Etwa 1,5 Liter Wasser sollten Erwachsene täglich trinken. So lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Bei Hitze können noch wesentlich größere Mengen nötig sein. Das heißt aber nicht, dass man sich unter Zwang literweise Flüssigkeit einflößen müsste. Ständig viel zu trinken, ist nämlich nicht günstig, wie der Naturheilkundler Prof. Andreas Michalsen in seinem neuen Buch "Mit Ernährung heilen" schreibt. Im Interview erklärt er, worauf es beim Trinken ankommt.

Wasser trinken: Täglicher Bedarf bei jedem Menschen unterschiedlich

Wasser gilt als Quelle des Lebens und liefert dem menschlichen Körper wichtige Mineralstoffe. Durchschnittlich sollte ein Erwachsener täglich rund 1,5 bis 2 Liter Wasser trinken, wobei nur sieben von zehn Erwachsenen behaupten, das auch tatsächlich umzusetzen. Da der Körper über etwa 2,5 Liter Flüssigkeit am Tag verliert, muss diese regelmäßig wieder aufgefüllt werden. Je nach Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und sportlicher Aktivität variiert die Menge, die du täglich an Wasser trinken solltest, und kann auch auf bis zu 4 Liter ansteigen. Besonders an heißen Tagen sollten wir mehr trinken, da wir durch starkes Schwitzen auch mehr Flüssigkeit verlieren. Bei extremer Hitze wird dazu geraten, das doppelte als sonst zu trinken.

Frage an den Experten: Immer und immer wieder hört man den Tipp: Viel trinken! Ist das ein guter Ratschlag?
Prof. Andreas Michalsen: Bei großer Hitze würde ich schon sagen: Ja. Grundsätzlich empfehle ich, auf die Signale des Körpers zu achten und dann zu trinken, wenn man Durst hat. Früher hieß es auch in der Naturheilkunde: trinken, trinken, trinken! Aber dieses Dogma ist inzwischen stark ins Wanken geraten. Letztlich konnten die wenigen zuverlässigen Studien, die es dazu gibt, nicht bestätigen, dass es wirklich etwas ausmacht, ob man einen Liter mehr trinkt oder nicht.

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Warum braucht der Körper Wasser? Wann besonders?

Ein erwachsener Mensch besteht zu etwa 50 bis 65% aus Wasser. Dieses wird nämlich für lebensnotwendige Prozesse benötigt und muss regelmäßig nachgefüllt werden.

  • Vor allem für die Nieren spielt Wasser eine bedeutende Rolle: So können sie Ausscheidungsprozesse mithilfe von Wasser als Transportmittel besser bewältigen und Abfallprodukte können herausgefiltert und über den Urin ausgeschieden werden.
  • Wusstest du, dass unser Gehirn zu 95% aus Wasser besteht? Um volle Leistung bringen zu können, benötigt das Gehirn reichlich Treibstoff in Form von Nährstoffen, die mithilfe unseres Blutes transportiert werden. Fehlt dem Körper allerdings Wasser, wird das Blut dickflüssiger und fließt langsamer. Dadurch braucht es länger, bis die Nährstoffe im Gehirn ankommen und unsere Konzentration sinkt.
  • Wasser für eine gute Verdauung. Trinkst du genügend Wasser, bringst du automatisch deine Verdauung in Gang und dein Stuhl wird nicht zu hart. Nimmst du nämlich zu wenig Flüssigkeit auf, wird dem Stuhl Wasser entzogen und es kann zu einer Verstopfung kommen. 
  • Beautygeheimnis Wasser – für eine schöne und strahlende Haut müssen es nicht unbedingt die teuersten Cremes sein, es genügt schon, wenn du ausreichend trinkst. Ist dem nicht so, trocknet deine Haut aus und es können sich schneller Falten bilden. 

