vorbeugende Maßnahme treffen. Am besten trinkst du nach jedem Glas Alkohol auch ein Glas Wasser. Wichtig ist, dass du nach einem Angsterlebnis nicht sofort wieder zum Alkohol greifst, sondern die Gründe hinter der Hangxiety reflektierst. Eine mögliche Konsequenz wäre, zukünftig weniger zu trinken oder häufiger zu einem alkoholfreien Getränk beim Feiern zu greifen. Stellst du fest, dass dein Alkoholkonsum vielleicht problematisch oder unkontrolliert ist, solltest du nicht zögern, dir professionelle Hilfe zu suchen. Dies ist vor allem dann ratsam, wenn du deinen Alkoholkonsum trotz häufig auftretender Hangxiety nicht reduzierst.

Hier findest du verschiedene Anlaufstellen, die dir individuell helfen können.