Verschiedene Ernährungsformen sind voll im Trend. Intervallfasten, Vegan, Low Carb oder Low-Fat decken mittlerweile für jeden Essenstyp die passende Ernährungsform ab. Eine neue, alte Ernährungsweise ist seit einiger Zeit wieder mehr in den Fokus gerückt: die zuckerfreie Ernährung. Welche Vorteile hat die Null-Zucker-Diät und wie funktioniert sie? Hier erklären wir es Ihnen.

Mit durchschnittlich 100 Gramm Zucker pro Tag ist der Konsum in Deutschland viermal höher als empfohlen, wie der Merkur berichtet. Dieses Maß an Zuckerkonsum ist für den Körper fatal. Es reicht daher nicht, nur eine kurze Zeit zu verzichten. Am erfolgversprechenden ist es, die Ernährung dauerhaft auf zuckerfrei umzustellen. Das ist zugegebenermaßen nicht allzu leicht. Die Liebe zum Süßen ist in uns Menschen tief verankert. Früher bedeutete ein süßer Geschmack in der Natur, dass etwas ungiftig ist. Auch unsere Muttermilch schmeckt süß und Süßigkeiten sind im Kindesalter bereits eine absolute Versuchung.

Zuckerfrei leben - so gelingt es

Um zu verstehen, wie eine zuckerfreie Ernährung gelingen kann, muss die Art des Zuckers, die es betrifft, definiert werden. In dem Fall der zuckerfreien Ernährung geht es nicht um das strikte Weglassen der Kohlenhydrate, noch um den kompletten Verzicht auf Haushaltszucker. Sie zielt vielmehr auf den sogenannten "freien Zucker" ab. Unter der Art von Zucker versteht die Weltgesundheitsorganisation, alle Arten von Zucker, die Speisen und Getränken beigefügt werden. Zudem zählt dazu auch jener Zucker, der in Fruchtsäften, Honig und Sirup vorkommt. 

Die Frage, die sich die meisten bei einer zuckerfreien Ernährung stellen ist, was man überhaupt noch essen darf. Wenn man mit der zuckerfreien Ernährung startet, reicht es völlig, erst einmal auf den gängigen Haushaltszucker zu verzichten. Also auf die sogenannte Saccharose, die in großen Mengen in der Zuckerrübe, Zuckerpalme und im Zuckerrohr vorhanden ist. Dazu zählt das Weglassen des Zuckers im Kaffee und das zusätzliche Hinzufügen von Zucker in verschiedene Gerichte. 

Man setzt auf überwiegend unverarbeitete Lebensmittel. Das führt dazu, dass man langfristig weniger Kalorien zu sich nimmt und dadurch abnimmt. Das Schwierigste daran ist, zu erkennen, wo sich dieser Zucker befindet. Häufig vermutet man es auf den ersten Blick nicht. Folgende Lebensmittel sind bei dieser Ernährungsweise tabu: 

  • Gesüßte Getränke ( Softdrinks,..) und Speisen (Fruchtjoghurt, Marmelade...)
  • Fruchtsäfte, Smoothies und Fruchtsaftkonzentrate
  • Industriell stark verarbeitete Lebensmittel (Fast Food, Weißbrot, Saucen...)
  • Süßigkeiten (Schokolade, Gummibärchen, Kuchen, Eis,..)
  • Trockenobst (Mango, Feigen, Datteln,..)
  • Gerichte von Restaurants oder Imbissen

Auch wenn das auf den ersten Blick erst einmal nach viel Verzicht klingt, gibt es nicht zu wenig, was man trotzdem noch genießen darf. Besonders, wenn man viel selbst kocht, erledigt sich das Problem fast von alleine. Einige Lebensmittel, die man essen und trinken darf, sind folgende:

  • Mineralwasser, ungesüßter Kaffee oder Tee, kalorienfreie Light-Getränke
  • Gemüse und frisches Obst
  • Fisch, Fleisch und Eier
  • Naturbelassene Milchprodukte (Käse, Naturjoghurt...)
  • Vollkornprodukte (Brot, Nudeln, Reis...)
  • Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen und Linsen...)
  • Nüsse, Samen und Kerne (Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne...)
  • Öle und Fette (Öl, Butter...)
  • Zuckerfreie Süßigkeiten

Viele Deutsche wissen meist gar nicht, wie viel Zucker sie unbemerkt zu sich nehmen. Dadurch kommt es beim Verzicht auch zu Entzugserscheinungen, denn Zucker macht süchtig. Diese können ein bis zwei Wochen andauern. Danach sollte man folgende Symptome überwunden haben:

  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen
  • Heißhunger
  • Müdigkeit 
  • Erschöpfung

Hat sich der Körper erst einmal an den Verzicht gewöhnt, profitiert der Mensch eigentlich nur noch von den Auswirkungen der Null-Zucker-Diät. Zum einen nimmt man ab und wird allgemein fitter. Der sonst so verführerische Heißhunger auf Süßes bleibt aus und der Blutzuckerspiegel pendelt sich konstant ein. Das hat dann zum anderen zur Folge, dass das Diabetes-Risiko ebenfalls sinkt. Auch für andere Erkrankungen sinkt das Risiko. Dazu zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und auch Arthrose. 

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Doch wie bei allem gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Es gibt keinen strikten Fahrplan, wie man verfahren muss. Merken kann man sich allerdings eines: Je verarbeiteter die Lebensmittel sind, umso ungesünder sind sie.