Frage an den Experten: Wann sollte man besonders darauf achten, viel zu trinken?
Prof. Andreas Michalsen: Zum Beispiel bei einer akuten Blasenentzündung. Eine Studie hat bestätigt, dass es in dem Fall empfehlenswert ist, vorübergehend viel zu trinken. Abgesehen davon würde ich Kindern immer mal etwas zu trinken anbieten. Schulkinder neigen dazu, zu wenig zu trinken.
Aufpassen muss man außerdem bei sehr alten Menschen, bei denen das Durstgefühl nicht mehr gut funktioniert. Bei allen anderen Menschen empfehlen die meisten Forscher derzeit, auf das Durstgefühl zu vertrauen.

Wasservergiftung - zu viel Flüssigkeit hat Auswirkungen auf die Gesundheit

Wenn man mehr Flüssigkeit aufnimmt, als der Körper ausscheidet, bleibt die Flüssigkeit im Kreislauf und verdünnt das Blut. Das wirkt sich negativ auf deinen Körper aus. Dann können Muskelschwäche, Desorientierung oder epileptische Anfälle folgen. In ganz seltenen Fällen kann es auch tödlich enden, wenn es zur Wasservergiftung (Hyponatriämie) kommt.

Frage an den Experten: Was passiert bei einer Wasservergiftung  mit dem Körper?
Prof. Andreas Michalsen: Bei der Hyponatriämie, also einem niedrigen Natriumspiegel im Blut, schwillt das Gehirn an. Das ist durchaus gefährlich. Da kann es auch zu Schwindel, Verwirrtheit und in seltenen Fällen zum Koma kommen.

Symptome für eine Wasservergiftung:

  • Benommenheit
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Krampfanfälle

Frage an den Experten: Extrem viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen kann gefährlich sein. Wann kommt es zu einer Wasservergiftung?
Prof. Andreas Michalsen: Das hängt auch von der Salzaufnahme ab. Wir machen hier Heilfasten-Behandlungen, bei denen man fast gar kein Salz zu sich nimmt. Da hatten wir schon Fälle, wo Menschen mehr als fünf Liter tranken, weil sie immer gehört hatten, dass man ganz viel Flüssigkeit zu sich nehmen soll. Dadurch ist es zu einer Verarmung von Natrium im Blut gekommen. Das ist ein ernster Zwischenfall für den Körper. Beim Sport muss man auch aufpassen. Wenn man durch starkes Schwitzen viel Salz verliert und dann zum Beispiel sehr viel natriumarmes Wasser trinkt, dann würde man das auch riskieren.

Jedoch ist das Risiko, zu wenig zu trinken, viel höher, da es häufig einfach vergessen wird. Werde dir der Notwendigkeit bewusst, wie wichtig es für dich und deine Gesundheit ist, ausreichend Wasser zu trinken.

Gesundheitliche Vorteile des Wassertrinkens

Wasser trinken hat viele gesundheitliche Vorteile:

  • hohe Konzentrations-/Leistungsfähigkeit
  • verbessert das Hautbild
  • dient als Schmiermittel für die Gelenke
  • hilft gegen Kopf- und Menstruationsschmerzen
  • fördert Gesundheit und Verdauung
  • hilft dem Körper, die Temperatur zu regulieren

Viele unterschätzen die positive Wirkung von Wasser und greifen stattdessen zu ungesunden Süßgetränken, um den Durst zu stillen. Diese schmecken zwar lecker, doch unsere Gesundheit profitiert davon nicht. Das Wasser dient, ebenso wie das Blut, dem Transport von Sauerstoff und Nährstoffen zu den Organen und deren Zellen sowie dem Abtransport von „Abfällen“. Wasser reinigt also den Körper von innen.

Abnehmen durch Wasser: Geht das? 

Abnehmen durch Wassertrinken ist durchaus möglich. Wasser erhöht nämlich die Menge an Kalorien, die man auch im Ruhezustand verbrennt. Trinken vor und während der Mahlzeit soll auch zum Abnehmen beitragen, da es den Magen füllt und so den Appetit senkt. Zu viel Flüssigkeit während der Nahrungsaufnahme löscht allerdings das "Verdauungsfeuer", was wiederum weniger förderlich ist, weil die Flüssigkeit die Verdauungszeit verlängert.

