• Wirkung von Kiwis, Karotten und Milch
  • Was Walnüsse, Kaffee und Haferflocken bewirken
  • Fazit

Es gibt eine Vielzahl an Lebensmitteln, darunter beispielsweise Walnüsse oder Kiwi, denen eine positive Wirkung auf Haut, Haare und Nägel nachgesagt wird. Ob das sogenannte "Beauty-Food" nur ein Trend ist oder ob tatsächlich etwas Wahres dahinter steckt, verraten wir dir.

Geheimnisse der Schönheit? Was Kiwis, Karotten und Milch wirklich bewirken

Die erste Frucht, die wir genauer unter die Lupe nehmen wollen, ist die Kiwi. Ihr wird nachgesagt, dass sie die Haut straffen soll. Dabei ist die Kiwi nicht nur lecker, sondern auch gesund, kalorienarm und voll mit gesunden Inhaltsstoffen. In der Frucht findet sich Vitamin C in sehr großen Mengen. Dieses wirkt immunstärkend, entgiftend, antioxidativ und antibakteriell. Auch für den Kollagenstoffwechsel ist Vitamin C wichtig. Bei Kollagen handelt es sich um ein Eiweiß, welches unter anderem Haut und Bindegewebe Stabilität verleiht. Ob nun eine erhöhte Vitamin-C-Zufuhr die Haut langsamer erschlaffen lässt, ist unklar. Außerdem ist es im Zuge einer ausgewogenen Ernährung in der Regel möglich, den täglichen Bedarf an dem Vitamin auf eine andere Weise abzudecken, beispielsweise durch Paprika oder Brokkoli. Dass die Kiwi an sich gesund ist, ist also keinesfalls zu bestreiten; ob sie hingegen hautstraffend wirkt, ist nicht belegt. Zudem gibt es eine Vielzahl anderer Lebensmittel, die ebenfalls viel Vitamin C enthalten.

Karotten sind roh, gekocht oder in Form von Säften eine gesunde Bereicherung für den Speiseplan. Aber stimmt der Mythos, dass ihr Verzehr die Hautbräunung unterstützt? Ein Blick auf die Inhaltsstoffe des orangen Gemüses zeigt, dass es unter anderem den pflanzlichen Farbstoff Betacarotin enthält. Und davon nicht gerade wenig: In 100 Gramm Möhren stecken etwa 7800 Mikrogramm Betacarotin. Der Pflanzenfarbstoff bewirkt nicht nur die typische Färbung des Gemüses, sondern gilt auch als Vorläufer des Vitamins A. Vitamin A ist unerlässlich für die Bildung von Haut- und Schleimhautzellen, ist am Sehvorgang beteiligt und weist einen zellschützenden Effekt gegenüber UV-Strahlen auf. Dass das Carotin auch deine Haut leicht braun verfärbt, könnte aber höchstens dann geschehen, wenn du über einen langen Zeitraum hinweg eine große Menge an Karotten zu dir nimmst. 

Milch verursache Akne - eine Aussage, die du sicher schon einmal gehört hast. Bekannt ist: Milch hat eine sogenannte insulinotrope Wirkung. Dies bedeutet, dass die Insulinsekretion stimuliert wird und demzufolge der sogenannte Insulin-Growth-Faktor-1-Spiegel (IGF 1) ansteigt. Dieser Effekt wird immer wieder in Zusammenhang mit der Entwicklung von Akne gebracht. Allein durch den Verzehr bestimmter Lebensmittel entsteht Akne aber grundsätzlich nicht. Es gibt verschiedene mögliche Ursachen für Akne, wie beispielsweise eine hormonelle Umstellung oder eine Talgdrüsenüberfunktion. Dennoch kann ein Verzicht auf einige Lebensmittel, zu denen auch die tierische Milch zählt, im Individualfall eine Verbesserung verursachen. Hier ist es wichtig, dass du selbst einmal ausprobierst, ob es sich bei dir positiv auswirkt.