Da im Gehirn Hunger und Durst eng beieinander liegen, kann es dazu führen, dass du ein Hungergefühl verspürst, obwohl dein Körper Flüssigkeit braucht. Hier wird geraten, zunächst ein Glas Wasser zu trinken und abzuwarten, ob das Hungergefühl anhält.

Frage an den Experten: In Ihrem Buch empfehlen Sie, vor dem Essen zu trinken. Warum?
Prof. Andreas Michalsen: Das ist ein Tipp für Menschen, die abnehmen wollen. Wenn man eine halbe Stunde vor der Mahlzeit ein Glas Wasser trinkt, reduziert das nicht nur den Appetit, sondern beschäftigt den Stoffwechsel. Dadurch wird mehr Energie bei der Verdauung verbrannt und man nimmt leichter ab.

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So schaffst du es mehr zu trinken: 5 Tipps

Trotz der vielen Vorteile die Wassertrinken mit sich bringt, schaffen es einige Menschen nicht ausreichend zu trinken. Laut Andreas Michalsen liegt das unter anderem an der Veranlagung. Wie viel man schwitzt, ist nämlich stark genetisch bestimmt. Zum Beispiel hängt es vom Hauttyp ab, wie viele Schweißporen man hat. Auch über die Lunge verliert man beim Atmen relativ viel Flüssigkeit. Da spielt eine Rolle, wie groß die Lunge ist und wie schnell und tief man atmet. 

Kommt dir das bekannt vor? Du schaust auf die Uhr, es ist bereits nachmittags und du stellst fest, dass du heute kaum etwas getrunken hast. Fällt es dir schwer, täglich ausreichend Flüssigkeit zu dir zu nehmen? Dann haben wir hier ein paar Tipps für dich.

  • Entwickle eine Routine: Zum Beispiel kannst du deinen Tag direkt mit einem Glas Wasser starten. Denn auch wenn du nicht das Gefühl hast, in der Nacht zu schwitzen, verliert dein Körper Wasser während du schläfst. Stellst dir doch einfach eine Flasche Wasser auf dein Nachttisch, diese erinnert dich gleich nach dem Aufwachen an das Trinken und hilft dir so eine Routine zu entwickeln. 
  • Erinnerungs-Apps: Wenn du keinen Durst hast, kann es schnell mal passieren, dass du das Trinken schlichtweg vergisst. Doch dagegen können Apps auf dem Handy Abhilfe schaffen. Hier kannst du ein Tagesziel einstellen und dich beispielsweise alle 2 Stunden von deinem Smartphone erinnern lassen, genug zu trinken.
  • Wasser geschmacklich aufwerten: Schmeckt dir Wasser einfach zu fade, kannst du es nach Belieben aufpimpen. Kräuter wie Basilikum und Minze, oder Zitrusfrüchte, von Limetten, bis zu Orangen geben dem Wasser einen richtigen Frische-Kick. Auch frische oder tiefgekühlte Beeren bringen ein paar extra Aromen. 
  • Obst und Gemüse als Wasserlieferanten: Wusstest du, dass du auch durch die Nahrung Wasser aufnehmen kannst? Neben Vitaminen und Mineralstoffen liefern einige Obst- und Gemüsesorten Flüssigkeit. Besonders reich an Wasser sind Gurken, Tomaten, Melonen, Erdbeeren und Orangen. 
  • Wasser schmeckt dir nicht? Dann bieten ungesüßte Tees eine tolle Abwechslung! Je nach Jahreszeit kannst du sie dir heiß aufbrühen oder kalt als Eistee genießen. Wie du Eistee ganz einfach selbst machst, erfährst du hier.

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Das Gespräch führte Angela Stoll. 

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