Die Wirkung von Walnüssen, Kaffee und Haferflocken

Die Walnuss wird allgemein auch als Supernuss bezeichnet. Denn auch, wenn sie mit rund 700 kcal pro 100 Gramm recht kalorienreich ist, sind ihre Heilwirkungen durch verschiedene Studien erwiesen worden. So wirkt die Walnuss sich unter anderem positiv auf den Blutdruck, den Blutzucker, den Cholesterinspiegel und den Zustand der Blutgefäße aus. Gründe für diese Wirkungen sind enthaltene Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe und Eiweiße. Doch die Walnuss kann noch mehr: Beispielsweise enthält sie auch nennenswerte Mengen an Biotin. Biotin sorgt für eine gesunde Haar- und Nagelstruktur. Somit können Walnüsse tatsächlich einen positiven Einfluss darauf haben, wenn du durch einen Mangel bedingtes dünnes Haar hast. Ist dein Haar aber genetisch bedingt dünn, kann leider auch die Supernuss nichts bewirken. Zudem ist es eher selten der Fall, dass bei einer ausgewogenen und gesunden Ernährungsweise ein Biotin-Mangel vorliegt.

Der Kaffeekonsum in Deutschland steigt. So verzeichnete der Deutsche Kaffeeverband im zweiten Quartal 2022 einen Konsumanstieg von 5 Prozent im Vergleich zum Gesamtjahr 2021. Das beliebte koffeinhaltige Getränk hat aber einen schlechten Ruf als Beförderer der Hautalterung. Vermutet wird: Das Koffein wirkt sich negativ auf die Kollagenproduktion aus. Doch auch hier gilt, dem Mythos nicht direkt zu vertrauen. Zwar können verschiedene Faktoren wie ein hoher UV-Genuss, ein stark erhöhter Nikotinkonsum oder übermäßiger Kaffeegenuss eine vorzeitige Hautalterung begünstigen, jedoch ist der gesamte Lebensstil der ausschlaggebende Faktor. Einem normalen Konsum von Kaffee kann eine solche Wirkung nicht nachgesagt werden. Gestützt wird das durch eine Studie aus dem Jahr 2020. Weiter kann Kaffee auch positive gesundheitliche Wirkungen haben: Durch einen mäßigen Kaffeekonsum, maximal drei Tassen am Tag, kann oxidativer Stress gelindert und das Darmmikrobiom positiv beeinflusst werden.

Zuletzt ein Blick auf Haferflocken. Hafer ist glutenarm, nährstoffreich und zählt zu den gesündesten Getreidesorten. Unter den enthaltenen Nährstoffen ist auch das für schönes Haar, gesunde Haut und feste Nägel sorgende Biotin. In 40 Gramm Haferflocken befindet sich bereits ein Viertel der empfohlenen Tagesdosis. Damit Biotin besser aufgenommen werden kann, wird eine Verbindung mit Zink empfohlen. Auch hier glänzen die Haferflocken, denn sie besitzen pro 100 Gramm ganze 4,3 Milligramm Zink. Damit geht einher, dass der Verzehr von Haferflocken durchaus für gesündere Haut, Haare und Nägel sorgen kann. Zudem kann das enthaltene Zink sich entzündungshemmend auf Hautunreinheiten auswirken; dies ist hingegen nur der Fall, wenn tatsächlich ein Zinkmangel die Ursache für diese ist. 

Fazit

Zusammengefasst ist es wichtig, bekannten Mythen rund um die Ernährung mit kritischem Blick zu begegnen und diese zu prüfen. Zwar ist es nicht zwangsläufig so, dass die Mythen nicht stimmen, jedoch ist ihnen oftmals nur teilweise oder nur in bestimmten Fällen zuzustimmen.

Des Weiteren ist es wichtig zu bedenken, dass es nicht die Lebensmittel an sich sind, die den Effekt bewirken sollen, sondern die enthaltenen Nährstoffe. Somit können auch andere Lebensmittel, die diese enthalten, ähnliche Effekte bewirken.